Gänsehaut unter Linden 

Freies Singen begeistert im Lintler Krug

Für die richtige Begleitung sorgen (v. l.) Rolf Sievert, Iris Gohde und Ulla Siebert. - Fotos: Röttjer

Kirchlinteln - „Singe, wem Gesang gegeben“, diese Aufforderung, die der Dichter Ludwig Uhland bereits 1812 in seinem Tagebuch notierte, fand später in einem Volkslied seinen Platz. Dieser Satz kann wohl als Motto dafür stehen, dass sich junge und ältere Menschen bereits zum dritten Mal unter dem Motto „Singen unter Linden“ im Lintler Krug trafen.

„Diese große Resonanz mitten in den Sommerferien ist für uns doch überraschend“, freut sich Klaus Merkle, einer der Initiatoren dieses freien Singens, über das Interesse von fast 70 Sängerinnen und Sängern. Darunter sind absolute Neueinsteiger, aber auch Aktive aus verschiedenen Chören. Alle wollen sie in lockerer Atmosphäre einfache Lieder und Oldies singen, die gute Laune verbreiten.

In Sachen Chorgesang ist der Verdener Günter Ampf eigentlich ausgelastet, er leitet den Shantychor Verden und ist aktiv im Verdener Männerchor: „Aber das passt noch in meinen Zeitplan“, sagt Ampf. Er freue sich auf den gemeinsamen Gesang von Liedern, die gute Laune vermitteln, und genieße das lockere Flair, erzählt er. Ihm kommt entgegen, dass das Treffen im Krug frei von einer Vereinsbindung ist.

Auch Bruno Mösch ist mit seiner Frau diesmal wieder dabei. Der Malermeister aus Verden war viele Jahre im Verdener Männerchor aktiv und ist dort seit Jahren förderndes Mitglied, aktiv singt er in einem Dörverdener Chor. Ihm gefällt die Lockerheit dieses musikalischen Abends und dass er mit seiner Frau gemeinsam singen kann. Für das Ehepaar ist entscheidend, dass dieses Treffen nur alle vier Wochen stattfindet.

Zwanglos aber stimmgewaltig: Die Sängerinnen und Sänger aus Kirchlinteln und Umgebung können sich wirklich hören lassen.

„Wir wollten unserer ältesten in Hannover wohnenden Enkeltochter zeigen, wie Kultur auf dem Land aussieht“, erläutert der Luttumer Harald Kaminski. Im musischen Bereich ist der Rentner in der Verdener Zionsgemeinde aktiv, freut sich aber immer auch auf den Kirchlintler Abend, der diesmal nach der Begrüßung durch Bernie Heller vom Kulturförderverein sowie Mitorganisator Klaus Merkle mit dem Lied „Ein schöner Tag …“ beginnt. Heinz Lehnert moderiert den Abend und ist außerdem als Solist zu hören. In seiner Moderation sorgt er mit flotten Sprüchen für Lacher. Iris Gohde koordiniert gekonnt die musikalische Begleitung.

Die lockere Atmosphäre im Krug inspiriert den ein oder anderen Teilnehmer zu besonderen Einsätzen. So begeistert der Brunsbrocker Rolf Sievert mit seiner Solo-Version des Hamburger Liedes „An de Eck steiht een Jung mit nen Tüddelband“. Auch der spontane und nicht abgesprochene Chorleitereinsatz von Günter Ampf bei einem Kanon ist spitze und kommt bei den wirklich großartig singenden Aktiven gut an.

Die überraschende Stimmgewalt von diesem „Chor für einen Abend“ verursache bei vielen Teilnehmern regelmäßig eine Gänsehaut, berichtet Klaus Merkle. „Ich hatte das Gefühl, als sänge im Krug ein Riesen-Chor, wie sie Gotthilf Fischer immer zusammenbrachte“, schildert er nach der Veranstaltung seine Eindrücke. Ihm und Bernie Heller seien viel Lob und Anerkennung ausgesprochen worden, „und das Versprechen, beim nächsten Singen am 14. August wieder dabei zu sein.“

Geplant sind Termine bisher bis zum Oktober. „Wenn der große Zuspruch weiterhin so anhält, werden wir überlegen, ob auch in den Herbst- und Wintermonaten gesungen wird“, so Merkle abschließend. - rö

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