Jubiläum der Einheitsgemeinde: Planungskreis für Feierlichkeiten wird gegründet

50 Jahre Kirchlinteln: Geburtstagsparty für eine Erfolgsgeschichte

Ein Ortsschild mit der Aufschrift Kirchlinteln
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Benannt nach der größten Ortschaft, wurde die Einheitsgemeinde Kirchlinteln 1972 gegründet. Das war damals nicht unumstritten. Einige Ortschaften wollten lieber ihr eigenes Ding machen.

Die Einheitsgemeinde Kirchlinteln nullt! Gegründet wurde sie vor 50 Jahren und das gehört gefeiert, finden zahlreiche Akteure von Holtum (Geest) bis Otersen, unter ihnen auch der im September zum Bürgermeister gewählte Arne Jacobs. Der war 1972 zwar noch gar nicht geboren, aber er ist davon überzeugt: „Das ist absolut ein Grund zum Feiern.“

Kirchlinteln –Noch im Januar soll ein Planungskreis zusammenkommen und über die Ausgestaltung des Jubiläums diskutieren. Die Idee für die Feier hatte die Kirchlintler CDU.

Im Zuge einer Verwaltungsreform wurden 1972 die 17 bis dahin eigenständigen Gemeinden Armsen, Bendingbostel, Brunsbrock, Heins, Hohenaverbergen, Holtum (Geest), Kirchlinteln, Kreepen, Kükenmoor, Luttum, Neddenaverbergen, Otersen, Schafwinkel, Sehlingen, Stemmen, Weitzmühlen und Wittlohe zur Einheitsgemeinde Kirchlinteln zusammengelegt.

Dörfer sind bis heute sehr selbstbewusst

„Das war nicht unumstritten“, weiß Jacobs. Einige Ortschaften hätten damals wohl zum Beispiel noch schnell eine Kapelle gebaut, damit das Geld „im Dorf“ bleibt und nicht an die Einheitsgemeinde fällt, berichtet Jacobs schmunzelnd. „Die Dörfer hier waren schon immer sehr selbstbewusst. Und das sollen sie unbedingt auch bleiben“, findet der Verwaltungschef.

Die Gemeinde könnte heute ganz anders aussehen, als wir es gewohnt sind. Der Kleinbahnbezirk wollte damals zum Beispiel eigentlich gerne sein eigenes Ding machen. „Das wäre dann eine Gemeinde Averbergen geworden – da hätte dann auch Eitze mit dazu gehört.“ Holtum (Geest), der Heimatort von Jacobs, habe sich damals dagegen lange gemeinsam mit Völkersen nach Langwedel orientieren wollen.

Im Wahlkampf, bei seiner „Tour der Dörfer“, habe Jacobs manchmal das Signal wahrgenommen, dass sich gerade die kleineren Dörfer oft nicht genügend berücksichtigt fühlten. „Ich denke, das Jubiläum wäre eine gute Chance, noch enger zusammenzuwachsen.“

Kirchturmdenken kann sich die Gemeinde nicht erlauben

Mit Blick in die Zukunft der Einheitsgemeinde Kirchlinteln stellt er fest: „Wir dürfen uns Kirchturmdenken künftig noch weniger erlauben. Wir müssen in Dorfregionen denken und da kann das Jubiläum einen wunderbaren Beitrag leisten.“ Und die Verwaltung gehe da gerne vorweg.

Aber keineswegs sollen die Aktivitäten zum runden Geburtstag ausschließlich vonseiten der Gemeinde geplant werden. „Die Verwaltung schlägt vor, einen Planungskreis aus einem zwölfköpfigen Team zu bilden.“ Mit dabei sollen einige Ortsvorsteher sein, Vertreter aus der Politik, die Tourismusbeauftragte Petra Lindhorst-Köster sowie der Bürgermeister selbst. Beteiligen wird sich auch der Ratsvorsitzende Wilhelm Hogrefe, der ganz sicher viel zum Thema wird beitragen können – schließlich hat er selbst vor 50 Jahren an der Vorbereitung der ersten Gemeindewahl mitgewirkt.

Politik, Vereine, Zeitzeugen: Alle sollen mitmachen

Noch im Januar wollen diese Akteure erstmals tagen. „Aber die sollen das nicht alles alleine machen. Wir haben die Gemeinde für die Feierlichkeiten in fünf Dorfregionen aufgeteilt, in jeder soll mindestens eine Aktivität stattfinden.“ Dabei sollen dann auch die örtlichen Vereine mit eingebunden werden, die Feuerwehren und natürlich auch Zeitzeugen. Ob es nun eine „Feierwoche“ geben soll, zentrale Veranstaltungen mit offiziellem Charakter, Ausstellungen – das alles sei noch längst nicht entschieden.

Der beliebte Fotowettbewerb der Gemeinde, so die Überlegungen, solle ebenfalls unter dem Motto „50 Jahre Kirchlinteln“ stehen, auch eine Festschrift zur Geschichte der Einheitsgemeinde soll vielleicht erstellt werden. Die Möglichkeiten, über das ganze Jahr hinweg das Jubiläum immer wieder erlebbar zu machen, seien zahlreich, ist Jacobs überzeugt.

Einheitsgemeinde eine Erfolgseschichte

„Ich finde, dass die Gemeinde Kirchlinteln in den vergangenen 50 Jahren zu einer echten Erfolgsgeschichte zusammengewachsen ist“, sagt der neue Verwaltungschef, der wie übrigens auch der mittlerweile verstorbene allererste Bürgermeister der Einheitsgemeinde, Hermann Norden, aus der Ortschaft Holtum (Geest) kommt. Arne Jacobs glaubt fest daran, dass die 50 Jahre alte kommunale Struktur auch für die Zukunft der richtige Weg ist. „Für mich persönlich war der Erhalt der Einheitsgemeinde eines der Hauptmotive, für das Bürgermeisteramt zu kandidieren.“

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