...und über die Arbeit eines Vereins

Christian Priesmeier erzählt von seinem Vorfahren Martin Luther

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Pastor Dennis Oswich (r.) und Pastorin Merle Oswich überreichen Christian Priesmeier als Dank eine Wittenberger Picknickdecke, natürlich mit Lutherrose.

Kirchlinteln - Über Martin Luther, die Lutherrose und deren Bedeutung gibt es vieles nachzulesen. Doch darüber von einem echten Nachfahren des Reformators zu hören, ist nicht alltäglich.

Christian Priesmeier, ein Nachkomme des Kirchenmannes in 14. Generation, war zu Gast in der Gemeinde St. Petri, sprach über das Familienwappen der Luthers und die sogenannten Lutheriden, deren Vorsitzender ist.

„Die Lutheriden ist eine Vereinigung aller nachgewiesenen Nachkommen Luthers und dessen Ehefrau Katharina von Bora. Die weiße Rose mit rotem Herz samt Kreuz im Zentrum ist das Zeichen aller lutherischen Kirchen auf der Welt“, klärte Priesmeier seine Zuhörer zu Beginn auf. Seinen Ursprung hatte dieses Erkennungszeichen der Protestanten in dem Ring Luthers, mit dem er die Echtheit seiner Briefe und Drucke besiegelte. 

Weiter zeigte Priesmeier anhand eines Auszugs aus einem Wappenbuch von bürgerlichen Geschlechtern, dass die edle Blume schon damals offiziell das Familienwappen der Luthers gewesen ist. „Im Laufe der Zeit übernahm die Lutherrose dann immer mehr die Funktion als Zeichen einer neuen Konfession, vergleichbar mit dem Fisch am Beginn des Christentums“, so Priesmeier. Bereits 1519 sei ein Abbild des Reformators als Holzschnitt veröffentlicht worden, auf dem der Doktorring Luthers mit einem herzförmigen Schild zu erkennen ist. Dieser Holzschnitt gelte als erstes überliefertes Bild des Theologen.

Symbolik erklärt

Neben den historischen Zusammenhängen erläuterte Priesmeier die theologische Bedeutung des Symbols. So gehe sein Urahne in einem Brief vom 8. Juli 1530 an Lazarus Spengler auf die Bedeutung der Rose ein und es heißt unter anderem: „Solch Herz aber soll mitten in einer weißen Rosen stehen, anzuzeigen, dass der Glaube Freude, Trost und Friede gibt,…“. 

Das Herz sei zudem ein Zeichen für den intensiven Glauben an Gott, eben ganz und gar aus „vollem Herzen“ heraus. Die weiße Rose stehe für die Farbe der Geister und sei „aller Engel Farbe“. Während der Reformation sei die Lutherrose immer öfter Teil des Wappens von Fürsten oder Städten geworden, die die Ziele der Protestanten unterstützten beziehungsweise zur lutherischen Kirche gehörten.

Den Namen Luther gibt es seit 1756 nicht mehr, weil damals die letzte männliche Linie nicht weiter fortgeführt wurde. Die Lutheriden haben es sich zur Aufgabe gemacht, sämtliche Nachfahren aufzuspüren. „Die Lutheriden gibt es seit 1926“, so Priesmeier. Nach einem genealogischen Gutachten (aus der Ahnenforschung) werden neue „Familienmitglieder“ aufgenommen und in den Stammbaum integriert.

Priesmeier lud die Gäste ein, in einer Namensliste des Verbandes nach eigenen Verwandten unter den Lutheriden zu suchen.

lee

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