Diamantene Hochzeit

Nach dem Ja-Wort ging es für Helga und Arno Krohn direkt zur Heuernte

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„Unsere lieben Nachbarn haben uns dieses schöne Herz vor die Tür gestellt“, sagt Helga Krohn. Sie und ihr Arno feierten gestern das seltene Fest der diamantenen Hochzeit.

Kirchlinteln - Ehe ist Teamwork. Davon ist Arno Krohn überzeugt. „Man kann nicht immer seinen dicken Kopf durchsetzen, man muss auch mal Kompromisse machen.“ Nur dann könne eine Beziehung halten. Und er muss es wissen. Schließlich ist der Kirchlintler bereits seit 60 Jahren mit seiner Helga verheiratet. Gestern feierten die beiden diamantene Hochzeit. Zahlreiche Gratulanten kamen vorbei, unter ihnen Bürgermeister Wolfgang Rodewald, Ortsvorsteher Joachim Köhler und Pastor Dennis Oswich.

Arno kommt aus Vorpommern, in der Nähe von Greifswald. Zum Ende des Zweiten Weltkrieges geriet er in russische Gefangenschaft. Als er nach fünf Jahren endlich frei kam, verschlug es ihn in den Landkreis Verden, wo er Arbeit in der Landwirtschaft fand. Helga, geborene Thies, ist Kirchlintlerin. Sie war in einem Haushalt angestellt, als sie ihren Arno das erste Mal traf.

Das war 1956, auf einer Tierschau mit Tanzveranstaltung in Kirchlinteln. „Das war da, wo heute die Sparkasse ist“, erinnert sich Helga. Das blonde Fräulein war dem jungen Arno sofort aufgefallen. Klar, dass er sie zum Tanz aufforderte. „Wir haben uns gleich verstanden“, so Helga, die sich fortan häufiger mit ihrem Verehrer traf. „Er hatte ein Motorrad, damit holte er mich ab.“ Nach einem Jahr verlobten sich die beiden.

Das Leben damals war vor allem von harter Arbeit geprägt. „Wir mussten auf vieles verzichten, aber so ist das eben in der Landwirtschaft“, erzählt Arno. Lange Arbeitstage, körperliche Anstrengungen und kein Urlaub, schon gar nicht in der Erntezeit. „Heute, vor 60 Jahren, wurden wir morgens auf dem Standesamt getraut. Und nachmittags ging es schon wieder ins Heu“, erinnert sich Helga (81). Die kirchliche Trauung wurde einen Monat später aber kräftig gefeiert: Die Braut trug ein weißes Kleid und nach der Kirche tanzte die Festgesellschaft in der geschmückten Diele auf einem Bauernhof in Deelsen. „Das war schön“, erinnert sich Helga.

Sie habe ihren Mann, der bis zur Rente als Lohnunternehmer gearbeitet hat, so gut es ging unterstützt, ihm zum Beispiel das Essen aufs Feld gebracht. Sie selbst arbeitete in der Langwedeler Druckerei Mack. „Als die Kinder kamen, blieb ich erst mal zuhause. Als sie dann aus dem Gröbsten raus waren, fing ich als Reinigungkraft im Gymnasium am Wall an.“

Trotz der vielen Arbeit haben die beiden ihre gute Laune nicht verloren. Arno hat immer einen flotten Spruch auf den Lippen – oder auch gern mal ein Liedchen. So war der heute 88-Jährige viele Jahre Mitglied im Kirchlintler Männergesangverein, bis dieser sich auflöste.

Nun genießen die beiden ihren Ruhestand, entspannen bei der Gartenarbeit und verbringen gerne Zeit mit der Familie, zu der neben den beiden Kindern, Anke und Heiko, mittlerweile auch fünf Enkel und fünf Urenkel gehören. 

rei

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