Schmackhafte Zutaten wachsen wild und vor der Haustür

Gesundes von der Wiese

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Erst die Arbeit: Auf der Suche nach schmackhaften Kräutern werden die Köche auf der benachbarten Wiese fündig.

Brunsbrock - Na, wo wachsen sie denn? Auf der Suche nach schmackhaften Kräutern, galt es doch so manches Mal in die Knie zu gehen, um an die entdeckte Pflanze zu kommen. Aber, was tut der Mensch nicht alles für seine Gesundheit.

„Gerade nach einem langen Winter ist es optimal, den Körper mit der ,wilden Kraft der Natur’ zu verwöhnen und wieder fit zu machen, denn viele kulinarische Köstlichkeiten lassen sich aus Wildkräutern und Heilpflanzen herstellen, die besonders viele Spurenelemente, Mineralstoffe und Vitamine enthalten und dadurch sehr gesund sind“. Das wissen die beiden Heilpflanzenexpertinnen Susanne Zweibrück und Dagmar Kräft, die zum wiederholten Mal zur „Wilden Kräuter Küche“ in das Müllerhaus in Brunsbrock eingeladen hatten.

Bevor es auf der Diele bei den Vorbereitungen für ein schmackhaftes Menu so richtig zur Sache ging, machten sich die Kräuterfrauen und ein einzelner Mann auf die Suche nach Wildpflanzen. Als „Quotenmann“ lauschte der Armsener Reinhard Niemann aufmerksam den Erläuterungen der beiden Frauen vom Fach.

„Der eigene Garten ist heutzutage der beste Ort zum Sammeln, denn dort weiß man 100-prozentig, dass keine Pestizide oder Ähnliches verwendet wurden“, so Susanne Zweibrück. Sie machte den Teilnehmern insbesondere die bekannten und eigentlich ungeliebten „Unkräuter“ Brennnessel und Giersch schmackhaft. Die beiden Pflanzen enthielten sehr viel an Mineralstoffen und Vitaminen – viel mehr als die Kulturgemüse – und seien daher bestens dazu geeignet, den täglichen Speiseplan zu bereichern.

Als weitere Pflanze wurde die nicht so bekannte Knoblauchsrauke vorgestellt. „Sie gehört zu den Kreuzblütlern und enthält daher scharfe Senföle, die sehr aromatisch sind. Sie wirkt antiseptisch und schleimlösend, also gut bei Atemwegserkrankungen“, so Dagmar Kräft. Das Wiesenschaumkraut am Schmohbach ist für Susanne Zweibrück ein besonderer Schatz: „Es steht auf feuchten und naturbelassene Wiesen. Man findet es heute allerdings immer weniger, da die die Bereiche trockengelegt und überdüngt sind.“

Nach der etwa einstündigen Wanderung wurden auf der großen Diele des Müllerhauses, umgebaut zu einer provisorischen Küche, kulinarische Köstlichkeiten aus den gesammelten Wildpflanzen gezaubert. Aus den Wurzeln und Blättern der Knoblauchsrauke stellte eine Gruppe eine Würzpaste her, die die Teilnehmer dann in kleinen Gläschen mit nach Hause mitnehmen konnten.

Zum krönenden Abschluss ging es zum Essen in die „Gute Stube“. Giersch-Humus, Kohlrabi-Türmchen mit Brennnessel-Giersch-Pesto oder Wildkräuterbutter standen auf dem Tisch, ebenso gab es Bärlauch-Fächerbrot, Wildkräutersalat und Spätzle mit Brennnessel und Wiesenbärenklau, dazu Kokos-Blüten-Dessert mit Rhabarber und Sauerampfer-Pesto. Zu trinken wurden Giersch-Limonade und frische Waldmeister-Bowle gereicht. Alle Teilnehmer waren begeistert, wie lecker es schmeckte.

Nächster Termin für die „Wilde Kräuter Küche“ ist am 18. Juni. Sommerkräuter und Blüten stehen im Müllerhaus auf dem Speisezettel.

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