Essen in der Mensa: Gemeinde will Preise für Schulkinder erhöhen

Die Großen haben mehr Hunger

Das Essen kommt gut an: Hortkind Merle bekommt in der Kirchlintelner Schulmensa von Melanie Eicke ihre Mahlzeit gereicht. ArchivFoto: Leeske

Kirchlinteln – Wenn Kinder und Jugendliche beim Mittagstisch ordentlich zulangen, gelten sie im Allgemeinen als gesund und voll im Wachstum begriffen. Weil die Portionen bei den Schülern größer sein müssen als bei den Kindergartenkindern, und daher ein größerer Wareneinsatz nötig ist, muss die Gemeinderverwaltung bei der Kalkulation der Preise jetzt nachjustieren.

Seitdem der Caterer aus der Beköstigung der Kinder und Jugendlichen in den Bildungseinrichtungen der Gemeinde Kirchlinteln ausgestiegen ist (wir berichteten), muss sich die Gemeinde selbst auf dem Gebiet der Gastronomie betätigen. In einem extra gebildeten Mensa-Auschuss wurde strukturell das Angebot der Schülerbespeisung verbessert und die Reichweite der ausgegebenen Essen zur besseren Kostendeckung erhöht. Außerdem stieg die „Kundenzufriedenheit“ deutlich und der Schülerkiosk erweiterte das Angebot ebenfalls.

Nun ist beim Kostenvergleich zwischen den Einnahmen und Ausgaben der Schulküche ein Defizit von fast 5 000 Euro errechnet worden. Dies hänge damit zusammen, erklärte die Verwaltung, dass die Lebensmittelkosten für eine Schülerportion 1,69 Euro und für Kitakinder rund einen Euro betragen. Verkaufspreis ist für alle aber mit 3,30 Euro gleich. Dies soll nun angepasst und der Preis für die Schüler ab 1. Februar auf 3,80 Euro angehoben werden. Die Preissteigerung um 50 Cent würde nur die Schüler der Schule am Lindhoop betreffen.

In der jüngsten Sitzung des Schulausschusses diskutierten die Kommunalpolitiker deshalb die Änderung der Satzung zur Schulverpflegung. Ausschussmitglied Cord Wahlers (CDU) verortete den Grund für das Defizit auch bei den Personalkosten und nicht nur beim Wareneinsatz. Elke Beckmann (SPD) forderte eine Aufstellung zur aktuellen Auslastung der Mensa, um die positive Entwicklung besser zu sehen. Denn sie befürchte einen negativen Effekt betreffend der Akzeptanz des Essens in der Schülerschaft. „Wir wollen ja, dass das Angebot auch angenommen wird“, so Beckmann. Deswegen plädierte sie dafür, die Erhöhung zunächst für ein Jahr auszusetzen und folglich später 50 Cent auf die 3,30 Euro draufzuschlagen.

Bürgermeister Wolfgang Rodewald entgegnete dem Vorschlag: „Ich halte nichts davon, die Mensaspeisen permanent zu subventionieren.“ Die hohe Qualität der frisch zubereiteten Speisen verspräche weiterhin eine gute Nachfrage.

„Qualität hat eben seinen Preis“, sagte der Ausschussvorsitzende Wilhelm Hogrefe (CDU). Ada Walter von den Grünen sah das auch so und konnte von den guten Erfahrungen ihrer eigenen Kinder berichten. Sie erkundigte sich aber bei der Verwaltung, ob für einkommensschwache Familien ein Rabatt gewährt werden könnte. Anke Preuss von der Verwaltung berichtete von dem Teilhabepaket. Für Kinder aus betroffenen Familien sei die Verpflegung kostenlos und der Verwaltungsaufwand überschaubar.

„Mein Sohn isst acht Mal im Monat in der Mensa und ist auch zufrieden. Deswegen kann ich der moderaten Preissteigerung zustimmen“, so Claus-Hermann Hoops (CDU).

Aufgrund der nicht ganz einhelligen Meinung im Ausschuss verwies Hogrefe die Beschlussvorlage in den Verwaltungsausschuss, damit die Fraktionen sich noch beraten können. Allerdings wurden in den anschließenden Haushaltsberatungen die zu erwartenden Mehreinnahmen in Höhe von 4700 Euro für 2020 auf Nachfrage des Kämmerers Frank Weinberg bereits fest eingeplant.  lee

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