Eltern sind nicht begeistert

Luttum: Hort soll an die Schule rücken

Luttum - Der Hort am Grevenskampweg in Luttum muss umziehen. Der Eigentümer der Räumlichkeiten möchte diese ab dem 30. Juni 2019 selbst nutzen. Eine Möglichkeit wäre, die Nachmittagsbetreuung künftig in einem neu zu schaffenden Anbau direkt an der Grundschule in Luttum anzubieten.

Die Verwaltung stellte diese Idee in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Jugend und Soziales vor. Anwesend waren einige Luttumer Mütter, die deutlich machten, dass sie in den Entscheidungsprozess eingebunden werden wollen. Überzeugt von der Idee waren sie nicht. Zunächst berichtete Werner Kunath als Vertreter des Bürgermeisters von der aktuellen Situation: „Sobald wir erfahren haben, dass uns die Räumlichkeiten in eineinhalb Jahren nicht mehr zur Verfügung stehen werden, haben wir alle Hebel in Bewegung gesetzt. Wir haben ausgelotet, was in dem kurzen Zeitraum überhaupt möglich wäre.“ Die Verwaltung habe dann die Idee mit dem Anbau ins Auge gefasst.

Aktuell werden 50 Hortplätze vorgehalten. „Da in einem Gruppenraum von mindestens 40 Quadratmetern bis zu 20 Hortkinder betreut werden können, soll für den Anbau mit drei Gruppen geplant werden. Da sich ein 40-Quadratmeter-Raum auch für die Unterbringung einer Grundschulklasse eignet, wären gegebenenfalls auch alternative Nutzungen möglich“, schreibt die Verwaltung in ihrer Vorlage. Bei einem Hort für drei Gruppen, inklusive Differenzierungs-, Therapie- und Mitarbeiterräumen wird von einem Gesamtraumbedarf von circa 500 Quadratmetern ausgegangen.

Eine Übergangslösung muss her

„In Hinblick auf die derzeitigen politischen Überlegungen für einen Rechtsanspruch auf eine Ganztagsschulbetreuung, wäre es nicht zielführend, ein Hortangebot für eventuell wenige Jahre in einem angemieteten Gebäude zu errichten“, heißt es in der Vorlage weiter.

Als mögliches Mietobjekt für ein Hortangebot stände ohnehin nur das ehemalige Landhaus Luttum zur Diskussion. „Wir haben das geprüft und festgestellt, dass wir da sehr viel Geld reinstecken müssten“, berichtete Amtsleiterin Anke Preuß. Zukunftssicherer sei die Variante des Anbaus an die Grundschule. Die Wege für die Hortkinder wären dann kurz und es bestände gegebenfalls die Möglichkeit, kurzfristig aus den Räumen der Hortbetreuung, Räume für eine Ganztagsschule zu schaffen.

Eins ist klar: Spätestens bis zum 1. August 2019 muss eine Alternative her. Das sei mit einer Baumaßnahme auf keinen Fall zu schaffen, berichtete Kunath. Die Gemeinde habe deshalb veranlasst, dass alle verfügbaren Räume in der Grundschule dahingehend kritisch betrachtet werden, ob sie zwingend für den Schulbetrieb benötigt werden. Preuß: „Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass eine Übergangslösung in den Räumlichkeiten der Schule möglich wäre. Es müssten eben alle etwas zusammenrücken.“ Torsten Blanke, CDU: „Es wäre schön, wenn sich die Schule für diese Möglichkeit öffnen würde.“

„Es besteht derzeit kein Raumleerstand“

Seitens der Schule scheint man zumindest nicht begeistert zu sein. In einer Stellungnahme der Konrektorin heißt es: „Es besteht derzeit kein Raumleerstand. Die gestiegenen Raumanforderungen unter anderem im Zuge inklusiver Beschulung lassen hier nahezu keinen Spielraum.“

Aber auch die zur Sitzung erschienenen Mütter waren nicht angetan. So befürchten sie Lärm und Belastungen während der Bauphase. Einigen erschien das Konzept, eine Nachmittagsbetreuung im selben Gebäude anzubieten, in dem die Kinder vormittags zur Schule gehen, gar nicht so reizvoll. „Der tägliche Weg, den sie derzeit zu Fuß in den Hort gehen, ist doch gesund“, hieß es.

Heike Harbort, Luttumer Kitaleitung und verantwortlich für den Hort, ermahnte die Politiker, bei der Planung „unbedingt auf Qualität“ zu setzen. Ausschussvorsitzende Elke Beckmann (SPD) machte deutlich: „Wir alle wissen, dass es schwer werden wird, wieder eine so schöne Hortsituation zu bekommen, wie wir sie im Moment haben.“ Doch nun müsse man beginnen, etwas Neues zu planen.

Marion Urbatsch (SPD) forderte, man müsse dabei unbedingt die Argumente der Eltern im Hinterkopf behalten. Ada Walter, Grüne: „Wir müssen die Übergangslösung so sanft wie möglich gestalten. Wir sollten ein pädagogisches Raumkonzept erarbeiten, und dafür alle Beteiligten mit ins Boot holen.“

Das weitere Vorgehen, so empfahlen die Politiker, sei im Ausschuss für Jugend und Soziales sowie im Schulausschuss abzustimmen. 

rei

Rubriklistenbild: © dpa

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