„Krieg ist schlimm, Krieg ist ein Verbrechen“

Goßes Interesse an der Ausstellung „Wider das Vergessen“ im Lintler Krug

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Reinhard Egge würdigte in seinem Vortrag die Ausstellung als ein wichtiges Zeichen gegen das Verbrechen und für mehr Demokratie.

Kirchlinteln - „Insbesondere die junge Generation sollte immer wieder an die Grausamkeiten und Schrecken des Nazi-Regimes und des Krieges erinnert werden“, betonte Hermann Meyer, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Kirchlinteln. Bei der Eröffnung der Ausstellung „Wider das Vergessen“ im „Lintler Krug“ mahnte er, dass das Schicksal von vielen Menschen in dieser Zeit nie in Vergessenheit geraten dürfe.

Meyer erinnerte daran, dass vor zwölf Jahren bereits eine Gedenkveranstaltung zum 60. Jahrestag des Kriegsendes stattgefunden habe. Auch in den Folgejahren habe sich der Ortsverein mit der damaligen Zeit und deren Schrecken auseinandergesetzt. Im Dezember 2015 habe sich dann der Ortsverein zum zweiten Mal nach 2011 am „Wilhelm-Dröscher-Preis“ beim Bundesparteitag beteiligt.

Augenzeugenberichte machen die Gäste betroffen

Der Beitrag „Vergangenheit und Zukunft“ sei mit dem dritten Preis und 1000 Euro Preisgeld honoriert worden, das als finanzielle Grundlage in diese Wanderausstellung investiert worden sei. Vor allem Harm Schmidt und Jürgen Drewes hätten sich engagiert und in mühevoller Arbeit die Materialien gesammelt und gesichtet. Das Ergebnis sei nun auf den acht Stellwänden zu sehen. Vor allem die Augenzeugenberichte aus einigen Orten der Gemeinde und persönlichen Schicksale hätten die Gäste betroffen gemacht.

Erinnert wird unter anderem an den Kirchlintler Hinrich Heitmann, der Mitbegründer des SPD-Ortsvereins war. Ende 1944 wurde er auf seiner Arbeitsstelle, dem Bremer Hauptbahnhof, von der Gestapo verhaftet und ins „Arbeitserziehungslager“ Bremen-Farge verschleppt. Helmut Meyer aus Luttum stellte für die Zeit der Ausstellung einige Dokumente zur Verfügung, die das Schicksal seiner Großmutter betreffen. An einer Stellwand wurde außerdem das Schicksal von 13 Kleinkindern von Zwangsarbeiterinnen dokumentiert, die zum Ende des Krieges in der sogenannten „Ausländer-Kinderversorgungs-Anstalt Armsen“ dahin vegetierten.

Bewegt und betroffen stehen die Besucher vor den Dokumenten, die an die Schrecken des Krieges erinnern.

Hermann Meyer hieß auch Lore Vöge und ihren Bruder Walter Grieme sowie Walter Thies und Hermine Bunke als Zeitzeugen willkommen, die in einer Dokumentation das Kriegsende schilderten. So, wie sie es als Kinder erlebt hatten. Dieser im Jahr 2015 produzierte Film war in der Vergangenheit auf großes Interesse gestoßen und wurde an beiden Austellungstagen gezeigt.

In einem weiteren Film-Zeitdokument schilderte der damals 18-jährige Willy Spöring aus Otersen seine Odyssee von einem Lazarett bei Passau in seine Heimat. Sein Fazit: „Nie wieder Krieg, denn Krieg ist schlimm, Krieg ist ein Verbrechen.“

Zur Eröffnung gekommen waren auch der ehemalige Programmdirektor Hörfunk Radio Bremen, Hermann Vinke, sowie Reinhard Egge aus Ritterhude, Sprecher der Gruppe Unterweser Bremen im Verein „Gegen Vergessen – Für Demokratie“. Sie würdigten diese Ausstellung als ein wichtiges Zeichen gegen das Vergessen und für mehr Demokratie.

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