Kirchlinteln bietet dem Landkreis Grundstücke zur Errichtung von Schlichtwohnbauten an

Flüchtlinge: Gemeinde will vorbereitet sein

Ob überhaupt eines der Grundstücke für Schlichtwohnbauten genutzt werden wird, ist unklar. Dass die Entscheidung auf den Bolzplatz fällt, ist aber wohl eher unwahrscheinlich. Die Verwaltung hält die Fläche am Bauhof für sinnvoller. - Foto: Merkle

Kirchlinteln - Der Gemeinderat hat bei seiner jüngsten Sitzung am Montagabend im Dörpshus in Sehlingen die Möglichkeit geschaffen, Baumaßnahmen der Abwasserkanalisation zum Anschluss von Schlichtwohnbauten vorzunehmen. Die Ratsmitglieder beschlossen entsprechende Mehrausgaben.

Zum Hintergrund: Die Gemeinde möchte vorbereitet sein, wenn die Flüchtlingszahlen wieder steigen. „Bisher haben wir vermeiden können, dass unsere Turnhallen vom Landkreis in Anspruch genommen werden“, so Bürgermeister Wolfgang Rodewald. Damit das auch so bleibt, will die Gemeinde dem Landkreis Grundstücke in Kirchlinteln für die Errichtung von Schlichtwohnbauten – Hallen mit kleinen, einfachen Wohneinheiten – verpachten, damit dieser dort Flüchtlinge unterbringen kann. Zum einen ist das die Fläche neben dem Bauhof und der Kita an der Straße „Am Bauhof“, zum anderen geht es um einen Teil des Schulgrundstücks im Bereich des Bolzplatzes an der Straße „Zum Lindhoop“.

Die bisher nicht eingeplanten zusätzlich benötigten Mittel in Höhe von insgesamt 50 000 Euro für die Kanalanschlüsse waren daher überplanmäßig bereitzustellen. Laut Beschlussvorlage wird angestrebt, vertraglich zu regeln, dass die Kosten für die herzustellenden Versorgungsanschlüsse (Strom, Gas, Wasser) vom Investor getragen werden.

Bürgermeister Wolfgang Rodewald legte Wert darauf, zu betonen, dass noch überhaupt nicht klar sei, ob der Landkreis dieses Angebot in Anspruch nimmt. „Derzeit kann niemand einschätzen, wie sich die Flüchtlingssituation entwickelt. Wir bleiben eng in Kontakt mit dem Landkreis.“ Richard Eckermann, Fraktionsvorsitzender der SPD, stimmte zu: „Mit Blick auf die Situation in Griechenland vermag derzeit niemand eine Prognose abzugeben. Aber es ist auf jeden Fall richtig, dass wir aktiv werden und Standorte anbieten.“ Und es sei ebenso richtig, dass diese Standorte in der größten Ortschaft der Gemeinde liegen, wo es geeignete Infrastrukturen gebe. - rei

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