Feldtag beim Finka-Betriebspaar

Odeweg: Konventionelle und ökologische Landwirtschaft im Vergleich

Bunter Acker: Für die teilnehmenden Landwirte ist es zum Beispiel interessant, zu erfahren, wie sich der Einsatz von Zwischenfrüchten auf den eigenen Betrieb auswirkt.
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Bunter Acker: Für die teilnehmenden Landwirte ist es zum Beispiel interessant, zu erfahren, wie sich der Einsatz von Zwischenfrüchten auf den eigenen Betrieb auswirkt.

Die Landwirte Gerd Bunke und Jan-Harmen Hesse aus Odeweg bilden eines von vier Finka-Betriebspaaren aus konventioneller und ökologischer Landwirtschaft im Verbandsgebiet Rotenburg-Verden. Das Kompetenzzentrum Ökolandbau Niedersachsen, Netzwerk Ackerbau Niedersachsen, Landvolk Niedersachsen sowie die Westfälische Wilhelms-Universität Münster und Georg-August-Universität Göttingen fungieren als Partner des Projekts, das die Biodiversität von Insekten durch den Verzicht auf chemisch-synthetische Insektizide und Herbizide fördert.

Odeweg – Am Freitag haben das Betriebspaar und weitere Beteiligte bei strömendem Regen im Rahmen eines Feldtages auf den Ackerflächen von Gerd Bunke das Projekt erläutert und dabei auch von ersten Erkenntnissen und Ergebnissen, von Artenlisten und der Ackerbegleitflora berichtet. Flankierend dazu haben Marco Petersen, Vertriebsberater der Deutschen Saatveredelung AG, und Carsten Meyer von der Ingenieurgemeinschaft für Landwirtschaft und Umwelt, unterschiedliche Zwischenfruchtvarianten vorgestellt und deren Wirksamkeit erläutert.

Für die Dauer von fünf Jahren nimmt der konventionell arbeitende Betrieb von Gerd Bunke mit dem ökologischen Betrieb von Jan-Harmen Hesse als Vergleichspartner am Finka-Projekt (Förderung von Insekten im Ackerbau) teil. In der Projektphase kommen auf einer rund drei Hektar großen Teilfläche eines Ackers weder Insektizide noch Herbizide zum Einsatz, während der Einsatz sogenannter Fungizide, Wachstumsregulatoren sowie Düngemittel weiterhin erlaubt und nicht reglementiert ist. Drei weitere Hektar, die wie gewohnt konventionell bewirtschaftet werden, dienen als Vergleichsfläche. So sollen die konventionell wirtschaftenden Betriebe mit ihren ökologisch wirtschaftenden Partnerbetrieben alternative Anbaumethoden erarbeiten, erproben und auswerten.

Gute Erfahrungen mit Zwischenfrüchten

Bei Bunke stand im ersten Projektjahr Wintergerste auf dem Feld, im nächsten Jahr wird es gemäß der Fruchtfolge des Betriebes Silomais sein. „Es wird in Zukunft so kommen, dass weniger gespritzt werden darf“, sagt der Landwirt über seine persönliche Motivation, sich an dem Projekt zu beteiligen. Es sei interessant zu erfahren, wie sich der Einsatz von Zwischenfrüchten auf den eigenen Betrieb auswirkt und bislang habe er überwiegend gute Erfahrungen gemacht. „Es war etwas mehr Unkraut auf der Fläche, was aber noch gut zu händeln war, und der Ertrag war nahezu identisch“, sagt Bunke und dass er bereits gespannt auf die Ergebnisse im kommenden Jahr sei, wenn auf der Versuchsfläche Mais stehe.

Bunkes Betriebspartner Hesse hat auf der Vergleichsfläche Winterweizen angebaut und mit dem sogenannten Striegel zweimal die Beikräuter in Schach gehalten. „Hier kann man die positiven Auswirkungen auf die Artenvielfalt im direkten Vergleich sehen – und dass man auch mit weniger Pflanzenschutzmitteln auskommt“, so Projektcoach Leen Vellenga vom Kompetenzzentrum Ökolandbau Niedersachsen.

Biodiversität erhöhen, Austausch fördern

„Wir wollen aber nicht nur die Biodiversität erhöhen“, erklärt der Projektcoach. Im Projekt gehe es auch um den konstruktiven Austausch der Beteiligten, da neben dem konventionellen Betrieb und dem ökologischen Vergleichsbetrieb auch die jeweiligen Ackerbauberater mit eingebunden seien. „Sie finden während des Projekts, das auf Vergleichs- und Lerneffekte setzt, immer wieder zum Erfahrungsaustausch zusammen“, sagte er. Die Auswirkungen der entsprechend bewirtschafteten Flächen auf das Vorkommen und die Vielfalt der Ackerbegleitflora und von Insekten werden nach Aussage von Vellenga wissenschaftlich untersucht und die im Projekt gewonnenen Erkenntnisse in Fachmedien publiziert und im Internet sowie auf Feldtagen und Informationsveranstaltungen in die Öffentlichkeit getragen werden.

Die Ergebnisse des bis Ende 2025 laufenden Projekts sollten dazu beitragen, den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in der Agrarlandschaft zu reduzieren und die Möglichkeiten geeigneter, insektenfreundlicher Anbaumethoden herausstellen.

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