Theater AG der Lindhoop-Schule bringt „Infiziert“ auf die Bühne

Düstere Zukunftsvison beschäftigt junge Darsteller

Für die Jugendlichen der Theater-AG ist das aktuelle Stück eine Herausforderung. - Foto: Niemann

Kirchlinteln - „Kommt Leute, diese Szene bitte nochmal. Hopp, hopp, etwas lauter. Und Manuel, bring dich mehr in Position.“ Die Mitglieder der Theater AG der Schule am Lindhoop in Kirchlinteln arbeiten zurzeit hart an einem Stück, dessen inhaltliche Botschaft die meisten auch über die Proben hinaus beschäftigt.

Wissen ist Macht? Nicht unbedingt. In der Welt der Zukunft werden „Wissende“ von staatlicher Seite als Gefährdung des Systems eingestuft und müssen dafür einen hohen Preis zahlen. So jedenfalls in dem Theaterstück „Infiziert“ aus der Feder von Peter Haus, das die Theater-AG am Mittwoch, 1. Juni, und am Freitag, 3. Juni, jeweils um 19.30 Uhr, in der Schule auf die Bühne bringt.

Unter Regie von Dirk Stichweh und Werner Triebel zeigen 25 jugendliche Schauspieler eine düstere Zukunftsvision, die nicht nur zum Nachdenken anregt, sondern möglicherweise sowohl den jungen Akteuren als auch dem Publikum entscheidende Impulse gibt, ihr eigenes Handeln zu verändern.

In dem Stück, das in nicht allzu ferner Zukunft spielt, hat sich das Leben stark verändert: Die Natur gibt es nicht mehr. Wälder und Tiere sind verschwunden, Trinkwasser ist rar, gegessen wird Synthetisches und das Klima lässt es nicht mehr zu, dass man ohne Schutz das Haus verlässt. Manche Menschen sind „infiziert“ und die „Gesunden“ haben Angst, sich anzustecken – ohne die ominöse Krankheit überhaupt zu kennen.

In dieser von den Menschen zerstörten Welt freundet sich der junge Mat (Friederike Müller) mit der infizierten Mara (Elena Seemann) an. Durch sie erfährt Mat die Wahrheit über die vergangene Welt, während die breite Masse von den Machthabern mit allen Mitteln dumm gehalten wird.

Haus’ Theaterstoff ist nicht immer einfach. Vor allem, wenn man bedenkt, dass sich Schüler im Alter von 14 bis 16 Jahren in der Theater-AG befinden. „Es ist für die Jugendlichen schon eine intensive Erfahrung, dieses Stück zu spielen“, erklärt Triebel. Denn Rassenhass, Nazi-Regime, Konzentrationslager, Umweltdesaster – das alles kommt auch den am Stück beteiligten Schülern in den Sinn.

„Es regt mich zum Nachdenken an, und ich mache mir schon Sorgen, dass so etwas Realität werden könnte“, sagt Benjamin, der im Stück eine strenge Aufsichtsperson, den Sozialhelfer Winger mimt. Friederike, Darstellerin des Mat, geht es ähnlich. „Ich denke darüber nach, in welcher Welt meine Enkel leben werden. Und ich halte es schon für möglich, dass sie sich dahingehend entwickeln könnte“, sagt sie, während Elena vor allem die brandaktuellen Parallelen zur derzeitigen Flüchtlingssituation sieht. 

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