Friedel Dreyer (92) tritt im Jahr 1940 in die Armsener Feuerwehr ein

Gründungsmitglied dabei

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Vor der Feier legten Feuerwehrleute einen Kranz am Ehrenmal nieder, rechts Ortsbrandmeister Heinrich Hellwinkel.

Armsen - Friedel Dreyer, gebürtiger Armsener, war einer von 32 Bürgern des Ortes, die bei der Gründungsversammlung am 9. November 1940 in die Freiwillige Feuerwehr eintraten. Am Freitagabend kam der 92-Jährige, der inzwischen schon viele Jahre in Altenwahlingen lebt, als Ehrengast zum Kommers zum 75-jährigen Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr Armsen.

Gründungsmitglied Friedel Dreyer.

Er war 17 Jahre alt, als er sich für den Dienst in der Feuerwehr entschied. „Aber schon bald musste ich zum Reichsarbeitsdienst und später in die Wehrmacht, erst 1948 kam ich aus der Gefangenschaft nach Armsen zurück“, erinnerte sich der rüstige Senior. In der Armsener Feuerwehr sei da kein Platz mehr gewesen. Später trat er in seiner neuen Heimat in die Feuerwehr ein. Noch gut erinnerte sich Dreyer an den einzigen Brand, den er in der Armsner Feuerwehr erlebte. „Mit dem Fahrrad ging es in Richtung Goldborn in der Nähe von Kükenmoor, wo wir zu einem Löscheinsatz bei einem Waldbrand alarmiert worden waren.“

Begonnen hatte die Feier zum 75. Geburtstag der Feuerwehr Armsen mit einem kurzen Gang zur Kranzniederlegung am Ehrenmal. Hier marschierte der 92-Jährige mit weiteren Ehrengästen an der Spitze des Zuges.

Im Dorfgemeinschaftshaus begrüßte Ortsbrandmeister Heinrich Hellwinkel die Gäste und ließ in einer kleinen Zeitreise die Geschichte der Feuerwehr Revue passieren. Im November 1940 sei die bestehende Pflichtfeuerwehr in die Freiwillige Feuerwehr umgewandelt worden, so Hellwinkel. Da zum Ende des Krieges viele Männer an der Front waren, habe damals für einige Zeit auch eine Frauengruppe in der Feuerwehr bestanden.

Als weitere herausragende Ereignisse nannte Hellwinkel die Gründung der Jugendfeuerwehr im Jahr 2000 und das Seifenkistenrennen der Kreisjugendfeuerwehr, das die Armsener zwei Mal ausrichten durften. Außerdem nannte Hellwinkel noch den Bau des Dorfgemeinschaftshauses.

Der Ortsvorsteher und Vorsitzende des Feuerschutzausschusses der Gemeinde, Friedel Koch, ergänzte die Zeitreise mit weiteren Daten und betonte das ehrenamtliche Engagement der Feuerwehrleute, rund um die Uhr zum Schutz der Bevölkerung da zu sein. Für die Kommune sei es eine Pflichtaufgabe, die notwendigen Mittel in die Haushalte einzustellen.

In seinem Grußwort hob Landrat Peter Bohlmann ebenfalls das bürgerschaftliche Engagement und die Bereitschaft hervor, in Not und Gefahr freiwillig anderen Menschen zu helfen. Seitens der Gemeinde sprach Werner Kunath in Vertretung des Bürgermeisters den Dank und die Wertschätzung für die geleistete Arbeit aus. Jutta Bönsch überbrachte als Armsener Kirchenvorsteherin die Grüße der Kirchen- gemeinde und sprach von tatkräftiger Nächstenliebe der Feuerwehrleute, die jederzeit bereit seien, zu schützen und zu retten.

Der stellvertretende Kreisbrandmeister Olaf Dykau erinnerte daran, dass sich der Aufgabenbereich der Feuerwehren wesentlich erweitert habe. Um stets den steigenden Anforderungen gerecht zu werden, sei eine stetige Aus- und Weiterbildung erforderlich. Das technische Gerät, wie die Einsatzfahrzeuge, sollte schon dem neuestem Stand entsprechen. Gemeindebrandmeister Holger Müller hob schließlich den Dienst am Nächsten hervor, der in einer stetigen Einsatzbereitschaft von den Feuerwehrleuten geleistet werde. Da das Gefahrenpotenzial auch in Zukunft nicht abnehme, seien in der Gemeinde die 13 Feuerwehren zwingend notwendig.

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