Spendenaktion / Hilfe für Tierhalter in großer Not

Fluthilfe: Neddener richtet Sammelstelle ein

Blick auf einen Hof, auf dem Strohballen verladen werden
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Futter, Heu und Stroh sind die wichtigsten Hilfsgüter für Landwirte und Pferdehalter in den Hochwasserregionen. Beim Neddener Landwirt Carsten Ahlden wurde eine Sammelstelle eingerichtet.

„Für mich war nach diesen Bildern klar: Hier ist eine schnelle Hilfe dringend notwendig“, schilderte Carsten Ahlden aus Neddenaverbergen seine Eindrücke, die er bei den Dokumentationen über die Hochwasserkatastrophe im Südwesten gewann. „Daher ist es für mich auch selbstverständlich, die große Hilfsaktion zu unterstützen, die im Heidekreis initiiert wurde.“

Neddenaverbergen – Auf der Suche nach einer Möglichkeit, zu helfen, brachten ihn Kontakte zu Berufskollegen weiter, denn von ihnen erfuhr Ahlden von der Aktion des Landwirts Thorben Gärtner aus Westenholz, der bei seiner Spendenaktion von Tine Diercks aus Eilte und weiteren Helfern unterstützt wird. Dieser suchte noch nach weiteren Sammelstellen für die zunehmenden Lieferungen an Spenden, darunter tonnenweise Heu und Stroh, gepresst in Ballen, für Tierhalter in den betroffenen Gebieten.

Die im Heidekreis von Landwirten eingerichteten Sammelstellen waren schon gut ausgelastet und daher kam das Anliegen des Neddener Landwirts und dessen Zusage, eine Sammelstelle einzurichten, zum richtigen Zeitpunkt. Das Westenholzer Team hatte bei seinen Planungen schon zwei Probleme schnell gelöst, den Transport der Hifsgüter in die Region und die Verteilung durch eine in der Region gut vernetzte Organisation.

Die Frage, wie die Hilfsgüter, zumeist Tierfutter, Heu- und Strohballen und weitere sperrige Gegenstände, ins Katastrophengebiet gelangen sollten, erledigte sich schnell durch die Zusage seitens angefragter Spediteure: „Wir stellen die Lkw und die Fahrer-Teams bereit“, hieß es sofort. Auch die Problematik der Verteilung war umgehend gelöst worden: Es fand sich eine Organisation mit besten Ortskenntnissen: der Verein in Gründung „Equi-trans Pferdetransporte“.

Über Thorben Gärtner läuft die Koordination der Hilfslieferungen von den drei Sammelpunkten des Heidekreises und von Carsten Ahlden aus Neddenaverbergen. Seit mehr als vier Wochen werden auf den Sammelstellen Tonnen an Hilfsgütern angeliefert, die möglichst schnell in das Hochwassergebiet transportiert und hier an betroffene Landwirtschaft ausgeliefert werden. „Uns wird von der Equitrans Pferdetransport schon vorab mitgeteilt, was dringend benötigt wird und es wird nur das geliefert, wofür auch Bedarf besteht, da Lagerflächen knapp sind.“ Am Bestimmungsort würden schon freiwillige Helfer auf die Hilfslieferungen warten und die Lastwagen entladen.

Eine weitere Hilfsaktion aus dem Landkreis Verden wird ebenfalls von Thorben Gärtner mitorganisiert. Birgit Tewes aus Achim hatte etliche Ballen Heu im Bestand, das sie spenden wollte. Ihre Anfrage in den Sozialen Medien löste eine dermaßen große Resonanz aus, dass sie zu einer Hilfsaktion über den Verein Cross-Trophy gelangte. Innerhalb weniger Stunden meldeten sich viele motivierte und großzügige Unterstützer, die einen enormen Zuwachs an Spenden erwarten ließen. Kapazitäten für eine kurzfristige Lagerung waren schnell geschaffen worden.

„Einfach unfassbar, was innerhalb eines Tages aus einer Hilfsidee gemacht wurde“, so Birgit Tewes, denn auch hier erklärten sich die Spediteure auf Anfrage bereit, ihre Trucks und Fahrer für diese Aktion zur Verfügung zu stellen. Innerhalb von knapp 24 Stunden lieferte Cross-Trophy die erste Hilfslieferung aus: Fast 70 Ballen Heu und 30 Sack Kraftfutter wurden an einer zentralen Sammelstelle in der betroffenen Gegend ausgeladen.

Aus vielen Regionen Deutschlands wurden dringend benötigte Futtermittel geliefert. Wenn das endgültige Ziel, die landwirtschaftlichen Betriebe, partout nicht mit dem Lkw zu erreichen war, wurden die Stroh- und Heuballen auf den letzten 500 Metern eben per Schubkarre transportiert. „Endlich können die Pferde wieder trocken stehen und haben Futter“, hieß es dazu in einem Facebook-Kommentar.

Mehrere Hundert Menschen aus den beiden Landkreisen trugen bisher mit ihrer Spende dazu bei, die Not in den Überschwemmungsgebieten zu lindern. Überglücklich und den Tränen nahe seien die Menschen gewesen, die die für eine erste Versorgung ihrer Tiere notwendigen Dinge erhielten. „Die Bilder aus der Region waren einfach zu schockierend, man konnte nicht tatenlos bleiben“, so Tewes. Diese Hilfslieferungen müssten wohl noch lange Zeit so weiterlaufen, hieß es dazu.

Bis Ende Juli wurden allein von Cross Trophy 70 Tonnen Raufutter, über 200 Rundballen und 13 Quaderballen Heu, sowie 600 Hochdruckballen Heu und 44 Rundballen Stroh in die vom Hochwasser betroffenen Gebiete gebracht, dazu noch 1,4 Tonnen Kraftfutter und 1,3 Tonnen Abdeckmaterial. Ähnlich auch die Zahlen der Gruppe um Thorsten Gärtner und Carsten Ahlden. „Diese logistische Meisterleistung war und ist nur mit der Unterstützung durch die Speditionen möglich“, würdigten Tewes, Gärtner und Ahlden das Engagement.

In einer WhatsApp-Sprachnachricht eines Lkw-Fahrers, der von einem betroffenen Pferdehalter dazu eingeladen wurde, mit ihm dessen komplett verschlammte Ländereien in Augenschein zu nehmen, lässt schließlich die ganze prekäre Lage deutlich werden. „Das lässt sich nicht in Worte fassen“, schildert er die Situation. Durch das Hochwasser sei das auf den Ländereien wachsende Getreide sowie die weiteren Früchte komplett unbrauchbar, da vergiftet. Ob die Flächen im kommenden Jahr entgiftet und wieder nutzbar seien, könne ihm niemand sagen.

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