Auf einem guten Weg

Trendwende im Kirchlintler Haushalt

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Bürgermeister Wolfgang Rodewald und Kämmerer Frank Weiberg analysieren den Haushalt 2018.

Kirchlinteln - Bürgermeister Wolfgang Rodewald und der Gemeindekämmerer Frank Weiberg bringen die Haushaltslage für 2018 mit folgenden Kernaussagen auf den Punkt: „Keine Neuverschuldung, weiterer Abbau bestehender Kredite und kein Haushaltssicherungskonzept notwendig.“, so die beiden Verantwortlichen der Gemeindeverwaltung in einem Pressegespräch.

Besonders positiv bewertet Rodewald die Finanzplanung für die nächsten Jahre, weil die Gemeinde bis 2021 keine neuen Kredite aufnehmen werde. Dies hänge mit der sehr guten Kassenlage zusammen. „Wir können den Haushalt nur ausgleichen, weil wir auf die Überschussrücklage, die wir in den letzten Jahren gebildet haben, zurückgreifen“, so Rodewald. Für große Erleichterung sorgt beim Kämmerer, dass Haushaltssicherungskonzepte hinfällig werden. „Dafür haben wir in den vergangenen Jahren viel Aufwand betrieben, was uns nicht wirklich vorangebracht hat“, sagte Weiberg. Nun bleiben Ressourcen für andere wichtige Vorhaben, wie zum Beispiel die Quartalsberichte.

„Trotzdem werden wir natürlich den Weg der wirtschaftlichen Vernunft weitergehen und alle Ausgaben unverändert kritisch durchleuchten“, stellte der Bürgermeister klar. Denn das negative Ergebnis in 2018 werde eben nur durch die Haushaltsdisziplin der vergangenen Jahre aufgefangen.

Investitionen in die Pflichtaufgaben der Gemeinde

Den Gesamterträgen von 16,7 Millionen Euro stehen in 2018 Aufwendungen in der Höhe von 17,5 Millionen Euro gegenüber. Nach den ersten Bedarfsanmeldungen aus allen Ämtern der Verwaltung hätte es noch ein Defizit von rund 1,9 Millionen gegeben, aber verwaltungsinterne Kürzungen und politische Beratungen drückten den Fehlbetrag auf 785 .400 Euro. In der Schatztruhe der Gemeinde liegen noch 2,5 Millionen Euro aus der Überschussrücklage. Der Schuldenstand sei seit 2012 mit 4,2 Millionen Euro der bislang niedrigste und die Tilgung werde entsprechend weiter verfolgt.

In die Pflichtaufgaben der Gemeinde wird ordentlich investiert. Alleine für das Brandschutzwesen werden 860. 000 Euro bereitgestellt. Eine halbe Million davon für den Neubau des Feuerwehrhauses in Bendingbostel und 360 .000 Euro für neue Fahrzeuge. Für die Realisierung des Bahnhaltes stehen 765 .000 Euro zur Verfügung, die aber erst in 2019 durch eine Verpflichtungsermächtigung wirksam werden. Die Errichtung des Bahnhaltes wird zum Großteil vom Land gefördert, wodurch später wieder der Gemeinde Mittel zufließen werden.

Infrastruktur weiterentwickeln

Eine der größten Aufwandspositionen ist die Kreisumlage mit 5,15 Millionen. „Für Gespräche der Kreisumlage sind wir prinzipiell offen“, sagte Kämmerer Weiberg und forderte, besonders die finanzschwachen Kommunen in den Fokus zu nehmen. Die wichtigste Einnahmequelle bleibe die Gewerbesteuer, die allerdings großen Schwankungen unterliege. „Wir rechnen mit einem Rückgang um 577. 000 Euro auf dann noch 3. 250. 000 Euro“, erklärte Rodewald. Eine wichtige Konstante sei daher die Einkommenssteuer der gut verdienenden Einwohner. Das von der Politik ausgerufene Ziel, die Marke von 11. 000 Einwohnern zu erreichen, stößt bei Rodewald auf große Zustimmung. „Dafür müssen wir aber die Infrastruktur weiterentwickeln, wenn wir gerade junge Familien nach Kirchlinteln locken wollen“, so Rodewald. „Die Reserve bei den Krippenplätzen haben wir in den letzten zwei Jahren aufgebraucht“, nannte er als Beispiel.

Weitere Einsparungen notwendig

Eher skeptisch blickt Kämmerer Weiberg auf die Pläne der neuen Landesregierung, Kinder kostenlos in die Kita zu schicken. In dem Fall könnte das Defizit der Gemeinde in der Kinderbetreuung von bislang 1,75 Millionen Euro noch deutlich höher ausfallen.

Nur begrenzt haben die Fachausschüsse die Sparpläne der CDU-Fraktion umgesetzt. Fünf Prozent sollte jedes Gremium bei den Aufwendungen für Sach- und Dienstleistungen kürzen. Das hätte Einsparungen in der Höhe von 133. 000 Euro bedeutet. Letztendlich reichte es aber nur für 60. 600 Euro oder 2,27 Prozent. Ob es dabei bleibt, muss der Rat in seiner Sitzung am Donnerstag entscheiden.

lee

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