Erste Präsentation ergibt: Auf die Gemeinde kommen nennenswerte Kosten zu

Vorfreude auf den Bahnhalt mit „Schluckbeschwerden“

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Nach der ersten Präsentation scheint klar: Es gibt nur einen guten Ort für den neuen Bahnhalt in Kirchlinteln. Und das wäre im Bereich des Übergangs Kreepener Straße, auf östlicher, der Ortschaft zugewandten Seite der Gleise.

Kirchlinteln - Dass ein neuer Bahnhalt viele Vorteile für Kirchlinteln bieten würde, liegt auf der Hand. Deswegen hat dieses Projekt fast ausschließlich Befürworter. Einer von ihnen ist der Bürgermeister. Und doch musste Wolfgang Rodewald bei der jüngsten Sitzung des Bau- und Planungsausschusses zugeben: „Als ich die ersten Zahlen sah, bekam ich Schluckbeschwerden“. Denn einen Teil der Baukosten, die insgesamt sicher mehr als eine Million Euro betragen werden, müsste die Gemeinde selbst aufbringen, das wurde bei einer Präsentation des Planungsbüros „Bahnstadt“ im Lintler Krug klar.

Wie berichtet, hatte die Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG) im Mai mitgeteilt, dass eine Reaktivierung des Haltepunktes Kirchlinteln uneingeschränkt positiv bewertet worden sei und eine Umsetzung kurzfristig angegangen werden solle. Die Freude war groß und die Gemeinde reagierte schnell: Das Büro Bahnstadt wurde mit der Erstellung von ersten Voruntersuchungen beauftragt.

Planer Ralf Kerkhoff machte bei seiner Präsentation im Lintler Krug den Mitgliedern des Bauausschusses und zahlreichen Bürgern deutlich, dass die Umsetzung eines Bahnhaltepunktes erstens durchaus machbar sei, zweitens für die Gemeinde mit nennenswerten Kosten und drittens mit einem beachtlichen Planungsaufwand verbunden sei. Auch wurde klar, dass die Zuständigkeiten kompliziert sind: „Wenn es um die Station, also den eigentlichen Bahnsteig geht, gilt: Die Bahn baut ihn, die Bahn betreibt ihn – das bedeutet aber noch lange nicht, dass die Bahn ihn auch bezahlt“, so Kerkhoff. Rund 660000 Euro könnte der Bau der Station, also vor allem des 140 Meter langen und 55 Zentimeter hohen Bahnsteiges, kosten.

Ein Standort wird

klar favorisiert

75 Prozent dieser Kosten würden vom Land gefördert, die verbleibenden 25 Prozent müsste die Gemeinde finanzieren. „Aber auch für ihren Anteil kann die Gemeinde Fördergelder beantragen“, so Kerkhoff.

Ähnlich sieht es beim Bahnhofsumfeld aus. Dies könnte eine Park-and-Ride-Fläche beinhalten, eine Fahrradabstellanlage, eine Busschleife und eine zusätzliche Bushaltestelle – in jeweils sehr verschiedenen Größenordnungen und für entsprechend unterschiedliche Kosten. Für das Bahnhofsumfeld, seinen Bau und seinen Betrieb sei allein die Gemeinde verantwortlich. „Doch auch hier fördert das Land mit 75 Prozent, und ebenfalls kann sich die Gemeinde ihren verbleibenden Anteil fördern lassen“, erklärte Kerkhoff.

Nicht förderfähig sei der Grunderwerb, um den sich die Gemeinde bemühen solle. Was den Standort des neuen Bahnhaltes angeht, sagte Kerkhoff: „Es gibt einen Ort, der besonders gut geeignet ist. Aus meiner Sicht ist es auch der einzige, der überhaupt geeignet ist.“ Gemeint ist eine Fläche im Bereich des Übergangs Kreepener Straße, ortsauswärts östlich gelegen, also rechter Hand. Der Bahnsteig samt Parkplatz würde sich auf der der Ortschaft zugewandten Seite der Gleise befinden. „Bisher handelt es sich um Flurstücke, die noch nicht im Besitz der Gemeinde sind“, so Kerkhoff. Rodewald berichtete, dass erste Gespräche mit den Eigentümern bereits erfolgt seien. Zum Ergebnis wolle er sich noch nicht äußern, nur so viel: „Wir bleiben mal optimistisch.“

Der Ausschuss empfahl, die Gemeinde solle die Planung und Umsetzung des neuen Haltepunktes weiterverfolgen. „Ich halte das nach wie vor für eine große Chance“, so Rodewald abschließend.

rei

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