Bauauschuss empfiehlt dreifache Anlagenhöhe als Mindestabstand / Nabu unzufrieden mit Gutachten

F-Plan für Windpark Kreepen-Brammer kommt

Der Windpark bei Kreepen-Sehlingen würde aus zwei Teilgebieten, einem östlichen und einem westlichen, bestehen. Plan: LGLN

Luttum - Neue Windenergieanlagen lösen fast immer intensive Diskussionen im Vorfeld aus. Fragen nach Abständen und Anlagenhöhen, sowie die Anzahl der Windräder stehen dabei im Fokus. Nun hat der Ausschuss für Gemeindeentwicklung und Bauen der Gemeinde Kirchlinteln eine Empfehlung für einen neuen Flächennutzungsplan des Windvorranggebietes bei Kreepen-Sehlingen bei einer Gegenstimme beschlossen.

Darin sind explizit Regelungen des Abstands zur Wohnbebauung in Bezug auf die Anlagenhöhe enthalten. Die dreifache Anlagenhöhe soll der Mindestabstand zur dichtesten Wohnbebauung sein, auch zu Einzelgebäuden. Diese Regelung werde nach Auskunft der Experten von der Planungsgruppe Nord (PGN) aus Rotenburg als rechtssicher angesehen, da sie keine Verhinderungsplanung seitens der Gemeinde darstelle.

Außerdem stellte die PGN die zahlreichen Anregungen der Behörden und sonstiger Träger öffentlicher Belange vor. So wären mehrere Umstände in dem geplanten Vorranggebiet zu berücksichtigen. Ein 25 Meter breiter Schutzstreifen durchschneide das Gebiet wegen einer Richtfunkstrecke, eine Erdgasdruckleitung verlaufe ebenfalls durch den Bereich und zwei Bohrungen im Zusammenhang mit der Erdgasförderung seien dort anzufinden. Die Kampfmittelbelastung solle anhand von Luftaufnahmen geklärt werden. Der Landkreis Verden forderte, dass der Ausgleichsbedarf für den Eingriff in die Natur und das Landschaftsbild schon jetzt ermittelt werden solle. Dies sei allerdings laut PGN schwierig, weil die genaue Anzahl der Anlagen noch unklar sei.

Grünes Licht vom Landkreis gab es für die Abstandsregelung von 50 Metern (statt 100 Metern) zu den beiden kleinen Waldstücken mit jeweils weniger als zwei Hektar Fläche. Ein Schwarzstorchvorkommen im Waldbestand bei Odeweg sei nicht nachgewiesen worden. Jedoch bemängelte der Nabu die Durchführung und Auswertung von Kartierungen der Brutvögel im östlichen Teilgebiet. Aus artenschutzrechtlicher Sicht hält der Nabu diese Fläche generell als ungeeignet für die Entwicklung von Windenergie. Daher forderten die Naturschützer unter anderem, den Mindestabstand von 100 Metern zu allen Wäldern einzuhalten. Der Nabu verlangte zusätzliche avifaunistische Überprüfungen, ob der Habicht, die besonders geschützte Waldschnepfe oder Fledermäuse vorkämen.

Wegen der Luftverteidigungsradaranlage in Visselhövede behält sich die Bundeswehr eine Einzelfallprüfung für jede Windanlage vor, was bestimmte Anlagen in diesem Bereich wieder zum Fall bringen könnte, wie bei den bereits gestoppten Planungen für den Windpark bei Wittorf.

Weitere Einwender aus der Öffentlichkeit gaben zu bedenken, dass große Mengen an Getriebeöl in den Anlagen des Herstellers Vestas eine Umweltgefahr bei Störfällen bedeuten würden. Deswegen wurden zum einen Anlagen mit weniger Gefahrenpotenzial gefordert und die Gemeinde solle zum anderen geeignete Auflagen schaffen, um bei Störfällen Umweltbelastungen vorzubeugen.

Im weiteren Verlauf diskutierte der Ausschuss, welche Folgen ein Kippen des Raumordnungsprogrammes (RROP) vor dem Oberverwaltungsgericht für dieses Gebiet hätte. Der Grüne Ratsherr Frank-Peter Seemann wollte deswegen die Beschlussempfehlung sogar vertagen. „Selbst wenn das RROP kippt, ist unser F-Plan weiter anwendbar“, sagte Ausschussvorsitzender Wolfgang Ritz (CDU) und plädierte für eine zügige Gültigkeit des F-Plans. Sonst könne einfach ein Bauantrag für eine Windenergieanlage gestellt werden, und der Einfluss der Gemeinde bei einem fehlenden RROP wäre gering.

Rodewald informierte, dass die Abstandsregelung keine Grundsatzentscheidung für die Gemeinde sei. „Ich kann mir aber sehr gut vorstellen, dass die dreifache Anlagenhöhe als Mindestabstand auch in Weitzmühlen zu Anwendung kommt“, so Rodewald.  lee

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Letzte Rettungsversuche für gestrandete Wale in Australien

Letzte Rettungsversuche für gestrandete Wale in Australien

Das etwas andere St. Petersburg erleben

Das etwas andere St. Petersburg erleben

Lebensmittel aus dem Netz

Lebensmittel aus dem Netz

Im legendären 100er-Bus durch die Hauptstadt

Im legendären 100er-Bus durch die Hauptstadt

Meistgelesene Artikel

„Die Leute kommen her, um zu schnacken“

„Die Leute kommen her, um zu schnacken“

„Die Leute kommen her, um zu schnacken“
Zu viel Schweine für den Langwedeler Ortsrat

Zu viel Schweine für den Langwedeler Ortsrat

Zu viel Schweine für den Langwedeler Ortsrat
Schulbusbeförderung in Thedinghausen: Probleme, Pannen und ausgesetzte Grundschüler

Schulbusbeförderung in Thedinghausen: Probleme, Pannen und ausgesetzte Grundschüler

Schulbusbeförderung in Thedinghausen: Probleme, Pannen und ausgesetzte Grundschüler

Kommentare