Erinnerung an Amalie und Adolf Mautner

Schüler polieren Stolpersteine in Kirchlinteln

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Tessa Grewe, Denise Albrecht, Rieke Janke, Hermann Meyer, Julian Maas und Eike Behrens.

Kirchlinteln - Der Schultag an der Schule am Lindhoop begann am vergangenen Freitag für Denise Albrecht, Tessa Grewe, Rieke Janke und Julian Maas (alle Klasse E 9-2) anders als gewohnt.

SPD-Gemeinderatsmitglied Hermann Meyer besuchte die vier Schülerinnen und Schüler, die im August die in Erinnerung an die Schicksale von Amalie und Adolf Mautner in Neddenaverbergen eingelassenen Stolpersteine gepflegt hatten. So hatten sie die Gedenktafeln der Stolpersteine poliert, um zu gewährleisten, dass Passanten auch weiterhin an Amalie und Adolf Mautner erinnert werden und über ihr Schicksal „stolpern“. Das ehemalige Haus der Mautners in der Straße Zum Bergfeld steht nicht mehr. Vor längerer Zeit ist dort ein Ferienhaus errichtet worden.

Das Datum des Besuchs, der 17. November, wurde bewusst gewählt, da es im Jahr 1941 der Tag war, an dem die jüdischen Geschwister Amalie und Adolf Mautner nach Minsk deportiert wurden, wo NS-Mordkommandos sie im Juli 1942 töteten. Auf Initiative der örtlichen SPD wurden die Stolpersteine am 16. Mai 2011 verlegt, wobei die Schule am Lindhoop die Patenschaft übernahm. Ein weiterer Stolperstein in Kirchlinteln erinnert an das Schicksal des Sozialdemokraten Hinrich Heitmann, der ebenfalls von den Nationalsozialisten verfolgt und 1944 verhaftet wurde und ins „Arbeitserziehungslager“ nach Bremen-Farge kam.

Stolpersteine-App des SWR

Im Beisein des Klassenlehrers und GSW-Fachbereichsleiters Eike Behrens bedankte sich Hermann Meyer noch einmal für das Engagement und überreichte den Schülerinnen und Schülern weiterführende Informationen zu dem bei Minsk gelegenen Vernichtungsort Malyj Trostenez sowie eine historische Fotografie des Hauses, in dem das jüdische Geschwisterpaar damals wohnte.

Gesprochen wurde am Freitag außerdem über die Stolpersteine-App des SWR. Diese App ermöglicht es den Nutzern eines Smartphones, im Rahmen eines Stadtrundgangs detaillierte Hintergrundinformationen zu den Opfern der NS-Diktatur abzurufen.

Nachdem sich Eike Behrens und Vera Hilbich vom Weser-Aller-Bündnis (WABE) bereits einige Tage zuvor vorgenommen hatten, die drei Stolpersteine in diese App zu integrieren, erklärte sich Hermann Meyer am Freitag gerne bereit, das Vorhaben ebenfalls zu unterstützen.

Es haben außerdem bereits einige Schülerinnen und Schüler Bereitschaft signalisiert, im Rahmen des Projekts mitzuwirken, damit es auch für die Stolpersteine in Neddenaverbergen und Kirchlinteln eine zusätzliche Möglichkeit gibt, sich an die einzelnen Schicksale zu erinnern. - hm

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