Einfach unzertrennlich: Wilma und Herbert Müller feiern 60-jähriges Ehejubiläum

„Die beiden gibt es nur im Doppelpack“

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Es war ein bewegendes Fest im Hause von Herbert (80) und Wilma Müller (81). Klar, dass zur diamantenen Hochzeit viele Erinnerungen an die letzten 60 Jahre hochkamen.

Kirchlinteln - „Oma und Opa sind einfach unzertrennlich. Die beiden gibt es nur im Doppelpack“, sagt Melanie Krohn, eine Enkelin von Wilma und Herbert Müller aus Kirchlinteln.

Die Eheleute feierten ihre diamantene Hochzeit, das seltene Fest des 60-jährigen Ehejubiläums. Zahlreiche Gäste gaben sich in ihrem Haus in der Straße Vor dem Rehm die Klinke in die Hand, unter ihnen Bürgermeister Wolfgang Rodewald und Pastorin Anja Niehoff.

Wilma Müller, geborene Neu, wuchs im Memelland auf, nahe der Kurischen Nehrung. Die Flucht 1945 führte ihre Familie ins Kükenmoor, nach Gohbeck, wo Herberts Familie lebte. „Wir gingen also schon gemeinsam zur Schule“, erzählt Herbert. „Gefunkt hat es aber erst später.“

Da war Wilma bereits gelernte Damenschneiderin. „Ich war bekannt wie ein bunter Hund“, erzählt sie. Kein Wunder, die talentierte Näherin ging in den Häusern der Umgebung ein und aus und nähte Kleider für die Frauen. Darunter etliche Brautkleider – irgendwann auch ihr eigenes.

Doch bis dahin dauerte es noch ein wenig. Wie es letztendlich zwischen den beiden funkte, darüber schweigen sich die Senioren lächelnd aus. „Nur so viel: Unter den drei weißen Birken, auf dem Weg nach Kükenmoor, da gab es den ersten Kuss“, verrät Wilma. Geheiratet wurde 1954 in der St.-Petri-Kirche.

In den nächsten Jahren kamen die Töchter Gundula und Cornelia zur Welt. Heute gibt es auch zwei erwachsene Enkelkinder, Melanie und Marcel.

Herbert, gelernter Kfz-Mechaniker, war im Laufe seines langen Arbeitslebens bei zahlreichen Firmen in der Umgebung beschäftigt, auch im Hoch- und Tiefbau. An Autos herumzuschrauben war seine Leidenschaft, zeitweise hatte das Paar ein eigenes Motorrad mit Beiwagen. An diese Zeiten erinnern sich die beiden noch heute gern zurück.

Mit Werkzeug ist Herbert ebenso geschickt wie seine Wilma mit Nadel und Faden. „Handwerker kamen Opa nie ins Haus, der hat einfach alles selbst gemacht“, so Enkelin Melanie anerkennend.

Die Müllers reisten gerne, immer wieder zog es sie an die See. Vor einigen Jahren wollte Wilma es noch einmal wissen und machte sich mit ihrem Mann und einigen anderen Familienmitgliedern auf den Weg in ihre alte Heimat, die sie seit der Flucht nicht mehr gesehen hatte. „Das war eine ganz besondere Reise, ich bin froh, dass ich sie gemacht habe“, erzählt die Seniorin heute.

rei

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