Bürgerinitiative „Save Kirchlinteln“ will in den Projektbeirat

Täglich bis zu 200 Güterzüge

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Ingo Bertram versorgte die zahlreichen Besucher mit Infos.

Bendingbostel - „Die optimalste Optimierung der Alpha-E-Variante wäre es, die Amerikalinie nicht auszubauen“, betonte Ingo Bertram von der Bürgerinitiative „Save Kirchlinteln“ bei der zweiten Mahnwache der Initiative auf Hinners Hoff in Bendingbostel. Etwa 100 Menschen aus der Region fanden sich auf dem Gelände ein, der in der Nähe eines ebenerdigen Bahnübergangs liegt.

Der Bürgerinitiative war es wichtig, über das vom Dialogforum-Schiene-Nord unterzeichnete Abschlussdokument zu informieren. Darin wird empfohlen, die Güter von der Küste ins Hinterland auf der sogenannten Alpha-E-Variante mit dem Streckenabschnitt von Langwedel über Kirchlinteln und Visselhövede nach Soltau und Uelzen zu transportieren. Neben dem zweigleisigen Ausbau der Strecke von Verden nach Rotenburg mit etwa 100 Güterzügen am Tag werde hier auch die eingleisige Ertüchtigung der Amerikalinie mit zwei Kreuzungsbahnhöfen genannt.

Für die Region entlang der Amerikalinie bedeute das nach diesem Dokument etwa 280 Güterzüge in der Woche inklusive Gefahrgut-Transporte sowie eine Trennung von Ortschaften durch dauerhaft geschlossene Übergänge mit entsprechenden Auswirkungen für die Bevölkerung und ländliche Struktur. Dazu käme eine permanente Lärmbelästigung durch unzureichenden oder an vielen Stellen auch fehlenden Lärmschutz, verbunden mit einer Entwertung der entlang der Bahnstrecke gelegenen rund 25000 Wohneinheiten, in der Region seien das allein etwa 900, so Bertram.

Der Ausbau der bahneigenen Strecken erfolge nur, um dies jetzt noch mit Steuergeldern zu finanzieren, vermutet Bertram: „Wir befürchten außerdem, dass es nicht bei einem eingleisigen Ausbau bleibt.“ Um die Strecke wirtschaftlich zu betreiben, sei nach Überzeugung der Bürgerinitiative der zweigleisige Ausbau schon angedacht, wie auch von den Hamburger Vertretern und dem Verkehrsclub Deutschland im Dialogforum gefordert; ein Aktienunternehmen werde so mit Staatsgeldern subventioniert. Mit diesem weiteren Ausbau drohten bis zu 200 Güterzüge pro Tag.

Die entlang der Strecke wohnenden Menschen würden durch den dauerhaften Lärm und den Erschütterungen zu leiden haben sowie die indirekten Folgen wie den Wertverlust ihrer Immobilien zu spüren bekommen, erläuterte Bertram. Das gelte aber auch für die gesamte Region, denn es drohten Einbrüche im Tourismus und die Abwanderung von Bürgern. Das werde sich neben dem Kaufkraftverlust auch durch den Wegfall von Fördergeldern auf die Kommune auswirken. Durch die Streichung von Bahnübergängen könnten landwirtschaftliche Flächen nur auf großen Umwegen erreicht werden.

Nach Überzeugung der Bürgerinitiative sei der Ausbau der Strecke daher als äußerst problematisch und als unwirtschaftlich anzusehen, so Bertram weiter. Die Finanzierung der Variante sei mehrmals optimiert und schön gerechnet worden, bis der Kosten-Nutzen-Faktor gestimmt habe. Der Ausbau der Alpha-E-Variante werde mit 1,3 Milliarden Euro veranschlagt, davon entfielen eine halbe Milliarde auf die Amerikalinie, das bedeute 40 Prozent der Kosten für etwa 10 Prozent des erwarteten Zugverkehrs.

„Wenn wir unser wichtigstes Ziel, diesen Ausbau zu verhindern, nicht erreichen, kämpfen wir dafür, dass wir im Projektbeirat vertreten sind“, so Bertram weiter. Dieser Beirat bestehe bislang nur aus Teilnehmern des Dialogforum-Schiene-Nord und arbeite als Kontrollgremium. Seine Aufgabe sei es, die Umsetzung zu begleiten – auch die der Bedingungen aus dem Abschlussdokument. „Dann würden nicht andere Menschen über unsere Lebensqualität entscheiden und wir können mit unserem Wissen und den Ortskenntnissen noch Einfluss nehmen“, so Bertram abschließend.

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