Bürgerinitiative kämpft weiterhin gegen den Ausbau der Amerikalinie

„Die Weichen sind nicht unwiderruflich gestellt“

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Das Logo der BI Save Kirchlinteln ist mittlerweile allgegenwärtig, wie hier auf der Bahnüberführung auf der Eitzer Straße in Verden. Von der Alphavariante wäre übrigens nicht nur die Amerikalinie betroffen, sondern auch die Strecke Rotenburg / Verden.

Kirchlinteln - „Es ist noch keine Entscheidung gefallen. Und deswegen ist es auch noch nicht zu spät, um Widerstand zu leisten.“ Das ist die zentrale Botschaft der Bürgerinitiative (BI) SAVE Kirchlinteln, wenn es um den Ausbau der Amerikalinie geht. „Und deswegen können und sollten wir Einfluss nehmen“, sind Maik Dudda, Ingo Bertram und Anne Kohrt als Sprecher der BI überzeugt.

Die Empfehlung für die Alpha-Variante und die Unterzeichnung des Abschlussdokuments des Dialogforums Schiene Nord im November vergangenen Jahres (wir berichteten) sei, so die BI-Sprecher, kein Anlass zu glauben, die Weichen für den Schienenausbau seien nun unwiderruflich gestellt.

Die BI betont, dass es der Bundestag sei, der den Bundesverkehrswegeplan  und damit auch die Art und Weise des Ausbaus des Güterverkehrs beschließt. Und diese Entscheidung stehe noch aus.

Die derzeitige Planung sei laut BI „dermaßen unwirtschaftlich“, dass eine positive Entscheidung des Bundes „geradezu absurd“ wäre. Maik Dudda: „Die Gesamtkosten der Alpha-Variante werden auf 1,353 Milliarden Euro geschätzt, 420 Millionen Euro davon würde allein der Ausbau der Amerikalinie kosten – das sind 31 Prozent. Vorsichtig geschätzt fahren 2030 400 zusätzliche Güterzüge, davon sollen 40 auf der Amerikalinie fahren.“ Das wären lediglich zehn Prozent. Dudda: „Das steht doch in keinem Verhältnis.“ Besonders, wenn man bedenke, dass der Anlass für die gesamte Planung einmal gewesen sei, dass man mehr Güter auf der Schiene vom Norden in den Süden bringen wollte – und die Amerikalinie nun einmal von Ost nach West führt.

„Daher ist die Gefahr für unsere Region, dass es doch noch zu einem zweigleisigen Ausbau mit mehr als 200 Güterzügen pro Tag kommt, längst noch nicht vom Tisch“, so Ingo Betram. „Nach unserer Einschätzung ist dieses Zukunftsszenario sogar sehr wahrscheinlich.“ Denn schließlich forderten einige starke Kräfte, wie beispielsweise die Hamburger Wirtschaft, mit Nachdruck eine neue Variante.

Ein weiteres Problemfeld sei der geforderte Lärm- und Erschütterungsschutz. An dessen Umsetzung glaubt die BI nicht. „Die Empfehlungen des Dialogforums haben keine rechtliche Bindung und sind bisher auch noch nicht in die Kostenanalyse einbezogen worden. Außerdem bleibt es fraglich, ob es entlang der Amerikalinie angesichts der abgespeckten Ausbaupläne überhaupt ein Recht auf Lärmschutz gibt“, so Bertram.

„Wir bleiben deshalb bei unseren Forderungen, den wirtschaftlich unsinnigen Ausbau der Amerikalinie aus dem Projekt Alpha-Variante zu streichen“, so die BI-Sprecher einmütig.

Außerdem wollen die Kirchlintler intensiv daran arbeiten, in den so genannten Projektbeirat aufgenommen zu werden. Dieser ist aus dem Dialogforum, an dem die BI seinerzeit nicht teilnehmen durfte, entstanden und soll eine Art Kontrollfunktion bei den umzusetzenden Lärmschutzmaßnahmen bekommen. „Das Gremium soll im Prinzip überprüfen, ob das umgesetzt wird, was das Dialogforum fordert“, so Anne Kohrt. „Weil wir in Kirchlinteln in großem Maße betroffen wären, wollen wir da natürlich rein.“

Um zu zeigen, dass sie noch aktiv ist, richtet die BI am Samstag, 13. Februar, in Bendingbostel eine Mahnwache aus. „Wir treffen uns um 11 Uhr auf Hinners Hoff in der Bendingbosteler Dorfstraße 8.“ Die BI hofft, dass die Kirchlintler, wie bereits vergangenes Jahr in Schafwinkel, zahlreich erscheinen und „zeigen, dass die Bürger der Lintler Geest ihre Region schützen“, heißt es in der Einladung. Aber auch Bürger aus anderen betroffenen Orten, wie Verden oder Langwedel, seien gern gesehen. „Im Frühjahr 2016 wird der Deutsche Bundestag seine endgültige Entscheidung über den Ausbau treffen. Noch können wir unseren Widerstand kundtun und Politiker sich für uns stark machen.

rei

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