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Heinser Schätze ziehen nach Brandenburg: Heinz-Günther Eggers gibt sein Imkermuseum auf

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Von: Reike Raczkowski

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Ein Herr hält einen Bienenkorb in die Kamera, den eine böse Fratze ziert
Einen Bannkorb, den nutzten in früheren Zeiten viele Imker, weiß Eggers. Das wütende Gesicht sollte böse Geister von den Bienen fernhalten. © RaCZKOWSKI

Heinz-Günther Eggers ist traurig und froh zugleich. Traurig, weil für ihn mit der Aufgabe seines geliebten Imkermuseums ein Lebensabschnitt endet. Froh ist er, weil er für seine wertvolle Sammlung einen Liebhaber gefunden hat, der die Schätze zu schätzen weiß. Der Käufer, ein Bienenfreund aus Brandenburg, plane, selbst ein Imkereimuseum zu eröffnen und dort die Heinser Exponate – vom historischen Bienenkorb bis hin zum Honigtopf – auszustellen.

Heins – „Mir war es wichtig, dass die Sammlung nicht auseinander gerissen wird“, sagt Eggers erleichtert. Der 69-Jährige hat in den vergangenen Jahrzehnten viel Zeit, Geld und Leidenschaft in sein Imkermuseum investiert. „Erst einmal habe ich nur für mich selbst gesammelt“, erinnert sich der Bienenfreund. „So habe ich alles zusammengetragen, was irgendwie mit der Imkerei zu tun hatte.“

Erster Standort war Schafwinkel

In seinem damaligen Heimatort in Schafwinkel habe sein Freund Heinrich Wahlers ihm angeboten, einen alten Schweinestall zu einem kleinen Museum umzunutzen, wo in den nächsten zehn Jahren Menschen aus aller Welt – Touristen, Reisegruppen und Schulkinder – die mehreren tausend Ausstellungsstücke mit Schwerpunkt der traditionellen Korb-Imkerei bewundern konnten.

Aber dann wechselte das Grundstück den Besitzer, „Museumsdirektor“ Eggers musste sein Heiligstes räumen. „Mir ging es richtig schlecht damals.“ Er selbst war mittlerweile nach Groß Heins umgezogen, wo ihm die Nachbarsfamilie Diercks spontan anbot, ihre alte Kartoffelscheune zum Museum umzubauen. „Wir haben es am 1. April 2002 eröffnet.“ Die zahlreichen Besucher über die Jahre kamen teils von weit her, aus Argentinien, Florida, China und Korea zum Beispiel. Die meisten kamen aus Deutschland, aber die wenigsten von ihnen waren selbst Imker, berichtet Eggers, der erzählt, dass ihm besonders die Besuche von Schulkindern viel Freude bereitet hätten.

Bienenfreund aus Brandenburg übernimmt das gesamte Museum

Aber dann kam zum einen Corona, zum anderen merkte Eggers, dass er auch nicht mehr der Jüngste und gesundheitlich angeschlagen ist. „Ich habe mir irgendwann gedacht, dass ich eigentlich gerne noch selbst entscheiden möchte, was mit der Sammlung geschieht.“ Eines Tages habe er einige Honigtöpfe im Internet verkaufen wollen und sei so in Kontakt mit einem leidenschaftlichen Imker aus Brandenburg gekommen. „Er fragte, ob ich vielleicht noch mehr zu verkaufen hätte. Ich hab" ihn dann zu uns nach Heins eingeladen.“ Als klar geworden sei, dass der Bienenfreund das ganze Museum übernehmen wollte, habe es bei Eggers „Klick“ gemacht. So eine Chance, das wurde ihm schnell klar, würde sich so schnell nicht wieder bieten. Doch leicht sei ihm die Entscheidung dennoch nicht gefallen, gibt er zu.

Sammlung bleibt für Öffentlichkeit zugänglich

„Aber ich freue mich, weil ich weiß, dass die Sammlung nicht aufgeteilt wird und weiterhin der Öffentlichkeit zugänglich ist“, so der Heinser Bienenfreund. Wenn das Museum in Kremmen in Brandenburg, nahe Berlin, eröffnet wird, möchten Eggers und seine Frau Renate unbedingt dabei sein. „Ich werde dort auch Vorträge halten und Lehrgänge anbieten.“

Und ein paar Stücke, die ihm besonders am Herzen liegen, wie einige historische Imker-Pfeifen, eine alte Honigschleuder sowie seine gesamte Bienen-Bibliothek, wird Eggers behalten und damit ein Mini-Museum einrichten. „Das wird dann aber nur noch etwas für befreundete Imker sein, mit denen man dann einen Klönschnack halten kann.“

Die Bienen sind und bleiben Eggers’ große Leidenschaft. „Das Imkern werde ich nicht aufgegeben. Das werde ich machen, so lange ich kriechen kann.“ Zwölf Völker im Bereich der Ortschaft Heins sind derzeit in seiner Obhut.

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