Neuer Anbieter für Essen in Schule und Kindergarten gesucht

Frisch gekocht und zum selben Preis auf den Tisch

Kirchlinteln - Wenn es zur Mittagspause an der Schule am Lindhoop in Kirchlinteln klingelt oder in den Kindergärten die Jüngsten am Tisch Platz nehmen, gibt es eine frisch zubereitete Mahlzeit. Bislang jedenfalls.

Das Landhaus Badenhoop, zuständig für den Service, schließt, und nun muss die Gemeinde nach einer neuen Lösung suchen. Die wichtigste Botschaft im Ausschuss für Jugend, Frauen, Sport und Soziales am Mittwochabend: „Der Preis für das Essen pro Kind soll, wie bisher, mit 3,30 Euro stabil bleiben.“ Da waren sich Verwaltung und Ausschussmitglieder einig.

Noch unklar ist, wer das Essen federführend zubereiten wird. In ihrer Vorlage hatte die Verwaltung zunächst den Vorschlag entwickelt, mit Ausstieg von Badenhoop spätestens zum 31. Juli 2017 selbst als Arbeitgeber der bisher vier Köchinnen einzuspringen. Zwei Frauen sind in der Mensa in der Schule am Lindhoop angestellt, jeweils eine in den Kitas in Kirchlinteln und Luttum.

Bürgermeister Wolfgang Rodewald machte allerdings aus betriebswirtschaftlichen Gründen keinerlei Hehl daraus, dass auch ein Fremdanbieter diese Aufgabe übernehmen könnte. 18 Unternehmen hatte er angeschrieben, zwei Interessenten haben sich bei der Gemeinde gemeldet.

Ein erster Anbieter legte eine Kalkulation vor, nach der er, frisch gekocht und zubereitet, pro Essen 4,28 Euro in Rechnung stellen würde. Alternativ, so der gleiche Anbieter, sei er dazu bereit, für einen Preis von 3 bis 3,50 Euro abgepacktes Essen („Cook&Hold“) zu liefern. Die

Abgepackt wird es billiger

Ausgabe der Mahlzeiten müsste dann die Gemeinde organisieren, ebenso Abräumen und Abspülen. Ein weiterer Unternehmer signalisierte ebenfalls Bereitschaft, das Personal zu übernehmen und vor Ort zu kochen. Einen zuverlässigen Preis vermochten die Verantwortlichen allerdings nicht zu nennen. „Noch etwas nebulös“, formulierte Rodewald. Offen ist bei beiden Anbietern auch noch die Frage, wie es mit dem Kiosk an der Schule am Lindhoop weitergeht. Da äußern sich die Bewerber eher zurückhaltend. „Ich möchte gerne, dass er weiter betrieben wird. Insbesondere am Freitag läuft das sehr gut“, hat Rodewald beobachtet.

Eher mäßig ist hingegen die Resonanz auf das Mittagessen. Lediglich 50 Anmeldungen pro Tag weist die Statistik aus. Allerdings nicht ungewöhnlich: „Nur zehn Prozent, eher noch weniger, der Kinder und Jugendlichen essen in der Schule. Das ist an anderen Standorten ähnlich“, wusste Marlies Meyer von der Verwaltung. Da gebe es Handlungsbedarf. „Wir denken über ein verpflichtendes Mittagessen, wie an anderen Schulen durchaus üblich, nach. Voraussetzung wäre allerdings ein Gespräch mit den Eltern“, so Rodewald. „Wir haben die teure Küche und sollten sie entsprechend nutzen“, äußerte Ausschussmitglied Bernd Maas (SPD). Abgepackt und aufgewärmt komme da nicht in Frage. „Frisch muss es sein“, forderte auch Torsten Blanke (CDU).

Gute Esser sitzen in den Kindergärten. Christina Schwecke-Ernst, Leiterin der Kita Unter den Buchen, sprach von verlässlichen Abnehmern. „Wir haben sehr engagierte Köchinnen und immer mehr Kinder, die bei uns essen“, berichtete sie. Aus den Reihen der Eltern, im Sitzungssaal des Rathauses zahlreich vertreten, gab es dafür Zustimmung: „Essen, vor Ort gekocht, daran liegt uns sehr viel“, betonte eine Mutter. Allerdings sei es wichtig, den derzeitigen Preis zu halten, denn die Gebühren liegen bereits vergleichsweise hoch.

Kämmerer Frank Weiberg stimmte dem zwar zu, warnte aber vor zusätzlichen Belastungen für den bereits arg strapazierten Haushalt. „Wir sind in der Haushaltssicherung. Die Übernahme weiterer freiwilliger Aufgaben ist schwierig. Alles, was ein Unternehmen machen kann, soll es machen. Wir sind zwar für Qualität verantwortlich, es muss aber auch wirtschaftlich sein.“

Bürgermeister Rodewald nahm den allseits befürworteten Auftrag aus dem Ausschuss mit, noch einmal mit den beiden Interessenten über Preise und Rahmenbedingungen zu verhandeln. „3,30 Euro müssen reichen“, so Rodewalds Ziel. „Wenn es nicht anders möglich ist, übernehmen wir die Küchen und alles bleibt wie es ist.“

Bis zur nächsten Ausschusssitzung im November soll eine entsprechende Vorlage geschrieben sein, von wem was für wieviel auf den Tisch kommt.

mw

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