Großer Andrang zur Vernissage von Michael Rudek und Lars Pfohl im Müllerhaus

„Denkt euch selber was“

Die beiden Künstler waren sehr erfreut, dass das Interesse so groß war. Links Michael Rudek, daneben Lars Pfohl.

Brunsbrock - Die Ausstellung der Künstler Michael Rudek und Lars Pfohl wurde erfolgreich eröffnet. Zur Vernissage mit muskalischer Begleitung gab es großen Andrang, der die Kapazitäten des Müllerhauses sprengte. Mehr als 200 Kunstinteressierte drängelten sich durch die Räumlichkeiten bei der Schmomühle. Getreu dem Motto „Kunst und Genuss“ galt es, bei Kaffee und Kuchen die Exponate der Künstler zu bestaunen und zu interpretieren.

Zunächst gab es einleitende Worte von Marlies Meyer, erste Vorsitzende des Veranstalters Kulturkreis Lintelner Geest. „Die Wände mit Kunst zu füllen ist die neue Aufgabe im Unruhestand von Michael Rudek“, sagte Meyer und freute sich über das große Interesse des Publikums. Der pensionierte Kunstpädagoge forderte die Besucher zum Interpretieren seiner Kunstwerke auf: „Denkt Euch selber was, ist immer richtig!“.

Sehr zufrieden zeigte er sich, dass die seit Jahren geplante Ausstellung zusammen mit seinem Neffen Lars Pfohl endlich geklappt hat und auf so große Resonanz stieß.

Die Bleistiftzeichnung ist die größte künstlerische Leidenschaft von Lars Pfohl. „Durch die unterschiedlichen Härtegrade der Bleistifte kann man die Idee, die bereits klar im Kopf ist, sehr gut mit der entsprechenden Technik umsetzen“, erklärte er. Bei seinen Motiven scheut er die Kontroverse nicht, da er sich zu vielen aktuellen sowie historischen Themen bildlich äußert. Beispielsweise ist auf dem Portrait „sehr freundlich“ der Entführer von Natascha Kampusch in unauffälliger, netter Art zu sehen. Die gesellschaftskritischen Werke „Der Gammler“ und „glücklich und zufrieden“ zeigen das Spannungsfeld zwischen Arm und Reich. Weiter gibt es einige Aquarelle von Pfohl und ein Ölkreidegemälde mit dem Titel „rigider Ismus“ zu entdecken. Auf diesem Werk ist ein buntes Kuheuter zu sehen, das wohl die strenge Einteilung der bildenden Kunst in bestimmte Richtungen (Ismusse) kritisieren soll. Die Bilder des Malers bestechen durch ihre klaren Konturen und vielseitigen Interpretationsmöglichkeiten.

Bei seinem Onkel Rudek stehen die Radierungen im Vordergrund, aber auch einige Acrylbilder, Aquarelle und mit der künstlerischen Technik Décalcomanie erschaffene Werke gehören zu den Exponaten.

Seine Vorlieben für Feld- und Küstenlandschaften, wie zum Beispiel in den Radierungen „Am Strand“, „Ruhezone“ und „Birken in der Taiga“, sind sofort zu erkennen. In der „Unterwelt“ sind die Wurzeln eines großen Feldbaumes in der dunklen Silhouette einer Großstadt verankert. Die Schwarztöne der Radierungen unterstreichen dabei düstere Themen. Im Gegensatz dazu stehen zum Beispiel die bunten Acrylstücke „Austausch“ und die Décalcomaniewerke, erzeugt durch Farbabzug oder Farbabklatsch.

Die musikalische Begleitung der Vernissage durch die Sängerin Sandra Bysäth und den Pianisten Justus Wahlers passte ausgesprochen gut zu dieser abwechslungsreichen Veranstaltung.

Die Künstler hoffen noch auf viele Besucher der Ausstellung, die jeden Sonntag, von 14.30 bis 17 Uhr, bei Kaffee und Kuchen im Müllerhaus zu bestaunen ist.

Nach drei Wochen wird jeder Maler seine Werke austauschen. Daher lohnt sich sogar noch ein zweiter Rundgang im Juli. - lee

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