Projekttag am Lindhoop: „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“

Flüchtlingskinder zu Gast

Schöne Stunden verbrachten die jüngsten Flüchtlingskinder mit einigen Zehntklässlern. Sie schauten sich Bilderbücher an. Dabei lernten die Kleinen nebenbei ein paar neue Vokabeln. - Foto: Raczkowski

Kirchlinteln - „Mein Name ist Beheshte. Ich bin acht“, sagt das Mädchen mit fester Stimme. Eileen und Christina staunten nicht schlecht über die Deutschkenntnisse der kleinen Syrerin. Die beiden 16-jährigen Lindhop-Schülerinnen haben Beheshte heute kennengelernt, einen Vormittag mit dem Mädchen und vielen anderen syrischen Flüchtlingskindern verbracht und ihnen vorgelesen. Außerdem standen Fußballspiele, Filmvorführungen und mehr auf dem Programm. Heute war Projekttag in der „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ .

Fachbereichsleiter Eike Behrens hatte den Tag gemeinsam mit vier weiteren Lehrkräften organisiert. „Alle Schüler beteiligen sich heute. Auf welche Weise sie sich dem Thema annähern – das haben die jeweiligen Klassenleitungen entschieden. Denn die wissen schließlich am besten, was die Schüler gerade beschäftigt und berührt.“ Künftig soll diese Veranstaltung regelmäßig am letzten Schultag vor den Osterferien stattfinden.

Eine Gruppe nahm teil an einem Workshop mit dem Thema „Rechtsextremistische Kleidung, Codes und Symbole“ im Ostkurvensaal des Weserstadions in Bremen. Dieses Angebot hatte es bereits im vergangenen Jahr gegeben und es war sehr gut angekommen.

In der 5b beschäftigten sich die Schüler mit verschiedenen Ländern und erstellten Collagen, die sie den anderen Schülern am Ende stolz präsentierten. Andere befassten sich mit dem Thema Nationalsozialismus, nahmen teil an einem Workshop zum Thema Zivilcourage oder gingen der Frage nach: „Was ist eigentlich typisch deutsch?“

Einige Zehntklässler vertieften sich ins Grundgesetz und stellten aus ihren Erkenntnissen ein 14 mal zwei Meter großes Transparent her. Filmvorführungen sowie ein Projekt zum Thema Inklusion rundeten den gelungenen Tag ab.

„Es gibt sehr viele verschiedene Ansätze, wie man das Thema angehen kann“, so Eike Behrens. Klar sei gewesen, dass auch die aktuelle Flüchtlingssituation unbedingt aufgegriffen werden sollte. Behrens; „Gemeinsam mit unserer Sprachlernklasse, in der Flüchtlingskinder aus Syrien, Afghanistan und dem Irak Deutsch lernen, haben wir uns Gedanken gemacht.“ Lehrerin Karin Loos: „Wir wollten da nicht theoretisch rangehen, sondern ganz praktisch etwas für diese Menschen tun.“

Und so wurde kurzerhand entschieden, syrische Flüchtlingskinder aus den Sammelunterkünften in Verden in die Schule einzuladen und ihnen einen schönen Tag zu bereiten. Und so wurden gemeinsam Muffins gebacken oder lustige Spiele in der Turnhalle veranstaltet.

Einige Zehntklässlerinnen nahmen die Allerjüngsten einige Stunden in ihre Obhut, suchten sich einen ruhigen Platz und schauten sich mit ihnen Bilderbücher an. „Beheshte versteht schon ziemlich viel“, sagt Christina. „Sie kennt viele Worte und kann auch schon ihre Körperteile benennen.“ Anderen fiel das noch nicht so leicht, aber alle hatten sichtlich Freude an der Aufmerksamkeit, die ihnen die Schülerinnen schenkten.

Den Abschluss fand der Projekttag in der Mensa, wo die Schüler gemeinsam mit ihren syrischen Besuchern zu Mittag aßen. rei

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