Schüler besuchen landwirtschaftlichen Betrieb Meier in Deelsen

„Ja, die Tiere fühlen sich wohl“

Schüler Adrian streichelt ein Rind im Kuhstall. Sobald dieses ein Kalb bekommen hat, kann es Milch geben.

Deelsen – Ein Highlight der Projekttage zum Thema Nachhaltigkeit der Schule am Lindhoop in Kirchlinteln (wir berichteten) war ein Besuch der 6a auf dem landwirtschaftlichen Betrieb von Familie Meier in Deelsen. Passend zum Thema der Woche reiste die Klasse nicht mit dem Bus, sondern zu Fuß an, um auf dem Hof die Abläufe in der Milchproduktion kennenzulernen.

Der Hoftag wurde vom gemeinnützigen Verein Neua (Förderverein für nachhaltige Ernährung, Umweltbildung und Agrarwirtschaft) initiiert und organisiert, der in Kooperation mit vielen landwirtschaftlichen Betrieben mit Schulen der Region zusammenarbeitet.

„Wir haben die 23 Schüler in drei Gruppen aufgeteilt“, erklärt Mareike Meier. „Die Kinder lernen den Melkstand und den Kuhstall kennen, gehen über den Betrieb und erhalten am Infomobil theoretisches Wissen über Nutzpflanzen.“

Moderne Technik im Melkstand

Als Mareike Meier das Geschirr im Melkstand zur Hand nimmt, fängt die Maschine gleichmäßig an zu surren. Was für die Landwirtin zweimal täglich zu hören ist, stellt für die Schüler Neuland dar. Sechs Kinder tummeln sich um die Landwirtin herum und haben bereits fleißig Notizen gemacht. Auf einem Schreibblock steht in großer Schrift: „Ja, die Tiere fühlen sich wohl.“ Mareike Meier war bereits mit den Kindern im Kuhstall und erklärte dort, warum die Kühe gut versorgt sind und sich wohlfühlen.

„Schaut mal, wie es sich anfühlt, wenn ihr einen Finger in den Trichter haltet“, fordert Meyer die Gruppe auf. Sogleich wollen alle einmal ausprobieren, wie Milch aus der Zitze gemolken wird. „Oh, das ist ja wie eine Massage“, stellt ein Kind begeistert fest.

Der Familienbetrieb melkt momentan circa 210 Kühe, da kommt eine Menge Milch zusammen. „Im Durchschnitt geben unsere Kühe 31 Liter Milch. Das ist über dem Bundesdurchschnitt“, stellt Mareike Meier zufrieden fest. „Wir geben unseren Kühen nur das beste Futter, aber es spielen noch weitere Faktoren bei der Milchproduktion eine Rolle, wie beispielsweise die Rasse.“ Neugierig wandern die Schüler zum Milchtank. Dort lagern momentan 12 000 Liter Milch. „Warum schwankt die elektronische Anzeige?“, fragt ein Kind. „Weil die Milch ständig umgerührt wird, da sich sonst Fett auf der Oberfläche bildet“, antwortet Mareike Meier. „Momentan kühlen wir die Milch. Wenn ihr die dann im Supermarkt kauft, wurde sie vorab hocherhitzt, um Keime abzutöten.“

Auch vor dem Infomobil, das Familie Meier vom Verein Neua zur Verfügung gestellt bekommen hat, tummeln sich Schüler. Neugierig hören sie zu, wie Landwirt Holger Meier den Zusammenhang zwischen Bienen und Maiskörnern erklärt: „Wir Landwirte freuen uns, wenn die Bienen den Mais bestäuben, da so die Körner wachsen können. Mit dem Nektar können sie dann Honig produzieren.“ Einige aus der Klasse waren schon einmal auf dem Hof, als sie noch in der Lintler-Geest-Grundschule waren. „Ich freue mich auch schon darauf, wieder die Kälbchen zu streicheln“, meint eine Schülerin. „Davon will ich ein Foto machen.“

Doch bevor es zu den Tieren geht, möchte Meier noch wissen, wie alt Kühe ungefähr werden. Einige Kinder glauben zwei, andere wiederum 20 Jahre. „Unsere älteste Kuh ist momentan zwölf Jahre und hat bisher 400 000 Liter Milch gegeben“, erklärt der Landwirt. „Wir verdienen Geld mit Milch, daher wollen wir natürlich, dass unsere Kühe so alt wie möglich werden und gesund sind. Denn erst nach circa zwei Jahren – also nachdem die Kuh das erste Mal gekalbt hat – können wir sie melken.“ Auf dem Betrieb sind drei feste Mitarbeiter, ein Auszubildender und drei Familienmitglieder beschäftigt. „Manchmal ist so viel zu tun, dass wir ein Lohnunternehmen beauftragen müssen“, erläutert Holger Meier. „Ach so ist das“, murmelt ein Kind. Genau das möchte der Förderverein Neua mit solchen Hofbesuchen erreichen: Interesse für das ländliche Leben und Landwirtschaft.  das

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