Roswitha Reins-Dieckmann aus Nienburg

Eine Anwältin als Gleichstellungsbeauftragte für Kirchlinteln

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Bürgermeister Wolfgang Rodewald gratuliert der neuen Gleichstellungsbeauftragten Roswitha Reins-Dieckmann zu ihrer Berufung. 

Kirchlinteln - Die Gemeinde Kirchlinteln hat eine neue Gleichstellungsbeauftragte. Roswitha Reins-Dieckmann, eine Anwältin aus Bücken im Nachbarlandkreis Nienburg, wird diese Aufgabe ab dem 1. Oktober ehrenamtlich wahrnehmen.

Das hat die CDU-Mehrheit im Rat am Montagabend in Hohenaverbergen beschlossen. Die bisherige Gleichstellungsbeauftragte Marlies Meyer ist nach Ottersberg gewechselt. Als es im Juni im Gemeinderat um eine Nachfolgeregelung ging, hatte dies zu heftigen Debatten geführt (wir berichteten). Während sich die CDU dafür aussprach, die Gleichstellungsarbeit künftig ehrenamtlich erledigen zu lassen, waren SPD und Grüne strikt dagegen, konnten sich aber nicht durchsetzen.

In den vergangenen Wochen hatte die Verwaltung intensiv, etwa mit Zeitungsannoncen, nach einer geeigneten Person gesucht, die diese Aufgabe ehrenamtlich übernehmen würde. „Ich habe die Anzeigen gesehen und intensiv darüber nachgedacht, ob dies das Richtige für mich sein könnte“, berichtete Ros-witha Reins-Dieckmann bei ihrer Vorstellung im Gemeinderat.

Eigene Kanzlei in Hoya

Die 51-Jährige betreibt seit 2001 eine eigene Kanzlei in Hoya. Zu ihren Tätigkeitsschwerpunkten gehören zum Beispiel Arbeits- und Familienrecht, zudem ist sie Beraterin beim Mieterbund. 15 Jahre war sie in ihrer örtlichen Kirchengemeinde im Vorstand aktiv. „Jetzt wollte ich etwas Neues machen“, erklärte sie den Ratsmitgliedern.

Zwar habe sie bisher keine Beziehung zu der Gemeinde Kirchlinteln, aber sie sei gespannt darauf, dies zu ändern. Sie freue sich auf die neue Aufgabe. „Es ist im Moment vieles im Wandel. Es geht nicht nur um Frauenpolitik, es geht um Gleichstellungsgerechtigkeit, um einen Dialog auf Augenhöhe. Das finde ich sehr spannend.“ Sie erwähnte, dass ihr die Meinungsverschiedenheiten über die Gleichstellungsarbeit in Kirchlinteln durchaus bekannt seien. Aber sie betonte: „Ich könnte diesen Job nur ehrenamtlich machen.“

Bei der Abstimmung votierte die CDU geschlossen für eine Berufung der 51-Jährigen, die SPD enthielt sich größtenteils. Marion Urbatsch (SPD), Ada Walter und Frank-Peter Seemann (beide Grüne) verdeutlichten ihre Skepsis an dem ehrenamtlichen Konzept und stimmten dagegen.

„Spielball einer Grundsatzentscheidung“

Richard Eckermann, Fraktionsvorsitzender der SPD, richtete das Wort an die neue Gleichstellungsbeauftragte und bat sie, sich das Abstimmungsergebnis nicht zu Herzen zu nehmen: „Sie sind ein Spielball einer Grundsatzentscheidung geworden. Und Sie sind ein Glücksfall für die CDU-Fraktion.“ Diese habe im Juni „ein Hohelied auf das Ehrenamt“ gesungen und so getan, als könne man sich gar nicht retten vor freiwilligen Frauen, die diesen Job machen wollen. „Aber die Wahrheit ist: Es hat sich lange niemand gemeldet. Und es hat sich keine engagierte Frau aus der Gemeinde Kirchlinteln gefunden.“

Doch wünschte er Roswitha Reins-Dieckmann viel Erfolg bei ihrer neuen Aufgabe. „Ich habe keinen Zweifel, dass sie hier etwas Gutes auf den Weg bringen werden. Und wenn Sie merken, dass dieser Job ehrenamtlich doch nicht machbar ist, dann haben Sie bitte den Mumm, es uns zu sagen.“ - rei

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