Kirchlintlerin Sabine Kunath malt am liebsten die hiesige Landschaft / Sonntag Ausstellung

Heimatbilder mit einem Hauch Magie

Ein realistisches Gemälde, das einen Wald zeigt und Licht, das durch Blätter fällt.
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Lichtspiele unter dem Blätterdach: Viele ihrer Motive findet Künstlerin Sabine Kunath nur wenige Gehminuten von ihrer Haustür entfernt.

Würde jemand Sabine Kunath als Heimatmalerin bezeichnen – sie würde sich darüber freuen. „Ich bin in Kirchlinteln zu Hause, ich bin glücklich hier“, sagt sie. Und wenn man das ihren Bildern ansehen könne, sei das schön. Am Sonntag beginnt eine Ausstellung mit Bildern der 62-jährigen Kirchlintlerin auf dem Ehmken Hoff in Dörverden.

Kirchlinteln – So exakt, so detailgetreu als seien es Fotos, zeigen Kunaths Ölbilder die schönsten Seiten der Gemeinde Kirchlinteln. Bäume zu allen Jahreszeiten sind zu sehen, ein Topinamburfeld am Alten Kohlenförder Weg, die violett blühende Hügelgräberheide. Hier ein Feldweg, dort ein alter Speicher, und immer mal wieder die Kirchturmspitze von St. Petri im Hintergrund. Aber auch Lebewesen kann Kunath: Eines der schönsten Bilder zeigt ihre Tochter in der Gartenlaube, vertieft in ein Buch, an einem schönen Sommertag. Aber auch die geliebte, mittlerweile verstorbene Katze von Kunath, die sich neben einer Funkie sonnt, hat die Künstlerin in Öl festgehalten. Oder diesen einen, besonderen Moment, als das Licht durch die Blätter schien und auf der Holzwand des Schuppens Muster warf. „Es gibt manchmal so Momente, da spürt man eine gewisse Magie. Und genau dieses Gefühl möchte ich dem Betrachter nahebringen“, sagt Kunath. Auf der Suche nach einem geeigneten Motiv sei für sie vor allem eines wichtig: „Der Funke muss überspringen.“

Künstlerin hat ihren eigenen Stil entwickelt

Gemalt hat Kunath schon als kleines Kind. Als sie älter wurde, hat sie allerhand andere kreative Tätigkeiten ausgeübt, Handarbeiten vor allem. „Aber ich habe irgendwann festgestellt, dass mir das Malen am meisten liegt.“ Nach der Geburt ihrer Kinder habe sie dann erstmals angefangen, sich auf dem Gebiet weiterzubilden, belegte Volkshochschulkurse, übte viel und merkte bald: „Ich will mein eigenes Ding machen.“ Nach Jahren der Aquarellmalerei stieg sie auf Öl um, bei den Motiven kristallisierte sich mehr und mehr ein Faible für Landschaftsbilder heraus.

Am liebsten malt Kunath Pleinair, also mit Staffelei ausgerüstet direkt vor Ort in der Natur. Zusätzlich macht sie Fotos vom ausgewählten Motiv, damit sie später zu Hause weiter an dem Bild malen kann. Einige ihrer Werke haben mehrere Jahre gebraucht, bis sie fertig waren. Dabei spürt der Betrachter ein ums andere Mal, dass Kunath eben nicht nur einen Feldweg gemalt hat, oder ein hübsches Waldstück, eine beschauliche Allee. „Hier, schauen Sie. Über diese Straße sind schon meine Vorfahren mit Pferd und Wagen gefahren. Und hier habe ich als Kind an einem Bach gespielt . . .“ Zu fast jedem Bild gibt es eine persönliche Geschichte, ein besonders Heimatgefühl. „Wenn ich das, was ich selbst empfinde, irgendwie rüberbringen kann, die Schönheit der Natur und dieser Landschaft, dann bin zufrieden.“ Habe sie früher viel experimentiert, fühle sie sich nun künstlerisch angekommen. „Natürlich lernt man immer noch dazu, entwickelt sich weiter. Aber das sind jetzt genau die Bilder, die ich malen will.“

Ausflug nach Dörverden lohnt sich

Wer sich die beeindruckenden Ölbilder mit Kirchlintler Motiven ansehen will: Die Ausstellung auf dem Kulturgut Ehmken Hoff mit dem Titel „Zuhause und umzu“ ist bis zum 1. August immer sonntags, von 14 bis 17 Uhr, geöffnet. Die Künstlerin ist vor Ort, steht für Gespräche zur Verfügung und hält außerdem eine Auswahl von dekorativen Karten mit ihren Motiven bereit, die käuflich zu erwerben sind. Die Vernissage zur Ausstellung findet am Sonntag, 4. Juli, um 15 Uhr statt. An diesem Tag stellt auch die AG Lust & Leinen des Ehmken-Hoff-Vereins ihre Werkstücke aus, und es gibt frischen Butterkuchen aus dem Backhaus. Ein Ausflug nach Dörverden lohnt sich am Sonntag also auf jeden Fall. Und natürlich würde sich Sabine Kunath freuen, wenn auch viele Menschen aus Kirchlinteln mal in der Nachbargemeinde vorbeischauen würden.

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