Delegation zu Gast in Tschechien: Ähnliche kommunale Herausforderungen

Parallelen zu Kirchlinteln

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Bei einer Rundfahrt mit dem stellvertretenden Bürgermeister Jiri Palbuchta (r.) bekam Bürgermeister Wolfgang Rodewald interessante Eindrücke.

Letovice - Im Rahmen eines offiziellen Besuchs in Letovice vertiefte eine kleine Kirchlintler Delegation die freundschaftlichen Beziehungen zu ihren tschechischen Gastgebern. Mittlerweile besteht die Partnerschaft zwischen beiden Kommunen schon zwölf Jahre. Bürgermeister Wolfgang Rodewald und Vladimir Stejskal, Bürgermeister von Letovice, tauschten Informationen unter anderem über Trinkwasserförderung und Abwasserprobleme aus.

Bei einer Rundfahrt mit dem stellvertretenden Bürgermeister Jiri Palbuchta durch fünf eingemeindete Ortschaften erfuhren die Gäste viel Interessantes.

Viele junge Familien mit Kindern haben das Dorf Jasinov (270 Einwohner) zu neuem Leben erweckt. Für wenig Geld konnten sie Häuser und Grundstücke am Stadtrand erwerben. Sie gründeten sogar eine Feuerwehr und schufen einen Löschwasserteich. Dieser wird nicht nur von den Kindern zum Baden genutzt, sondern auch Hunde und Enten fühlen sich dort wohl.

In der Ortschaft Chlum wurde in Eigenregie das Feuerwehrhaus innerhalb von zwei Monaten komplett renoviert und ein Versammlungsraum angebaut – und das, so erfuhr die Delegation aus Kirchlinteln, ohne Zuschüsse aus der Stadt Letovice. Die Feuerwehr feierte vor kurzem ihr 100-jähriges Bestehen. Das weitverzweigte, gut ausgebaute Radwegenetz durch den Mährischen Karst führt auch durch diese Ortschaft. „Die Fahrradwege werden gut angenommen“, sagte Palbuchta, „trotz des hügeligen Geländes.“ Besonders Mountainbikefahrer nutzten die Wege. Seit 1987 gibt es einen Dorfladen in dem 250-Einwohner-Ort. Über dem Geschäft sind Räumlichkeiten für die Feiern der Dorfgemeinschaft.

Aber auch kommunale Herausforderungen gelte es zu bewältigen. In Babolky (100 Einwohner) gibt es viele Wochenendhäuser von Bürgern aus dem 40 Kilometer entfernten Brno. „Sie verhalten sich eben auch wie Großstädter und meiden den Kontakt zur heimischen Bevölkerung“, bemängelte Palbuchta. Problematisch sei zudem, dass es im Ort keine Kanalisation gebe. Erfolgreich waren dagegen die 150 Einwohner von Lhota. Sie erreichten, dass zu dem 460 Meter hoch liegenden Dorf eine Schülerbusverbindung zur Stadt eingerichtet wurde. „Alle 13 Ortschaften Letovices sind jetzt mit dem Bus erreichbar“, erklärte Palbuchta.

Wolfgang Rodewald sah nach dieser Fünf-Dörfer-Tour durchaus . „Dorferneuerung und Dorfentwicklung zeigen deutlich, dass es in der Struktur zwischen beiden Gemeinden Ähnlichkeiten gibt. Wir können auch von den Tschechen lernen und dafür sorgen, dass mehr junge Menschen in die Ortschaften kommen. Wir müssen eben noch attraktiver werden, damit sich junge Familien mit Kindern für die Gemeinde Kirchlinteln entscheiden.“

Der Besuch in Letovice endete mit einer Besichtigung des Altenheims. Leiter Ivo Kubin erwähnte, dass dieses vor zehn Jahren gegründete Haus zu den fünf besten Einrichtungen von 37 in Südmähren gehöre: „Es hat einen guten Ruf, ein hohes Niveau, auch, weil es vom Landkreis unterstützt wird.“ In dem Haus gibt es 72 Vollpflegeplätze und 54 Beschäftigte.

hm

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