Ein Ort des stillen Gedenkens

Der Ruheforst in Kirchlinteln: Erinnerung unter Bäumen

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„Unter allen Wipfeln ist Ruh“ steht auf dem Informationsschild. Henning Rutsatz, Regine Friesenhausen (beide Abschied Bestattungen) und Niels Kruse (Landwirtschaftskammer, v.l.) haben interessante Informationen über den Ruheforst.

Kirchlinteln - Die letzte Ruhestätte eines Jeden muss gut bedacht werden. Denn ein angemessener Ort zum Trauern und Gedenken hilft den meisten Angehörigen, den Verlust zu verarbeiten.

Immer mehr Menschen entscheiden sich für eine letzte Ruhestätte im Wald, weiß Regine Friesenhausen von Abschied Bestattungen. „Ein Ruheforst nimmt die Menschen in die Natur auf und bietet den Angehörigen Raum für einen würdevollen Abschied von einem geliebten Menschen.“

Der Ruheforst Kirchlinteln, 2014 feierlich eröffnet, ist ein idyllisches Wäldchen am Ortsausgang an der Kreepener Straße, hinter dem Bahnübergang. Henning Rutsatz, Regine Friesenhausen (beide Abschied Bestattungen) und Niels Kruse (Landwirtschaftskammer) bieten Interessierten Führungen durch den Wald an. Sie berichten, wie eine Bestattung im Ruheforst funktioniert und was dabei zu beachten ist.

„Rechtzeitiges Weichenstellen kann den Angehörigen in schweren Zeiten der Trauer viel Leid und Bedenken ersparen“, so Regine Friesenhausen. Bei einem Ruheforst erwirbt man ein Nutzungsrecht eines Ruhebiotops, wie ein Grab hier genannt wird, für 99 Jahre. Zu jedem Ruhebiotop gehört ein Baum: entweder groß und mächtig oder jung und zierlich. 

Zahlreiche Schilder weisen den Weg.

Die preisliche Gestaltung richtet sich zum Beispiel nach dem Alter des Baumes und danach, ob ein Gemeinschaftsbiotop, Einzelbiotop oder ein Familienbiotop gewählt wird. Gemeinschaftsbiotope haben bis zu zwölf Grabstätten, die mit Namenstafeln gekennzeichnet werden können. „Die Größe und Form soll aber einheitlich dezent sein“, so Regine Friesenhausen.

„Eine Grabpflege ist im Ruheforst weder nötig noch erwünscht. Das übernimmt die Natur.“ Die Asche der Verstorbenen wird in einer biologisch abbaubaren Urne beigesetzt. Ob das in einer offiziellen Trauerzeremonie stattfindet, ist den Angehörigen überlassen. Es gibt einen naturnahen Andachtsplatz mit Holzkreuz und Sitzbänken. Das fallende Laub im Herbst und die frischen Triebe an den Bäumen im Frühling verdeutlichen dabei umso mehr den Lauf der Dinge. - lee

Betreiber ist die Landwirtschaftskammer, die mit regionalen Bestattern zusammenarbeitet. www.kirchlinteln-ruheforst.de.

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