Gelungener Mühlentag in der Gemeinde Kirchlinteln / Pfingstausflügler nehmen die Museumsbahn

Erinnerungen an ein altes Handwerk

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Die Eisenbahnfreunde transportierten am Montag zahlreiche Radler von Verden nach Stemmen.

Brunsbrock/Stemmen - Den Deutschen Mühlentag nutzten am Montag viele Pfingstausflügler in der Gemeinde Kirchlinteln dazu, zwei besonders interessante Gebäude zu besichtigen. Ziele der Besucher waren die Schmomühle in Brunsbrock und die Wassermühle in Stemmen. Unterwegs waren die vielen Ausflügler mit dem Fahrrad oder dem Auto, außerdem fuhr die Museumsbahn der Verdener Eisenbahnfreunde von Verden nach Stemmen, und auch die Solarfähre Otersen/Westen war in Betrieb.

„Vor Jahren haben wir diese Mühle von außen gesehen. In diesem Jahr haben wir uns mit dem Fahrrad auf den Weg gemacht, um sie auch mal von innen zu sehen“, erzählte ein Ehepaar aus Neumühlen (Verden), das mit dem Sohn eine Fahrradtour nach Brunsbrock gemacht hatte. Das Trio lauschte aufmerksam den Informationen von Wilhelm Kracke über die Funktionsweise der Anfang der 90er-Jahre restaurierten Galerie-Holländer-Windmühle zu. Auch das historische Handwerk des Müllers erläuterte Kracke, der bei den Führungen von Harald Nordhausen abgelöst wurde.

Die um 1845 errichtete Windmühle, die in der Nähe einer etwa 350 Jahre betriebenen Wassermühle aufgebaut wurde, erwarb Heinrich Bremer im Jahre 1904. Umfangreiche Renovierungsarbeiten vor etwa 30 Jahren machten die Mühle sowie das 1807 gebaute Häuslingshaus zu einem Schmuckstück in der Lintelner Geest. Das heute Müllerhaus genannte Gebäude ist ein beliebtes Ziel für Besucher und Ort für Ausstellungen und Veranstaltungen. Zum Mühlentag stärkten sich die Besucher mit Kaffee und Kuchen, bewunderten die Exponate der laufenden Ausstellung und stöberten im Literaturschatz der Bücherstube.

Gast erinnert sich an frühere Besuche

„Hier bin ich öfters mit meinem Vater gewesen, der hier das Korn zur weiteren Verarbeitung ablieferte“, erinnerte sich ein Besucher der Wassermühle Stemmen. Das Gebäudeensemble an der Lehrde liegt in einer idyllischen Landschaft mit romantischem Teich. Die Idee der Besitzerin Ulrike Rusack und ihrer Familie, am Mühlentag zu öffnen, stieß auf ein großes Echo. So nahmen allein bei der letzten Führung mehr als 70 Besucher teil.

Ulrike Rusack informierte über die allgemeine Bedeutung der Mühle sowie die Arbeit der Müller, während ihr Sohn Henning die technische Ausstattung erläuterte. „Diese bereits im 11. Jahrhundert urkundlich erwähnte Mühle an der Lehrde ist die älteste im Landkreis Verden“, wusste Ulrike Rusack zu berichten. Sie habe 1898 ihre heutige Gestalt erhalten. Sie selbst habe 1980 die Mühle übernommen, die kein Mehl mehr mahlte, sondern Futtermittel presste: „Leider mussten wir 2003 den Betrieb einstellen, da es nicht mehr rentabel war.“ Henning Rusack erläuterte den Gästen die technische Ausstattung der Mühle, die heute mit Wasserkraft und über eine Fotovoltaikanlage Strom erzeugt.

Schließlich verlief der Mühlentag auch für die Verdener Eisenbahnfreunde erfolgreich. Die letzte Fahrt von Verden nach Stemmen startete mit einem voll besetzten Waggon, und im Gepäckwagen standen etliche Fahrräder, mit denen die Ausflügler die Rückreise antraten. Stärken konnten sie sich mit Leckereien vom Grill sowie Kaffee und Kuchen.

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