Gemeinde will Möglichkeiten prüfen

Erste Schritte in Richtung Ganztagsschule

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Mediengruppe Kreiszeitung

Kirchlinteln - Sehr erfreut zeigte sich Richard Eckermann, Fraktionsvorsitzender der Kirchlintler SPD, dass die Gemeinde das Thema Ganztagsschulangebote an Grundschulen ab sofort „nicht mehr nur im Hinterkopf hat“, sondern es jetzt „ernsthaft angehen“ wird.

In einer Sitzung des Schulausschusses diskutierten Politiker und Schulleitungen am Dienstag über einen Antrag der SPD-Fraktion, die Bedarfe für ein solches Angebot zu untersuchen und gegebenenfalls entsprechende Schritte in die Wege zu leiten. Eventuelle Einsparungen der Gemeinde im Hortbereich könnten, so der SPD-Antrag, „ganz oder teilweise zur Unterstützung des schulisches Ganztagsangebotes bereitgestellt werden.“

„Für alle Eltern, die auf Nachmittagsbetreuung angewiesen sind, ist die Ganztagsschule ein wichtiges Thema“, so Eckermann, der auch betonte: „Wenn wir diesen Weg gehen, dann muss die Politik dahinter stehen. Entsprechende Konzepte müssen gemeinsam mit der Schule entwickelt werden.“ Bisher hatten sich die Grundschulen in Luttum und Bendingbostel eher zurückhaltend zur Einführung von Ganztagsangeboten geäußert.

Tatsächlich sind die ersten Schritte Richtung Ganztagsschule bereits unternommen worden: „Ein Arbeitskreis, an dem auch die Schulleitungen beteiligt sind, wurde gebildet und hat sich bereits mehrfach getroffen“, berichtete Bürgermeister Wolfgang Rodewald. Wichtige Informationen über das Procedere einer möglichen Antragsstellung habe es bereits seitens der Landesschulbehörde gegeben. Bei den Treffen sei deutlich geworden, dass sehr verschiedene Angebote denkbar seien: die offene Ganztagsschule (nachmittags nur außerschulische Aktivitäten, bei denen die Teilnahme freiwillig ist), die teilgebundene Ganztagsschule (an zwei Tagen in der Woche sind die Schüler zum ganztägigen Unterricht verpflichtet, an den anderen Tagen ist das Angebot freiwillig) sowie die voll gebundene Ganztagsschule, in der die Schüler an mindestens vier Tagen in der Woche verpflichtend an der Ganztagsbetreuung teilnehmen.

Als nächsten Schritt möchte der Arbeitskreis die Ganztagsschule in Sagehorn besuchen. „Wir wollen wissen, wie es bei denen läuft, und hoffen auch auf Tipps, wie wir am besten vorgehen sollen“, berichtete Wolfgang Rodewald. Klar sei, dass so eine Entscheidung gründlich vorbereitet werden müsse, nicht zuletzt durch eine Elternbefragung, die Aufschluss darüber geben soll, wie die Bedarfe eigentlich sind.

Arne Jacobs (CDU): „Aber auch seitens der Grundschulen selbst muss eine Begeisterung für das Thema gegeben sein. Der Schule gegen ihren Willen so ein Konzept überzustülpen, wäre nicht der richtige Weg.“

Reinhild Hunold, Leiterin der Lintler-Geest-Schule, machte den Politikern deutlich, dass für die beiden Grundschulen in der Gemeinde Kirchlinteln ein offenes Angebot am wenigsten in Frage käme, weil sich da am schlechtesten planen ließe. „In einer teilgebundenen Ganztagsschule wäre die Arbeit dagegen ruhiger, weil verlässlicher. Man könnte pädagogisch sinnvoller arbeiten.“

Zu dem geplanten Vorgehen der Gemeinde, erst einmal zu schauen, an welcher der beiden Grundschulen sich ein größerer Bedarf unter den Eltern herauskristallisiert, sagte Hunold: „Im Prinzip muss eine familienfreundliche Gemeinde entweder beide Schulen zu Ganztagsschulen machen oder keine. Alles andere wäre nicht fair den Eltern gegenüber.“

Bernd Maas, SPD, riet dazu, die Meinung der Schulleitungen ernst zu nehmen. „Was wir da planen, darf nicht als alternatives Hortangebot verstanden werden. Eine Ganztagsschule ist ein pädagogisches Konzept, das sich an den Bedürfnissen der Kinder orientieren soll.“

rei

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