„Eine Hecke auch mal wachsen lassen“

Landschaftswartin verurteilt rigorose Pflegemaßnahmen einer landwirtschaftlichen Fläche

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„Eine schonendere Instandsetzung der Flächen hätte Nutzer und Natur gleichermaßen geholfen“, findet die Kirchlintler Landschaftswartin Sylke Bischoff.

Kirchlinteln - „Es wird überall vom dramatischen Rückgang der Artenvielfalt gesprochen. In Weitzmühlen kann man derzeit eine der Ursachen beobachten: Lebensraumverlust durch rigorose Pflegemaßnahmen“, schreibt Landschaftswartin und Nabu-Mitglied Sylke Bischoff in einer Pressemitteilung.

Amsel, Drossel, Fink und Star bereiten sich derzeit auf ihr Brutgeschäft vor. Gehölzbrüter wie Heckenbraunelle, Amsel und verschiedene Grasmückenarten siedeln in dichten Sträuchern. Star, einige Meisenarten und der Feldsperling bevorzugen ein Dach über dem Kopf und suchen sich Baumhöhlen als Unterschlupf. Rotkehlchen und Zaunkönig bauen ihr Nest in Bodennähe und nutzen Reisighaufen und Brombeersträucher.

„All diese Strukturen bot bis vor Kurzem eine große, durch einige Baum- und Strauchreihen untergliederte Grünlandfläche in der Nähe des Gohbachs. Seit Jahrzehnten wurde die Weide extensiv genutzt, sodass sie als feuchtes Grünland mit der entsprechenden Pflanzenausstattung erhalten blieb. Ein Besitzerwechsel hat nun dafür gesorgt, dass die Fläche aufgeräumt wurde: Hecken und einige Bäume wurden gerodet, um die Beschattung zu minimieren, Gräben geöffnet, um das Grünland zu entwässern und die Grasnarbe gefräst, um die Einsaat von Energiegras vorzubereiten. Alles Maßnahmen für eine intensive Nutzung“, erläutert Bischoff. Wie die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises auf Nachfrage bestätigt, werde das Vorgehen des Landwirtes derzeit geprüft.

Die Naturschützerin Sylke Bischoff richtet den Appell an die Landwirte, „eine Hecke auch einmal wachsen zu lassen, einen Streifen liegen zu lassen, das mittlerweile so seltene Feuchtgrünland weiterhin schonend, beispielsweise mit einem Förderprogramm des Landkreises, zu bewirtschaften“.

Zu beobachten sei laut Bischoff in den vergangenen Jahren eine zunehmende Geringschätzung der Natur, die für sie „die Grenze des Erträglichen erreicht“ habe. Besonders bedauere sie die Maßnahme in Weitzmühlen, da mehrere Organisationen wie die Aktion Fischotterschutz, der Nabu, die Jägerschaft sowie Landkreis und Dachverband Aller-Böhme seit einigen Jahren in Zusammenarbeit mit den Landeigentümern erhebliche Anstrengungen unternehmen, um dem Gohbach und seiner Aue wieder zu mehr Naturnähe zu verhelfen. Wer sich über die bisherigen Aufwertungsmaßnahmen am Gohbach informieren möchte, hat am Samstag, 12. Mai, dazu Gelegenheit. Die Aktion Fischotterschutz und der Nabu laden ab 14 Uhr in Brunsbrock zu einer Exkursion ein.

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