Bürgerinitiative „Save Kirchlinteln“ behält Entwicklungen rund um die Amerikalinie im Blick

Engagiert trotz Stille an den Schienen

Ein Gleis, im Hintergrund ein Bahnübergang
+
Nicht viel los auf dem Gleis: Auch wenn es derzeit still um die sogenannte Amerikalinie geworden ist, versprechen die Mitglieder der Kirchlintler Bürgerinitiative gegen den Alpha-E-Ausbau, wachsam zu bleiben.

Es ist fast schon gespenstisch still an den Gleisen der Amerikalinie im Moment. Seit der Erixx seine Personenzüge zwischen Langwedel und Uelzen vorläufig eingestellt hat, rollt jetzt im Schnitt ein Güterzug auf den Gleisen durch die Gemeinde Kirchlinteln – pro Woche, wohlgemerkt. Das sei aber kein Grund zu glauben, dass auch die Bürgerinitiative (BI) „Save Kirchlinteln“ leise geworden sei, betonen Maik Dudda und Ingo Bertram als Sprecher der 2015 gegründeten Gruppe, die gespannt auf die bevorstehenden Kommunal- und Bundestagswahlen blickt.

Kirchlinteln – Die BI, die mittlerweile immerhin 400 Mitglieder hat und sich nach wie vor eindeutig gegen den Ausbau der Strecke im Rahmen des Projektes „Alpha E“ positioniert, erhoffe sich von den neuen Mehrheiten zunächst einmal eines: mehr Kommunikation. „Wir von der BI sind seit sechs Jahren im Thema, waren auf nahezu allen Veranstaltungen, haben uns großes Hintergrundwissen erarbeitet“, so Bertram. Dudda: „Da wäre es doch sinnvoll, wenn wir künftig noch mehr mit eingebunden werden würden.“ Zum Beispiel, wenn es irgendwann die ersten Ortstermine mit der Deutschen Bahn an der Amerikalinie in der Gemeinde Kirchlinteln gebe. „Dann sind wir gerne dabei und bereit, unser Wissen zu teilen.“

Mitglieder verfolgen Entwicklungen an der Strecke Verden-Rotenburg

In den vergangenen Jahren, als es still wurde um die Pläne, die Amerikalinie für den Güterzugverkehr auf bis zu 30 Züge täglich auszubauen, habe die BI die Entwicklung an der Strecke Verden-Rotenburg intensiv verfolgt, habe auch an den dortigen „Runden Tischen“ teilgenommen. Dudda: „In diesem Bereich, wo ja zum Beispiel die Ortschaft Holtum (Geest) betroffen ist, ist man zu diesem Zeitpunkt natürlich viel weiter, dort geht es ja sogar schon erstmals um Geld für den übergesetzlichen Lärmschutz.“ Die BI beobachte die weitere Entwicklung mit gewisser Skepsis. „Die Millionen wurden bewilligt, ja, aber wie sie verteilt werden, ist noch völlig unklar. Wir befürchten, dass demnächst die Anrainerkommunen in den Einzelkämpfermodus schalten könnten, um sich ein möglichst großes Stück vom Kuchen zu sichern.“

Dass es an der Amerikalinie jemals zu einem vergleichbaren Lärmschutz kommen würde, sei zweifelhaft, so die beiden Kirchlintler, die selbst direkt an den Schienen wohnen. „Auf der Strecke Verden-Rotenburg, die derzeit noch eingleisig ist, geht es um einen Neubau, weshalb die Betroffenen einen gesetzlichen Anspruch auf Lärmschutz haben. An unserer Strecke haben wir lediglich eine sogenannte Ertüchtigung und deshalb keinen Anspruch.“ Zwar sei die Amerikalinie in den Bedingungen, die das Dialogforum Schiene-Nord unterzeichnet hat, enthalten. „Aber wir sind auf Gedeih und Verderb den jeweiligen Mehrheiten im Bundestag ausgeliefert, müssen hoffen, dass sie sich an die Absprachen halten. Und dann gibt es ja auch noch viele unvorhersehbare Faktoren, Stichwort Corona-Pandemie, die sich auf die Haushaltslage auswirken können.“

Hoffnung auf die Neubautrasse

Dass der Ausbau der Amerikalinie wahnsinnig viel Geld kosten und nur wenig bringen würde, davon ist die BI nach wie vor überzeugt. Dudda: „Wirtschaftlich gesehen ist der Ausbau eine Katastrophe, das Nutzen-Kosten-Verhältnis ein Witz.“

Die Mitglieder der BI hätten vor einiger Zeit eine Gesetzesänderung mit Skepsis verfolgt: Ausländische, noch nicht umgerüstete und deswegen vergleichsweise laute Güterzüge dürften seit einiger Zeit in Deutschland nicht mehr auf den Hauptstrecken fahren, sondern müssten auf Nebenstrecken umgeleitet werden. „Da befürchten wir schon, dass es dann genau diese russischen Rödelzüge sind, die durch Kirchlinteln fahren, und zwar zum größten Teil nachts.“

Eine weitere aktuelle Entwicklung betrachten die „Saves“ allerdings mit Hoffnung. Vor einigen Wochen hat die Politik erneut eine Neubautrasse entlang der A7 ins Spiel gebracht. „Ob dadurch der Ausbau der Amerikalinie obsolet würde, bleibt abzuwarten.“ Die Bürgerinitiative will dran bleiben

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Die deutschen Bundeskanzler und die Bundeskanzlerin seit 1949

Die deutschen Bundeskanzler und die Bundeskanzlerin seit 1949

Die lustigsten Grimassen der Kanzlerin und Kanzlerkandidaten

Die lustigsten Grimassen der Kanzlerin und Kanzlerkandidaten

Wahrscheinlichste neue Ministerinnen und Minister

Wahrscheinlichste neue Ministerinnen und Minister

Bin ich gegen Corona immun? Jetzt mit dem Corona-Antikörper-Selbsttest herausfinden

Bin ich gegen Corona immun? Jetzt mit dem Corona-Antikörper-Selbsttest herausfinden

Meistgelesene Artikel

Strahlen-Alarm in Verden: Pinkel-Pause löst Großeinsatz aus

Strahlen-Alarm in Verden: Pinkel-Pause löst Großeinsatz aus

Strahlen-Alarm in Verden: Pinkel-Pause löst Großeinsatz aus
Burger King in Verden öffnet und sucht noch Verstärkung

Burger King in Verden öffnet und sucht noch Verstärkung

Burger King in Verden öffnet und sucht noch Verstärkung
Neue Heimat für den FC Verden 04

Neue Heimat für den FC Verden 04

Neue Heimat für den FC Verden 04
Historischer Moment in Verden: Auftrag vergeben für neue Nordbrücke

Historischer Moment in Verden: Auftrag vergeben für neue Nordbrücke

Historischer Moment in Verden: Auftrag vergeben für neue Nordbrücke

Kommentare