Gemeinde erwirbt Wohngebäude am künftigen Bahnhalt / Unterkunft für Obdachlose

Hausnummer 18 muss weichen

Wird abgerissen: Das Gebäude mit der Hausnummer 18 muss dem Parkplatz für den künftigen Bahnhalt weichen. Bis es soweit ist, will die Gemeinde das Haus als Obdachlosenunterkunft nutzen.
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Wird abgerissen: Das Gebäude mit der Hausnummer 18 muss dem Parkplatz für den künftigen Bahnhalt weichen. Bis es soweit ist, will die Gemeinde das Haus als Obdachlosenunterkunft nutzen.

Kirchlinteln – Eine weitere Hürde für den Bahnhalt ist genommen: Mittlerweile gehört das Haus an der Kreepener Straße Nr. 18 der Gemeinde Kirchlinteln, die letzten Mieter sind zum 31. August ausgezogen. Wenn es soweit ist, wird das Einfamilienhaus abgerissen, um einem Parkplatz zu weichen. Bürgermeister Wolfgang Rodewald zeigt sich erleichtert. Auch, weil die Gemeinde das Haus bis zum Abriss gut gebrauchen kann.

Das Wohnhaus von 1910 war bis Jahresanfang in Privatbesitz. Die Gemeinde konnte sich mit den Eigentümern einig werden und die Immobilie erwerben. Den Mietern wurde gekündigt, weil schon jetzt klar ist, dass an dieser Stelle der Parkplatz und die Fahrradschließanlage für den Bahnhalt gebaut werden sollen. „Die Mieter waren schon traurig, insbesondere weil sie leider keine adäquate Alternative in Kirchlinteln gefunden haben. Sie wären gerne geblieben“, erzählt Rodewald. Sie seien jetzt nach Rethem umgezogen.

Wenn das Haus weg und der Parkplatz gebaut ist, sollen die Bahnreisenden von dort aus über den bereits vorhandenen Bürgersteig an der kleinen Wiese vorbei über eine Rampe zum neuen Bahnsteig laufen können. Der wird 145 Meter lang und mit einem kleinen Wartehäuschen ausgestattet sein.

Eine Wegeparzelle entlang der Bahnlinie, zwischen den Gleisen und der angrenzenden Wiese gelegen, befindet sich mittlerweile im Besitz der Gemeinde – die Wiese allerdings nicht. „Hier wollten die Eigentümer leider nicht verkaufen“, berichtet Rodewald. Ursprünglich hatte man sich gewünscht, die Bahnanlage auf ebendiese Fläche zu bauen. Nun werde sozusagen um die Wiese herum geplant. Die sogenannte Vorplanungsphase soll im Dezember ihren Abschluss finden: Dann entscheidet der Rat der Gemeinde über die Entwürfe des Planungsbüros. „Da wird es dann zum Beispiel um Fragen nach den Stellplätzen gehen“, erläutert der Verwaltungschef.

Wann der Abriss der Hausnummer 18 erfolgt, sei laut Rodewald noch nicht abzuschätzen. Die Gemeinde hat es auch nicht eilig. Sie will das Haus bis dahin als Unterkunft für Obdachlose nutzen. Besonders häufig komme es zwar nicht vor, dass die Gemeinde wohnungslose Menschen unterbringen müsse, „aber wenn wir in diese Situation kommen, dann fragen wir uns immer: Was tun?“, berichtet der Bürgermeister.

Und erstaunlich schnell war die Notwendigkeit tatsächlich da. „Am 31. August habe ich mittags die Schlüssel für das Haus entgegengenommen. Am Nachmittag des selben Tages bekam ich einen Anruf, dass wir einen Obdachlosen unterbringen müssen. Das war schon schräg – aber es war natürlich toll, dass wir da direkt eine passende Unterkunft hatten.“

Von Reike Raczkowski

Rechts neben den Gleisen, zur Ortschaft hin, soll der 145 Meter lange Bahnsteig gebaut werden.

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