Heimat- und Kulturverein Armsen ist auch ohne ein offenes Dorfgemeinschaftshaus aktiv

In kleinen Schritten zum Museum

Die Umnutzung des Armser Bahnhofsgebäudes zum Dorf- und Handwerksmuseum geht in kleinen Schritten voran.
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Die Umnutzung des Armser Bahnhofsgebäudes zum Dorf- und Handwerksmuseum geht in kleinen Schritten voran.

Armsen – Groß war die Freude bei allen Teilnehmenden der Angebote des Heimat- und Kulturvereins Armsen, als es im Oktober dank eines vom Landkreis genehmigten Schutz- und Hygienekonzepts grünes Licht für die Nutzung des Dorfgemeinschaftshauses gab. In nur zwei Wochen arbeiteten die Spartenleiter sowie Melanie Hooge, Vertreterin des Schützenvereins, ein für alle praktikables Konzept aus und setzen im Dorfgemeinschaftshaus die Vorgaben mit viel Engagement um.

„Es war toll zu sehen, mit wie viel Motivation alle bei der Sache waren, eine wirklich gelungene Teamarbeit“, freute sich die Vorsitzende des Heimat- und Kulturvereins, Regina Röhrs. Die Gruppen hatten für ein halbes Jahr – sofern möglich – ihre Aktivitäten nach draußen verlegen müssen. Schon bald wurde die Hoffnung auf ein nach und nach „normales“ Vereinsleben getrübt, denn die neuen Maßnahmen zur Eindämmung des Corona-Infektionsgeschehens und der damit verbundene „Lockdown light“ traten in Kraft; sämtliche Termine und Aktivitäten wurden bis auf Weiteres abgesagt.

Die letzte Tour der Fahrradgruppe „De Pedaltreter“ entfällt, zudem verzichten sie auf das beliebte Weihnachtsessen und sagten den monatlichen Spieletreff ab. Auch die Sänger des Chores „De Armser Dörpsängers“ treffen sich nicht mehr zum Üben und das geplante Klön-Café für Mitte November fällt ebenfalls dem Lockdown zum Opfer. Die Gymnastikgruppen haben ihre Termine erstmal gecancelt und die letzten zwei Kurse der Kunst- und Malgruppen sind gestrichen. Die Tanzgruppe wird voraussichtlich erst im nächsten Jahr wieder starten können.

Wie es ab Dezember weitergeht, könne heute noch keiner beantworten, so die Vorsitzende. Somit habe der Vorstand auch beschlossen, den geplanten zweiten Armser Weihnachtszauber am DGH in diesem Jahr nicht stattfinden zu lassen und voraussichtlich ereile das alljährliche Neujahrsessen dieses Schicksal ebenfalls. „Ganz untätig sind wir allerdings auch in dieser Zeit nicht“, sagte Röhrs. Einzelne Projekte würden weiter bearbeitet und online diskutiert.

Gänzlich brach liegen die Aktivitäten des Heimat- und Kulturvereins allerdings nicht. So gehe die Umnutzung des Armser Bahnhofsgebäudes zum Dorf- und Handwerksmuseum, in dem Utensilien aus der Region ausgestellt werden sollen,in kleinen Schritten voran. Die Beleuchtung im Gebäude sei kürzlich von ehrenamtlichen Helfern erneuert worden. Und etliche interessante Dinge seien bereits vorhanden, berichtet die Vorsitzende.

Kürzlich kamen zwei handschriftliche Rezeptbücher hinzu, die bei einem großen Aufräumen auftauchten und in gute Hände kommen sollten. Das ältere Buch ist datiert auf 1919 und wurde damals von einer früheren Bürgerin des Ortes, Sophie Jacobs, geboren Hesse, zusammengestellt. Die neueste Schenkung ist eine alte manuelle Honigschleuder. In den nächsten Monaten würden Fotos und Texte zur Beschreibung der Gewerke zusammengestellt und, wenn möglich, mit Zeitzeugen oder deren Nachkommen überarbeitet, erläuterte Röhrs.

Der Verein freue sich aber auch, wenn aus den Reihen der Mitglieder neue Aktivitäten entwickelt und realisiert würden, sagt die Vorsitzende. Ein Beispiel dafür sei der seit fünf Jahren in Armsen wohnende Pierre Bräulich.

Laut Regina Röhrs beschäftigt er sich unter dem Motto „Miteinander füreinander“ mit einem Projekt der Nachbarschaftshilfe Armsen, die er aufbauen möchte. Es gebe im Ort sicherlich viele Mitbürger, die mit ihren großen Erfahrungen oder Fertigkeiten anderen Bürgern helfen könnten: nichtgewerblich, kostenfrei und bereichernd.

„Seit kurzer Zeit läuft dieses Projekt, und auf der von mir geführten Liste gibt es schon etliche Einträge“, so Bräulich. So würden Bürger mit handwerklichen Fähigkeiten bei Reparaturen oder weiteren Arbeiten im Haus, Hof und Garten helfen; andere seien zur Unterstützung bei Feierlichkeiten bereit. Vermittelt würden auch die Unterstützung bei Problemen mit dem Computer und bei der Aufsicht von Schularbeiten. Weitere Nachfragen seien im gesamten Bereich der Medientechnik oder bei der Unterstützung durch den Verleih von Handwerksgeräten oder Maschinen vorstellbar.

Wer solche Unterstützung und Mithilfe anbiete und daran interessiert sei, in die Liste aufgenommen zu werden, könne sich bei ihm telefonisch unter der 0172/5498458 melden. Er stelle auch den Kontakt zu dem Bürger her, der diese Hilfe anfordere. Die Entscheidung über die Mithilfe obliege dann den beiden Parteien. Wichtig sei, dass diese Hilfe nur für die Bürger in der Ortschaft gelte und der Verein keine Haftung übernehme.  rö

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