Anlässlich der Classic Motorshow

Holtumer erinnert sich an ein Fiat-Erlebnis

Schnuckelig: Kein Gangster wäre auf die Idee gekommen, dass in den 1960er-Jahren in so einem süßen Fiat 500 Kombi große Geldbeträge transportiert wurden. Foto: Klaus Hense
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Schnuckelig: Kein Gangster wäre auf die Idee gekommen, dass in den 1960er-Jahren in so einem süßen Fiat 500 Kombi große Geldbeträge transportiert wurden.

Kirchlinteln/Bremen - Wenn Freitag die Bremen Classic Motorshow beginnt, wird sie wie immer ein beliebter Ausflugs-ort für alle Oldtimer-Fans der Region sein. Einer von ihnen ist Karl Weiß aus Holtum (Geest), dessen Leidenschaft den schmucken alten Autos gilt und der schon mehrfach Beiträge für unsere Zeitung zu diesem Thema geschrieben hat.

Für die diesjährige Bremen Classic Motorshow hat Weiß einen besonderen Besuchertipp: die Sondershow mit Kombi-Fahrzeugen verschiedener Nationen. „Mit dabei ist auch ein Fiat 500 Kombi Giardiniera. Genau zu so einem süßen Kleinen habe ich eine nachhaltige Erinnerung“, berichtet Weiß.

Als er Mitte der 1960er-Jahre seine Gesellenprüfung als Kraftfahrzeugmechaniker erfolgreich absolviert hatte, verdiente er seine Brötchen einige Zeit als Fahrer und Registraturgehilfe bei einer Bank in seiner fränkischen Heimatstadt.

Zu seinen Aufgaben gehörte es allerdings nicht, Gärtnereiprodukte zu transportieren, wie das italienische Wort Giardiniera hätte andeuten können. „Meine Aufgabe war es, die Bankzweigstellen mit Post, Akten und reichlich Kohle, sprich Bargeld, zu versorgen. Da diese Transporte laut Bankdirektor so unauffällig wie irgend möglich erfolgen sollten, war dieser Mini-Kombi das ideale Fahrzeug.“

Eines Tages lieferten Weiß und ein Kollege einen sechsstelligen Geld-Betrag an die Landeszentralbank der Stadt. Als sie die Rückfahrt antreten wollten, klemmte ein Verwarngeld-Zettel an der Windschutzscheibe des „Millionen-Kombis“, wie sie den kleinen Wagen scherzhaft nannten, geparkt unter dem Halteverbot mit dem Zusatz „ausgenommen Bankfahrzeuge“.

Angekommen an der Hauptstelle der Bank, legte Weiß dem Bankdirektor den Verwarngeld-Zettel vor. „Maßlos entsetzt rief er den Leiter der Stadtpolizei an. Wie sich herausstellte, hatte selbst ein sogenannter Solojäger, ein Polizist auf einem BMW-Motorrad, unser ,Tarnfahrzeug’ nicht erkannt.“ Intern machte daraufhin im Betrieb der Spruch die Runde: „Eines Tages verladen Gangster Dich, samt der Kohle und dem Fiat Kombi in einen Möbelwagen.“

Lustig gemeint, ging dieser Scherz Karl Weiß so unter die Haut, dass er wieder in seinen erlernten Beruf zurückkehrte und ab 1969 im Audi Werk Ingolstadt arbeitete, zuletzt als technischer Kundenbetreuer im Geschäftswagen Verkauf.

Die Bremen Classic Motorshow in den Messehallen auf der Bürgerweide. findet von heute bis Sonntag statt. Geöffnet ist täglich von 9 bis 18 Uhr. Interessierte finden hier alles rund um das Thema Oldtimer: Automobile, Motorräder, Ersatzteile und Tipps zur Restaurierung. Mehr Infos unter www.classicmotorshow.de.

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