Krug-Konzept von Jens Dreger am Montag im Ausschuss

„Das Risiko ist minimal“

Ein Mann steht, an einen alten Holzbalken gelehnt, in einem Bauerngarten,  im Hintergrund, im Gegenlicht, ist ein Fachwerkhaus zu sehen.
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Sirius-Gründer Jens Dreger im Krug-Garten, vor dem sogenannten Kammerfach. Dort möchte der 43-jährige Pädagoge ein inklusives Lokal eröffnen, in dem auch Menschen mit Beeinträchtigung einen Arbeitsplatz finden.

Was in Achim im Clüverhaus oder in Hannover im Café Anna Blume seit Jahren gut funktioniert, eine inklusive Gastronomie, soll auch in Kirchlinteln realisiert werden. Jedenfalls, wenn es nach Jens Dreger geht. Der Pädagoge möchte im sogenannten Kammerfach des Lintler Kruges ein Lokal eröffnen, in dem auch Menschen mit Beeinträchtigungen arbeiten können. Am Montag, 4. Oktober, um 18 Uhr, stellt der 43-Jährige sein Konzept im Ausschuss für Jugend und Soziales vor.

Kirchlinteln – Von seinem Büro aus schaut Jens Dreger, der Gründer der Sirius Jugendhilfe gGmbH auf den Lintler Krug. Auf den Saal, den Musiker und Laienspieler zum Proben nutzen, in dem Vereine ihre Versammlungen abhalten und Menschen feiern. Nur hinter den vier Fenstern rechts vom Eingang ist nie reges Treiben zu sehen. Das möchte Dreger ändern.

Gäste sollen sagen: „Boa, das ist ja wie früher“

Bereits seit drei Jahren ist der 43-Jährige mit der Gemeinde und der Politik im Gespräch. Sein Ziel: im sogenannten Kammerfach des zentral gelegenen Fachwerkhauses ein Lokal zu eröffnen. 30 Sitzplätze, im Sommer zusätzlich Bewirtung im Garten, bei Bedarf auch Catering im Saal, in gemütlicher Atmosphäre, so, dass die Leute sagen: „Boa, das ist ja wie früher.“ Und: „Ich möchte hören: Komm, wir gehen in den Krug“, sagt er lächelnd.

In dem 100 Quadratmeter großen Kammerfach befanden sich einst die Wohnräume der bäuerlichen Familie. Nun möchte Dreger dort Mittagstisch, Kaffee, Kuchen und Abendkarte anbieten, sonntags obendrein Frühstück. „Omas Küche zu einem bezahlbaren Preis“, mit Zutaten aus der Region, das schwebt Jens Dreger vor. Wer in dem Lokal, das natürlich „Lintler Krug“ heißen soll, nur etwas trinken wolle, sei aber genauso willkommen, versichert der Pädagoge. Auch kulturelle Angebote kann sich Dreger in dem Lokal vorstellen.

Neun Vollzeitstellen sieht sein Konzept vor, vier davon für Menschen mit Beeinträchtigungen. Dieser inklusive Charakter versetzte Dreger in die Lage, Fördermittel beim Integrationsamt des Landes und bei der Aktion Mensch beantragen zu können. Deren Zusagen, den Ausbau und die inklusiven Personalkosten zu bezuschussen, hat der Sirius-Geschäftsführer bereits. Darüber hinaus werde die gemeinnützige Jugendhilfe-GmbH einen sechsstelligen Betrag investieren, so denn der Gemeinderat das Projekt befürwortet.

Das Kammerfach misst 100 Quadratmeter. Dort müssen Küche, Lager, Tresen und Sitzplätze untergebracht werden, für den Planer eine Herausforderung.

2018 stellte der Bendingbosteler seine Idee erstmals dem Gemeinderat vor. Der äußerte Bedenken ob der Wirtschaftlichkeit, hatte noch viele Fragen. Dann bremste Corona das Projekt aus. Doch jetzt möchte Jens Dreger gerne Vollgas geben.

Als die Gemeinde Kirchlinteln das marode Gebäude kaufte, startete sie eine umfangreiche Bürgerbeteiligung zur künftigen Nutzung. Sei es um den Garten gegangen, kamen 20 Kirchlintler. Habe das Thema Gastronomie auf der Tagesordnung gestanden, seien es 200 gewesen, erinnert sich Bürgermeister Wolfgang Rodewald daran, dass ein Lokal im Krug bei den Bürgern ganz oben auf der Wunschliste stand.

Trotzdem befindet sich das Kammerfach seit der Restaurierung des mehr als 300 Jahre alten Hofes im Rohbau. Denn Fördermittel für eine gastronomische Nutzung gab und gibt es nicht. Die Gemeinde konnte die Investition nicht selber stemmen. Und jeder Interessent habe dankend abgelehnt angesichts der Investitionen, berichtet Rodewald.

„Das Risiko ist minimal“, bewertet der Bürgermeister nun die Idee der Sirius gGmbH. Die betritt mit dem Projekt für sich zwar Neuland. Ähnliche Lokale in der Region haben aber bereits bewiesen, woran auch Jens Dreger glaubt: „Pädagogik und Gastronomie, das passt zusammen.“ Am Montag, 4. Oktober, will er davon den Ausschuss für Jugend und Soziales überzeugen. Der tagt ab 18 Uhr öffentlich – im Lintler Krug.

Von Katrin Preuss

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