Amerikalinie: Einwände bis zum 2. Mai

„Bürger müssen sich stark machen“

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Die SPD-Bundestagsabgeordneten Lars Klingbeil und Kirsten Lühmann sprechen mit Bürgern über Alpha-E.

Kirchlinteln/Soltau - Was beinhaltet der neue Bundesverkehrswegeplan 2030 und welchen Einfluss können Bürger auf die aktuellen Planungen nehmen? Dies erläuterten die SPD-Bundestagsabgeordneten Lars Klingbeil (Rotenburg/Heidekreis) und Kirsten Lühmann (Celle/Uelzen) auf einer Informationsveranstaltung in Soltau. Der Einladung gefolgt war auch die Kirchlintelner Bürgerinitiative Save Kirchlinteln.

Im voll besetzten Soltauer Rathaussaal erklärte Kirsten Lühmann, die auch Mitglied des Bundesausschusses für Verkehr und digitale Infrastruktur ist, für welche Projekte auf Straße und Schiene Ausbaubedarf besteht. Schwerpunktthema des Abends war dabei die optimierte Alpha-Variante E mit dem Ausbau der Amerikalinie zwischen Langwedel und Uelzen.

Mit der Empfehlung des Dialogforums Schiene Nord hat die Alpha-E-Variante die umstrittene Y-Trasse verdrängt und soll vom Bundestag im Sommer in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen werden. „Bis zum 2. Mai haben alle Bürger und Verbände vor Ort noch die Gelegenheit, ihre Bedenken dazu zu äußern“, sagte Lühmann und appellierte an die Bürger im Saal: „Das sollten Sie auch nutzen, wenn Sie noch auf die Planungen Einfluss nehmen wollen.“

Derzeit umfasse das Papier zur Alpha-E-Variante lediglich knappe zwei Seiten. Daten über Bahnübergänge, Kreuzungsbahnhöfe oder Lärmschutz gibt es darin nicht. „Wir bewegen uns im absoluten Nebel“, räumte Lühmann ein. „Es gibt leider noch keine Zahlen.“ Und auch wenn im Empfehlungsschreiben des Dialogforums dem Lärmschutz oberste Priorität eingeräumt worden ist, sei die Bahn schlussendlich nicht verpflichtet, diesen auch vollständig umzusetzen. „Rein theoretisch kann auch noch zweigleisig ausgebaut werden, alles ist offen.“ Wenn sich die Bürger nicht selbst für ihre Bedürfnisse einsetzen, werde die Bahn die Entscheidungen treffen, die sie für nötig hält – und das sei im Zweifel für die betroffenen Anwohner nicht genug.

Auf die Frage eines Bürgers, wie man denn ohne konkrete Planungspapiere sinnvolle Bedenken äußern soll, war auch Lühmann überfragt. „Fragen Sie beim Ministerium nach, uns Abgeordneten sind die Hände gebunden.“ Lühmann betonte eindringlich, dass die Bürger sich für ihre Region stark machen müssten. Viele Bauprojekte hätten deutlich gezeigt, dass nur durch aktive Bürgerbeteiligung zufriedenstellende Ergebnisse, zum Beispiel im Bereich Lärmschutz, erreicht werden konnten.

In Kürze gebe es für die Streckenabschnitte entlang der Amerikalinie auch Runde Tische der Bahn, an denen sich Vertreter der Region, aber auch Bürger beteiligen könnten. Für die angereisten Kirchlintelner BI-Mitglieder waren Lühmanns Worte eine wichtige Motivation. „Wir hoffen, dass sich noch viel mehr Kirchlintelner Bürger einsetzen“, sagt Ingo Bertram. Neue Mitglieder seien jederzeit willkommen. Termine und Infos zur BI gibt es auf der Internetseite www.save.kirchlinteln.de.

Bedenken zum Ausbau können beim Bundesverkehrsministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur unter www.bmvi.de angemeldet werden. Dafür in der Suchmaske den Begriff „Bundesverkehrswegeplan 2030“ eingeben und auf das Laufende Beteiligungsverfahren klicken.

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