Bürgermeister Wolfgang Rodewald hat Verständnis: „Ich achte ihre Sorgen und Nöte“ / Angst vor neuen Streiks

Eltern drücken mit Unterschriftenlisten ihren Ärger aus

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Mediengruppe Kreiszeitung

Kirchlinteln - Die Eltern, deren Kinder die kommunalen Kitas der Gemeinde Kirchlinteln besuchen, haben die Nase voll vom Streik. Viele kamen am Donnerstag mit ihren Kindern ins Rathaus und forderten Bürgermeister Wolfgang Rodewald auf, sich für eine Einigung im Tarifkonflikt einzusetzen. Eine Liste mit mehreren Hundert Unterschriften, die sie Rodewald überreichten, unterstrich dieses Anliegen.

Zwar endet am Montag nach vier Wochen vorerst der Streik in den kommunalen Kitas, doch die Eltern befürchten, dass im Falle einer erfolglosen Schlichtung schon bald wieder gestreikt werden könnte. „Wir haben unsere Forderung, sich zu einigen, bewusst nicht Partei ergreifend formuliert. Wir möchten erreichen, dass unsere Kinder wieder kontinuierlich und im normalen Rahmen betreut werden“, so Bettina Spöring, deren Kind die Kita in Otersen besucht. Ferner solle mit der Aktion darauf hingewiesen werden, wie schwer es für Eltern und Kinder ist, einen wochenlangen Streik auszuhalten. Dass die Befürchtungen der Eltern nicht unbegründet sind, zeigten auch die Äußerungen von Verdi-Gewerkschaftssekretär Sascha Gröters. In zwei Wochen werde der Schlichterspruch erwartet, so lange dürfe nicht gestreikt werden. Der Schlichterspruch sei allerdings nur eine Empfehlung, die nicht angenommen werden müsse. „Wenn es keine echte Aufwertung für alle Berufsgruppen gibt, werden wir keinen Tarifvertrag unterschreiben. Weitere Streiks sind dann nicht ausgeschlossen“, betonte Gröters.

„Ich achte ihre Sorgen und Nöte, aber auch das verbriefte Streikrecht in Deutschland“, zeigte sich Rodewald bei der Entgegennahme der Unterschriften neutral. Persönlich bedauere er, dass Eltern und Kinder durch den Streik so stark betroffen sind. Er versprach, alles dafür zu tun, dass auch im Falle eines erneuten Streiks die Einrichtungen geöffnet werden können. Allerdings benötige man dafür die Unterstützung der Eltern. „Es geht mir nicht darum, den Streik zu brechen, sondern eine vernünftige Betreuungssituation zu schaffen“, erklärte der Bürgermeister. Ihm schwebe vor, betreuende Eltern während des Streiks als geringfügig Beschäftigte zu führen.

Auch die Frage nach der Rückerstattung der Gebühren lag den Eltern auf der Seele. Hier gebe es drei unterschiedliche Rechtsauffassungen, so Rodewald. Man müsse in diesem Falle erst das Ende des Arbeitskampfes abwarten. Er wolle sich für eine Satzungsänderung stark machen. „Meine persönliche Meinung ist, dass wir die Eltern nicht über Gebühr belasten dürfen“, sagte der Bürgermeister.

ahk

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