Ganz besondere Ansichten

Henry Coles zeigt Bleistiftzeichnungen und Acrylbilder

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Der junge Maler Henry Coles stellt seine Kunstwerke im Müllerhaus Brunsbrock aus. 

Brunsbrock - Seit 20 Jahren gibt es Ausstellungen im Müllerhaus in Brunsbrock, dieses Jahr ist einer der Künstler, Henry Coles, nur ein Jahr älter: Mit 21 Jahren bereits eine eigene Ausstellung zu machen, die zweite wohlgemerkt, das schaffen nicht viele junge Künstler.

Nicht nur den Altersdurchschnitt bei den ausstellenden Künstlern im Müllerhaus schiebt Henry Coles weit nach unten, auch das Publikum war im Schnitt deutlich jünger als sonst. Dementsprechend schwungvoll war, kurz und bündig, die Einführung von Michael Rudek, der für den Kulturkreis Linteler Geest die Begrüßung machte.

Neue Facetten bei jedem Blick

Henry Coles Bilder sprächen für sich, der Betrachter muss sich einfach auf sie einlassen. „So eine Einzelausstellung macht sich in einer Künstlervita sehr gut, 40 bis 50 Bilder braucht man dafür“, erklärte Rudek den Besuchern. „Das Müllerhaus ist nicht so klangvoll wie New York“, – „kommt noch“, warf Bernd Schwiedrizik schmunzelnd ein – „aber die meisten Künstler haben mit 20 Jahren noch nicht einmal mit ihrer Karriere angefangen“, fuhr Rudek fort. Che Guevaras Gesicht erkenne man problemlos, dazu finden sich Portraits von Clint Eastwood und Goethe.

Unverkennbar: Clint Eastwood.

Michael Rudek zeigte sich erkennbar stolz auf seinen früheren Schüler, im Gespräch wurde es ganz deutlich: „Der Einfallsreichtum von Henry ist beeindruckend“, erläuterte Rudek. In jedem Bild seien immer wieder neue Details zu entdecken, bei jedem Vorbeigehen überrasche den Betrachter eine zusätzliche, bisher übersehene Facette.

Henry Coles hielt seine Rede ebenfalls sehr knapp: „Malt was ins Gästebuch und Ihr könnt auch gerne was kaufen“, fordert er salopp die vielen jungen Besucher auf, sich ungezwungen im Müllerhaus umzusehen. Seine Preise sind mehr als günstig, ab 35 Euro bekommt der Besucher Bleistiftzeichnungen und Acrylbilder von ausgesprochen hoher Qualität.

Ein Geschenk von Oma hat das Interesse für die Kunst geweckt

Im Gespräch erzählte Henry Coles dann etwas mehr über den Beginn seiner Entwicklung. Seitdem er als Zweijähriger einen Pinsel von seiner Großmutter bekommen habe, habe er begonnen, zu malen, gefördert von der Familie. „Ich habe mit Bleistiften angefangen, Zeichenpapier war immer da. Irgendwann dann kam Acrylmalerei. Das trocknet aber sehr schnell und ich kann nicht so viel entwickeln. So fand ich dann zur Ölmalerei. Die Farben trocknen viel langsamer, ich kann damit so arbeiten, wie ich möchte.“

Zwischendurch, verrät Coles, habe es mal ein Jahr Pause gegeben, aber dann habe er wieder angefangen. In der Galerie „Art und Elan“ in Verden hat er gelernt, Portraits zu malen:. „Nur das was ist, zu malen, nicht das, was man glaubt zu sehen“, erklärte er. Die Augen seien das Fenster zur Seele. „Aber um das Gesicht so zu malen wie es ist, musste ich in Verden ein Foto nehmen und es über Kopf legen, um es zu malen. So habe ich nur dargestellt, was da ist und nichts hinzugefügt. Dabei habe ich gelernt, dass man entfremden muss, um genau zu sein.“ Portraits und Gesichter sagen viel über die Menschen, und daher male er diese am Liebsten.

Noch reicht es für Henry Cole nicht, um von seiner Kunst zu leben

„Me, myself and I“, sein Selbstportrait, zeigt einen jungen Mann, der über viel Handwerkskunst und Talent verfügt. Zurzeit arbeitet der junge Kirchlintelner bei einem Zimmereibetrieb. „Ich bin kein Stadtmensch“, gibt Henry Coles zu. Bis er von seiner Kunst leben kann, wird es noch ein bisschen dauern. Wer allerdings die Vielfalt seiner Arbeiten sieht und die witzige und intelligente Denkart dahinter erkennt, wird ihm gerne schon jetzt seine Frühwerke abkaufen.

Das Müllerhaus berge so viele Möglichkeiten, ließ Michael Rudek mit einem Augenzwinkern das junge Publikum nebenbei wissen. „Hier kann man nicht nur Kunst sehen und Konzerte erleben, hier gibt’s auch Tagungen, wunderbaren Kuchen und Hochzeiten.“ Ein fröhlicher kleiner Wink mit dem Zaunpfahl.

cc

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