Familie Norden setzt sich für Schwalben ein / Der Nabu bedankt sich

Das Glück fliegt in Specken

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Geflügelter Glücksbringer: Für viele sind Schwalben das erste Zeichen des Sommers.

Specken - Schwalben gelten als Glücksbringer. Wenn es danach geht, müsste Familie Norden aus Specken sehr, sehr glücklich sein. Zahlreiche Schwalbennester zieren die Wohn- und landwirtschaftlichen Gebäude des idyllischen Hof-Ensembles, überall in der Luft ziehen die eleganten Flugkünstler ihre Bahnen. Für ihr Engagement für diese gefährdete Vogelart bekam die Familie jetzt ein großes Dankeschön vom Nabu Kirchlinteln.

Noch kennt sie jeder, die geflügelten Glücksbringer, die das Ende des Winters verkünden. Jahrhunderte lang gehörten sie ganz selbstverständlich auf jeden Bauernhof. „Doch sie werden immer weniger“, weiß Gustav Schindler vom Nabu Kirchlinteln. „Schwalben sind sogenannte Kulturfolger“, erklärt der Naturschützer. „Sie haben sich an eine vom Menschen geprägte Umgebung angepasst.“ Der Grund für den Rückgang liege vor allem in der Beeinträchtigung der Lebensräume. „Versiegelung von Feldwegen, Höfen und Dorfplätzen, Umwandlung von Grünland in intensiv genutzte Äcker, Einsatz von Insektiziden sowie moderne Fassadenbauweisen und Hygienevorschriften der intensiven Landwirtschaft machen den Mehl- und Rauchschwalben zu schaffen: Sie finden oftmals keinen lehmigen Boden zum Bau ihrer Nester mehr oder können diese an den glatten Fassaden nicht befestigen. Oder sind sogar der Nachstellung durch den Menschen ausgesetzt, weil Hausbesitzer die Nester nicht dulden und abschlagen“, so Schindler.

„Umso erfreulicher, dass es Menschen wie die Familie Norden gibt.“ Die Speckener fühlen sich durch die Vögel auf ihrem Hof keineswegs gestört, im Gegenteil: „Wenn ich die erste Schwalbe im Jahr sehe, dann weiß ich, der Winter ist vorbei“, sagt Gabriele Norden. Auch ihr Mann Hans freue sich darüber, dass die Schwalben jedes Jahr in großer Zahl zurückkehren.

Und nicht nur sie fühlen sich auf dem weitläufigen Gelände im idyllischen Specken heimisch. „Es gibt hier auch Feldermäuse, einen Eisvogel, einen Pirol, Neuntöter und den Weißstorch“, so Mike Norden, der Junior der Familie, der ebenso wie sein Vater Jäger ist. „Als Jäger sind wir immer auch dem Naturschutz verpflichtet“, sagt er. „Deswegen haben wir, in Zusammenarbeit mit dem Landkreis, hier in Specken auch Biotope angelegt.“ Und auch, wenn Gabriele Norden Blumen pflanzt, tut sie das mit Bedacht und achtet darauf, Sorten zu wählen, die Insekten anlocken, damit die Vögel Nahrung haben.

Jüngst hat Gabriele Norden dem Nabu außerdem 300 Euro gespendet, um damit das Projekt „Schwalben willkommen“ zu unterstützen. Das Geld sei sinnvoll angelegt, findet Gustav Schindler, der hofft, dass viele Hofbesitzer dem Vorbild der Familie Norden folgen. Für sie hat er Tipps parat: „Weil an den modernen Fassaden die Nester der Schwalben oft nicht gut haften, können als Nestgrundlage Brettchen angebracht werden, die mit einem Kaninchendraht überzogen sind. Manchmal reicht auch schon ein 10 bis 15 Zentimeter breiter Rauputzstreifen unter dem Dachvorsprung.“ Auch könnten Hofbesitzer den Schwalben Kunstnester anbieten. Neun davon hat Schindler jetzt der Familie Norden mitgebracht – auch diese sollen in Kürze aufgehängt werden, in der Hoffnung, dass noch weitere Glücksbringer in Specken einziehen werden.

rei

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