Theater-AG in der Schule am Lindhoop zeigt sozialkritisches Stück „Infiziert“

Ganz eigene und gelungene Interpretation

Mit eindrucksvollen Szenen fesselten die jungen Schauspieler das Publikum. - Fotos: Niemann

Kirchlinteln - Die Inszenierung wirkt durchaus verstörend: Charaktere mit wenig Menschlichkeit und Empathie terrorisieren die Infizierten, die Wissenden, die noch eine halbwegs intakte (Um-) Welt erlebt haben. Das sozialkritische Theaterstück „Infiziert“ von Peter Haus ist keine leichte Theaterkost – und fesselt die Zuschauer.

Die Menschen leben in naher Zukunft in einer Welt, wie sie wahrlich nicht erstrebenswert ist. Bemerkenswert, dass die Schüler der Theater-AG in der Schule am Lindhoop in Kirchlinteln das Stück selbst ausgewählt und es mit ihren Lehrkräften Werner Triebel und Dirk Stichweh zur Bühnenreife gebracht haben. Bereits die Premiere am Mittwochabend war gut besucht. Eine weitere Aufführung wird heute, ab 19.30 Uhr, im Foyer der Oberschule gezeigt.

Mit „Infiziert“ wird eine düstere Vision vom Ende des 21. Jahrhunderts auf der Bühne zur Realität. „Du hast schon viel mehr Sonne abbekommen, als gut für dich ist!“, wird im ersten Akt der junge Schüler Mats von seiner Mutter gerügt. Am Tag zuvor war Mat ohne Schutz draußen, dabei ist Schutzkleidung und Sonnenbrille in der Welt der Zukunft Pflicht. Aber Mats will sich damit nicht abfinden.

Das Team von „Lindworxx“ kümmerte sich um die Gäste.

Der Junge rebelliert und ist sehr interessiert an den Erzählungen der „Infizierten“, an Mitschülern, die in der Schulgemeinschaft ausgegrenzt werden. Zu ihnen dürfen die anderen keinen nahen Kontakt haben, damit sie sich nicht auch infizieren. Womit? Das weiß Mats zunächst nicht so genau. Doch dann erfährt er, dass die Infizierten diejenigen sind, die die Wahrheit wissen über den Zustand der Welt. Und sie werden auf staatlichem Geheiß unterdrückt, damit die anderen, die Weißen, nichts von der massiven Umweltzerstörung erfahren.

„Infiziert“ ist kein einfaches Stück und es inhaltlich und sprachlich so auf die Bühne zu bringen, ist angesichts des jugendlichen Alters der Darsteller wirklich bemerkenswert.

Die über 20 Schüler unter der Leitung von Triebel und Stichweh haben es auf ganz eigene Weise interpretiert und gestaltet. Immer wieder wird die Begeisterung der Laienschauspieler für das Theater und für das Thema des Stücks deutlich, wenn sie etwa mit Zynismus und Sarkasmus die Doppelbödigkeit der menschlichen Charaktere bloßlegen, sodass man als Zuschauer mehr und mehr von den niedrigen Beweggründen erfährt.

Der Applaus am Ende der gelungenen Premierenaufführung galt neben den jungen Schauspielern auch den Regisseuren und den vielen Helfern vor und hinter den Kulissen.

Lindhoop-Schüler präsentieren "Infiziert"

Die Abteilungen der Schülerfirma Lindworx hatten zudem zwei Verkaufsstände aufgebaut, um die Besucher mit selbst hergestellten Produkten zu versorgen. Auch das kam gut an. - nie

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