„Gespür für Gerechtigkeit“

Die Zukunft der Gleichstellungsarbeit in Kirchlinteln

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Bürgermeister Wolfgang Rodewald und die neue Gleichstellungsbeauftragte Roswitha Reins-Dieckmann freuen sich auf die künftige Zusammenarbeit.

Kirchlinteln - Die neue Gleichstellungsbeauftragte der Gemeinde Kirchlinteln hat einen Plan: „Ich habe mir folgendes überlegt: Ich werde mir 100 Tage anschauen, ob diese Arbeit ehrenamtlich machbar ist.“ Über das Ergebnis will Roswitha Reins-Dieckmann dann Bericht erstatten.

Zum 1. Oktober nimmt die 51-Jährige ihre neue Tätigkeit im Rathaus der Gemeinde auf. Aus diesem Anlass traf sie sich zu einem Gespräch mit der örtlichen Presse, auch Verwaltungschef Bürgermeister Wolfgang Rodewald nahm daran teil.

Regelmäßige Sprechzeiten nicht angenommen

Es ging unter anderem um die Frage, die auch einige Ratsmitglieder umtreibt, ob es möglich ist, Gleichstellungsarbeit für eine Gemeinde zu machen, wenn man selbst im Nachbarlandkreis lebt und arbeitet. Wie berichtet, kommt Reins-Dieckmann aus Hoya, wo sie eine Anwaltskanzlei betreibt. „Es ist gar nicht soweit weg“, sagt sie. Und außerdem müsse sie für ihre neue Aufgabe auch nicht ständig vor Ort sein. „Frau Reins-Dieckmann wird von uns ein Diensthandy und einen Laptop zur Verfügung gestellt bekommen“, erklärte Rodewald. „Viele ihrer Aufgaben lassen sich telefonisch erledigen oder per E-Mail.“

Auch ihre Vorgängerin, Marlies Meyer, habe keine regelmäßigen Sprechzeiten im Rathaus angeboten. „Das wurde einfach nicht angenommen“, weiß Wolfgang Rodewald. Wer die Beratung von Reins-Dieckmann benötige, könne individuelle Gesprächstermine mit ihr vereinbaren. „Aber oft brauchen die Menschen ja auch einfach nur die Telefonnummer eines Ansprechpartners, einen schnellen Rat – das kann ich auch alles am Telefon oder per E-Mail erledigen“, so die 51-Jährige. Bei Einstellungsgesprächen der Gemeinde werde sie aber bei Bedarf persönlich dabei sein, ebenso bei Sitzungen, die ihre Anwesenheit erfordern.

Kindergärten der Gemeinde kennenlernen

„Darüber hinaus wird meine neue Aufgabe auch viel Netzwerkarbeit bedeuten“, so Reins-Dieckmann. So wolle sie sich gleich zu Beginn über die vielfältigen bereits vorhandenen Angebote und Ansprechpartner im Landkreis informieren.

„Und auf jeden Fall will ich die Kindergärten in der Gemeinde kennenlernen.“ Das Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf liege ihr am Herzen. „Ich war im Referendariat, als mein Sohn, heute 24, zur Grundschule gegangen ist. Ich erinnere mich daran, wie es war, im Landgericht zu stehen und einen Anruf der Schule zu bekommen, ich müsste jetzt mein Kind abholen, weil der Unterricht ausgefallen ist.“ Damals habe sie sich gemeinsam mit anderen Müttern für eine verlässliche Grundschule engagiert. Sie sei froh über die Entwicklung, die das Thema Kinderbetreuung in den vergangenen Jahren genommen habe.

Neben den gesetzlich vorgeschriebenen Aufgaben der Gleichstellungsbeauftragten sieht Rodewald für Reins-Dieckmann durchaus noch weitere Betätigungsfelder für die Zukunft. „Es wird für uns zum Beispiel eine Herausforderung darstellen, wenn die männlichen Flüchtlinge in der Gemeinde in den kommenden Jahren ihre Familien nachholen. Wir sollten darauf gut vorbereitet sein und versuchen, diese Frauen von Anfang an in unsere Gesellschaft zu integrieren.“

An der neuen Gleichstellungsbeauftragten sei ihm eine Eigenschaft direkt positiv aufgefallen. „Sie hat ein besonderes Gespür für Gerechtigkeit.“ Er freue sich darauf, dass jemand einen frischen Blick auf die Gemeinde wirft, neue Impulse gibt. rei

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