Bauausschuss fordert besseren Entwurf

Edeka-Gestaltungspläne lösen keine Begeisterung aus

Keine Fans fand der Entwurf des Vorhabenträgers zur Gestaltung der Außenanlagen des neuen Edeka-Marktes in der Kirchlintler Ortsmitte (links Ausschussvorsitzender Wolfgang Ritz und rechts Bürgermeister Wolfgang Rodewald). - Foto: Raczkowski

Kirchlinteln - In Kirchlinteln weiß man seit Montagabend auf jeden Fall eines: Wie das Umfeld des neuen Edeka-Marktes möglichst nicht aussehen soll. Die Firma Rahlfs Immobilien hatte in einer Bauausschuss-Sitzung die Pläne für die Außenanlagen des Verbrauchermarktes, der in der Ortsmitte entstehen soll, vorgestellt – und die Politik war alles andere als begeistert.

Architekt Thomas Warns war in die Sitzung gekommen, um den Politikern und einigen interessierten Bürgern zu zeigen, wie das Gelände rund um den Markt aussehen soll. Dabei ging es um die Stellplätze, Oberflächenentwässerung, Böschungen, Anpflanzungen und so weiter.

Wenn diese Scheune abgerissen wird, könnte Edeka die Steine verwenden, um daraus zum Beispiel eine niedrige Mauer als Sichtschutz zu bauen, schlug der Ausschuss vor. - Foto: Jeite

Das Hauptproblem: Weil das Aula-Grundstück, auf dem der Verbrauchermarkt entstehen soll, in einer Senke liegt, muss das Gelände aufgeschüttet werden. Aufgrund des dadurch entstehenden Höhenunterschiedes zu den angrenzenden Grundstücken soll es sichtbare Winkelstützen aus Beton geben. Die Politiker wünschten sich, dass diese zum Beispiel begrünt werden sollten. Eine andere Möglichkeit sei es, eine Mauer aus alten Steinen als Sichtschutz zu bauen – die Steine dafür seien ja bereits vorhanden. Auf dem Gelände, das Edeka bereits erworben hat, steht eine alte Scheune aus rotem Backstein, die abgerissen werden soll.

Holger Broek (SPD) machte deutlich: „Der Höhenunterschied und die Winkelstützen waren die Hauptgründe, warum wir bei diesem Thema mitbestimmen wollten. Da muss es andere gestalterische Möglichkeiten geben.“

In Richtung des historischen Speichers, der auf Gemeindegrund steht, könnte eine Böschung angelegt werden. Dafür müsste aber über die Grundstücksgrenze gearbeitet werden. Bürgermeister Wolfgang Rodewald machte deutlich, dass die Gemeinde grundsätzlich dazu bereit wäre, wenn sich dadurch ein schönerer Anblick ergebe – und die alten Eichen am Speicher dadurch nicht beeinträchtigt würden.

Ein erheblicher Höhenunterschied wird außerdem im Nordosten zu einem Nachbargrundstück entstehen, das in Privatbesitz ist. Der Ausschuss regte an, dass sich Rahlfs Immobilien mit dem Grundbesitzer auseinandersetzen solle, um zu einer gemeinsamen Auffüll-Lösung zu kommen. Es könne ja nicht im Sinne des privaten Eigentümers sein, dass sein Grundstück an einen zwei Meter hohen Wall angrenzt, so der Ausschussvorsitzende Wolfgang Ritz (CDU).

Für den Parkplatz ist bisher eine asphaltierte Fahrbahn geplant, dazu Stellplätze mit grauen Pflastersteinen – auch dieser Vorschlag löste keine Freude bei den Politikern aus. Insbesondere der Asphalt fand keine Fans im Bauausschuss. Fred Martens (CDU) zog am Ende das Fazit: „Ich sehe bei diesem Entwurf insgesamt einfach zu wenig Einsatz, die Probleme gestalterisch gut zu lösen.“ Frank-Peter Seemann, Fraktionsvorsitzender der Grünen, bemerkte: „Naja, dass das Vorhaben optisch nicht in die Ortsmitte passt, das hätte uns vorher klar sein können.“

Kirchlintler Bürgerinitiative zeigte sich enttäuscht

Karen Rodel meldete sich in einer Sitzungsunterbrechung für die Kirchlintler Bürgerinitiative (BI) gegen den Edeka-Markt auf dem Aula-Grundstück zu Wort. Die BI sei enttäuscht, nicht in die Gestaltung mit einbezogen worden zu sein, und erleichtert, dass der Entwurf keinen Anklang bei der Politik gefunden hat.

Eine Beschlussempfehlung gab der Ausschuss nicht ab. Der Vorhabenträger solle mit anderen Lösungen und einer neuen Präsentation wieder vorstellig werden. Ausschussvorsitzender Wolfgang Ritz erklärte: „Es geht darum, im Ort Akzeptanz für den Markt zu schaffen.“ Mit den aktuellen Plänen sei das kaum möglich. 

rei

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