„Kunst, Kultur, Kirchlinteln“ im August: Veranstalter wollen nicht frühzeitig absagen

Chancen für das Festival stehen „fifty-fifty“

Viele Menschen sitzen in einem Garten an Bierzeltgarnituren.
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So gemütlich war es immer zur Kaffeezeit auf dem Hof Bohlius, wenn „Kunst, Kultur, Kirchlinteln“ auf dem Programm stand.

Kirchlinteln – Durch schöne Landschaften radeln, auf einem Bauernhof einkehren, eine leckere Kleinigkeit essen, handgemachte Unikate bestaunen, vielleicht ein originelles Geschenk kaufen, der Livemusik lauschen, tanzen, sich den Sommerwind um die Nase wehen lassen und ganz überraschend ein paar alte Bekannte treffen, klönen, die Zeit vergessen ...

Wer erinnert sich noch? 2018 fand das letzte „Kunst, Kultur, Kirchlinteln“ statt – und wann die nächste Großveranstaltung dieser Art wieder in die Gemeinde lockt, steht in den Sternen. Der Grund liegt auf der Hand: Niemand kann derzeit abschätzen, wie sich die Corona-Pandemie bis zum nächsten anvisierten KKK-Termin, 21. und 22. August, entwickelt. „Die Chancen, dass unser Festival dieses Jahr stattfindet, stehen fifty-fifty, würde ich schätzen“, sagt Dennis Pumm, Sprecher des Veranstaltervereins.

Schon jetzt absagen möchte der Verein das diesjährige Festival nicht, zu groß ist die Sehnsucht nach Kunst, Kultur und auch ein Stück weit nach Normalität. „Wenn es die Chance gibt, im August unser Fest auf eine Art zu feiern, die zu unserem Konzept passt, werden wir es auch tun“, verspricht Pumm.

Das Konzept, kurz erklärt: In der gesamten Gemeinde öffnen an diesem Wochenende „Kunsträume“ ihre Türen. Das können Dorfgemeinschaftshäuser sein, Ateliers, Scheunen, Höfe, Kirchen. Vor Ort wird jeweils ein anderes Programm auf die Beine gestellt. Die Besucher sind aufgefordert, selbst Touren durch die Gemeinde zu planen und sich anzuschauen, was sie am meisten interessiert. Das kann das Konzert in der Mosterei sein, die Kunstausstellung im Krug oder der Möbel-Flohmarkt in einer alten Kreepener Scheune.

Streng genommen wäre erst 2022 wieder KKK-Jahr: Die Veranstaltung findet mittlerweile nur noch alle zwei Jahre statt, und 2020 wäre es an der Zeit gewesen. „Wegen Corona hatten wir uns dann im Frühsommer entschieden, das bereits komplett geplante Festival zu verschieben“, so Pumm. „Wir haben uns mit allen Kunstraum-Leitern und Ausstellern verständigt, dass wir das Ganze ein Jahr später stattfinden lassen, 2021, mit der gleichen Mannschaft.“ Letzten Sommer habe einfach niemand damit gerechnet, dass die Pandemie auch ein Jahr später noch den Alltag so fest im Griff haben würde.

Jetzt, Ende Februar, sei normalerweise die Zeit, ernsthaft in die Vorbereitungen des Kulturwochenendes einzusteigen. „Für den Verein gibt es seit der Umstrukturierung 2016 nicht mehr so viel zu tun“, erklärt Pumm. „Mittlerweile stehen die Kunstraum-Leiter selbst mit den Ausstellern in Kontakt und planen ihr Programm eigenständig. Für sie ist die aktuelle Situationt natürlich eine gewisse Hängepartie.“ Pumm steht mit vielen von ihnen in Kontakt. Einige hofften sehr, dass es in diesem Jahr klappt und sie seien voller Vorfreude. Bei anderen habe der Enthusiasmus schon teilweise nachgelassen. „Abgesagt hat bisher zwar noch keiner, aber die Unsicherheiten sind verständlicherweise groß.“

Kontaktdaten okay, Flatterbänder eher nicht

„Kunst, Kultur, Kirchlinteln“ habe anderen Großveranstaltungen gegenüber einen entscheidenden Vorteil, der sich möglicherweise in Pandemiezeiten auszahlen werde. „Das ist die Tatsache, dass wir streng genommen gar keine Großveranstaltung sind, weil sich die Besucher immer auf so viele verschiedene Orte verteilen.“ In den vergangenen KKK-Jahren hätten sich höchstens 70 bis 80 Besucher zeitgleich an einem Veranstaltungsort aufgehalten. „Ich denke da so an den Hof Bohlius zur Kaffeezeit.“ Voller sei es lediglich bei den Abendveranstaltungen, wie den Konzerten in der Mosterei Sehlingen, gewesen. Dass Tanzpartys dieser Art schon diesen Spätsommer wieder möglich sein könnten, das mag Pumm nicht einmal hoffen.

Doch das Tagesprogramm – das könnte vielleicht tatsächlich stattfinden. Wenn sich das Tempo bei den Impfungen bis dahin erheblich erhöht und die Inzidenzzahlen sich erheblich verringert haben. „Schon jetzt gibt es Maßnahmen, bei denen ich sagen würde, okay, da gehen wir mit. Und andere Szenarien, bei denen ich glaube, unter diesen Voraussetzungen hätte es einfach keinen Sinn.“ So kann sich Pumm durchaus vorstellen, dass die Besucher an den Veranstaltungsorten ihre Kontaktdaten hinterlassen. „Auch über Höchstbesucherzahlen pro Kunstraum oder eine Maskenpflicht in Innenräumen kann man reden.“ Wenn aber nun jeder kleine Kunstraum ein ausgefeiltes Hygienekonzept vorlegen solle, mit Flatterbändern Laufwege gekennzeichnet werden müssten – das wäre dann doch zu viel Aufwand. „Und wenn es gar heißt, wir müssten uns von den Besuchern Impfnachweise zeigen lassen, oder aktuelle negative Coronatests, dann sind wir raus.“ Schon eine Verpflichtung der Besucher zu Voranmeldungen sieht Pumm kritisch. Die Spontaneität, das lockere Pendeln zwischen den Orten, sei eben Teil des Konzeptes. Und „Kunst, Kultur, Kirchlinteln“ um jeden Preis stattfinden zu lassen, auch wenn dann der Charakter des Festivals darunter leide, das wolle wohl niemand. „Wenn zu viele Regeln beachtet werden müssen, wird das die Leute davon abhalten zu kommen.“

Wann die Entscheidung fällt? Eine Deadline habe sich der Verein zwar nicht gesetzt. „Aber wenn im Mai keine Klarheit herrscht, wird es auf jeden Fall schwierig, die Veranstaltung noch angemessen zu bewerben.“  

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