Dorfentwicklung mit Fördermitteln

Kleinbahnbezirk: Enge Zusammenarbeit statt Kirchturmdenken

Treffpunkt Dorfscheune Luttum, wo die Gäste begrüßt werden.
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Treffpunkt Dorfscheune Luttum: Nach der Begrüßung durch Ortsvorsteher Claus-Hermann Hoops (li.) berichtete Matthias Müller (re.) über das Projekt „Dorfscheune“ und erntete viel Anerkennung.

Förderprogramme, mit denen Millionen Euro in die Dorfregionen fließen, sollen den ländlichen Raum voranbringen. Dazu zählt auch der Kleinbahnbezirk in Kirchlinteln. In Regionen statt in Dörfern wollen die Beteiligten denken und die Menschen mitnehmen. „Nicht nur Geld, es braucht auch das Engagement vieler, die Projekte umzusetzen“, so Kreistagsabgeordneter Günter Lühning.

Luttum – Die acht Dörfer im seit gut 100 Jahren bestehenden Kleinbahnbezirk sollten stärker als bisher in einer offiziellen Dorfregion kooperieren. Dazu sollen Stärken und Schwächen ermittelt und gemeinsame Zukunfts-Visionen formuliert werden, um so in das Dorfentwicklungs-Programm mit ZILE-Fördermitteln des Landes Niedersachsen aufgenommen zu werden. Wie es gehen könnte, dazu wurden in der Dorfscheune Luttum verschiedene Vorschläge diskutiert, heißt es in einer Pressemitteilung der CDU-Kreistagsfraktion.

Nach der Einleitung durch Ortsvorsteher Claus-Hermann Hoops stellte Matthias Müller, zweiter Vorsitzender des Heimatvereins Luttum, zunächst das Bau-Projekt „Dorfscheune Luttum“ und die Entwicklung zum örtlichen Veranstaltungs- und Kultur-Ort vor, dem ein Erweiterungsbau im zweiten Schritt folgen soll. Mit großem Bürgerengagement und handwerklichen Eigenleistungen sowie einer Leader-Förderung aus dem Aller-Leine-Tal engagierten sich viele Luttumer Einwohner, sagte Müller. Dafür gab es viel Lob und Anerkennung.

„Dorfscheune Luttum“ und die Entwicklung zum örtlichen Veranstaltungs- und Kultur-Ort

Beim Ortstermin der CDU-Kreistagsfraktion erläuterte Günter Lühning einzelne Maßnahmen für eine positive Dorfentwicklung im ländlichen Raum. In den 1980er- und 1990er-Jahren habe es in der Gemeinde Kirchlinteln die Dorferneuerung für jede einzelne der 17 Ortschaften gegeben. „Heute müssen wir aber mehr denn je das Kirchturmdenken ablegen und stärker in Dorfregionen denken und agieren“, betonte der Kreistagsabgeordnete.

Eine erfolgreiche Dorfregion und Vorreiterin sei die Dorfregion „Lintelner Geest“, deren Dörfer-Erneuerung im Jahr 2000 mit dem Europäischen Dorferneuerungspreis prämiert worden sei, so Lühning.

Förderprogramm „Dorfregion von Bierde bis Wittlohe“ mit acht Dörfern

Er ging auf die bis einschließlich 2022 im Förderprogramm befindliche „Dorfregion von Bierde bis Wittlohe“ mit acht Dörfern aus drei Gemeinden in den Landkreisen Heidekreis und Verden ein. Seit 2018 sind hier 8,3 Millionen Euro in die Dorfentwicklung investiert und 85 Förderanträge gestellt worden. Bewilligt wurden Fördermittel in Höhe von 2,9 Millionen Euro. Private Dorfentwicklungs-Maßnahmen an ortsbildprägenden, alten Gebäuden, zum Beispiel die Revitalisierung zur Leerstands-Vermeidung in alten Ortskernen, oder öffentliche Maßnahmen würden mit 30 Prozent Fördermitteln unterstützt. In den acht Dörfern entlang der L 159 gebe es noch viele gute Ideen und Bedarfe. Deshalb sei eine Verlängerung über 2022 hinaus wünschenswert.

Genauso wünschenswert sei eine neue Dorfregion „Kleinbahnbezirk“ mit den Dörfern im östlichen Aller- und Lehrdetal aus der Gemeinde Kirchlinteln plus der Verdener Ortschaft Eitze. Diese acht Dörfer bilden seit dem Bau der Eisenbahn zwischen Verden und Walsrode den sogenannten Kleinbahnbezirk und über kommunale Grenzen hinweg den Schuleinzugsbezirk für die Grundschule Luttum. Sie kooperieren zudem in einer Schützen-Pokalgemeinschaft mit dem Bahn-Namen. Gemeinsame Treffen und die Erstellung eines gemeinsamen Veranstaltungskalender für den ganzen Dörfer-Bezirk seien bereits Entwicklungen in die richtige Richtung, betonte Lühning.

Prämierungen und Fördermittel für eine positive Dörfer-Entwicklung

„Prämierungen und Fördermittel für eine positive Dörfer-Entwicklung fallen aber nicht vom Himmel, sondern erfordern engagierte Menschen, gute Vorschläge und Zukunftskonzepte sowie die Erstellung eines Dorfentwicklungsplans für die ganze Region. Wir sollten es wagen“, machte Lühning Mut und fand Unterstützung durch die Kreistagsmitglieder, Ratsmitglieder und Ortsvorsteher, darunter Ortsbürgermeisterin Anja König aus Eitze.

Vielfältige Verflechtungen im schulischen Bereich zwischen Kirchlinteln und Verden

Arne Jacobs verwies auf die vielfältigen Verflechtungen im schulischen Bereich zwischen Kirchlinteln und Verden. Im Zusammenhang mit dem Naturschutz-Projekt „Aller-Vielfalt“ könnte eine begleitende Dorfentwicklung im Kleinbahnbezirk Projekte der sanften Erholung sowie die Umnutzung von Bestands-Immobilien zu Ferienwohnungen finanziell fördern.

In den nächsten Monaten sollten konkrete Schritte eingeleitet werden, um die Dorfregion bilden zu können.

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