Buchstäblich eine eingeschworene Truppe

Ortsvorsteher und Vertretungen der Gemeinde Kirchlinteln nun offiziell im Amt

14 Männer und Frauen  schauen lächelnd in die Kamera.
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Eingeschworen auf das Ehrenamt, und das im wahrsten Sinne des Wortes: die neuen Ortsvorsteher und ihre Stellvertreter.

Als es im Kirchlintler Gemeinderat um die Ernennung der Ortsvorsteher ging, gab es Streit um die Frage, ob diese Stellvertreter erhalten sollten. Die Ernennung der Ehrenamtler lief dafür umso harmonischer ab.

Kirchlinteln – Nun sind sie also im Amt, die Ortsvorsteher für die 17 Ortschaften in der Gemeinde Kirchlinteln, zehn davon mit Stellvertretung. So war es auf der jüngsten Ratssitzung mehrheitlich beschlossen worden. Und das nicht ohne heftige Diskussionen zwischen den Befürwortern der Mehrheitsgruppe und den Ablehnenden von CDU (wir berichteten). Bürgermeister Arne Jacobs appellierte daher im Rahmen der offiziellen Ernennung im Lintler Krug an beide Seiten: „Wir sollten uns mit der Situation, wie sie ist, arrangieren und alle an einem Strang ziehen.“

14 Damen und Herren, die neu in das Ehrenbeamtenverhältnis aufgenommen wurden, erhielten am Mittwochabend ihre Ernennungsurkunden. Im Gegenzug schworen sie, ihre „Amtspflichten gewissenhaft zu erfüllen“, natürlich unter Wahrung der geltenden Gesetze.

So ein Ortsvorsteher-Amt, das machte Jacobs mittels Niedersächsischem Kommunalverfassungsgesetz deutlich, ist mit allerhand Aufgaben und Zuständigkeiten verbunden. Sie seien der „verlängerte Arm der Verwaltung“, formulierte es der Bürgermeister und dankte den Ehrenamtlichen vorab schon einmal für die Bereitschaft, sich in den Dienst der Dorfgemeinschaft zu stellen. Dabei sei die Amtszeit nicht an eine Legislaturperiode gekoppelt, erinnerte er. Sie ende erst mit der Ernennung einer Nachfolge.

Die Repräsentation der Gemeinde zum Beispiel bei Jubiläen und Geburtstagen gehört sicher zu den angenehmsten Aufgaben. Darüber hinaus beglaubigen die Ortsvorsteher per Dienstsiegel und Stempel Unterschriften, geben Antragsformulare aus und kümmern sich um Friedhofsangelegenheiten. Sie haben den Zustand der öffentlichen Straßen und Plätze im Blick und sollen – weniger angenehm – auch kontrollieren, ob Anlieger denn ihrer Straßenreinigungspflicht nachkommen.

Gemeinsam mit Kirchlintelns Tourismusbeauftragter Petra Lindhorst-Köster machte Arne Jacobs dann noch ein weiteres Fass auf. Am 1. Juli 2022 jährt sich die Gebietsreform zum 50. Mal. Damit ist auch die Gemeinde Kirchlinteln in ihrer jetzigen Form ein halbes Jahrhundert alt. Dieses Jubiläum, so hatte es die CDU in einem Antrag formuliert, sollte gefeiert werden.

Aus dem Amt des Ortsvorstehers schieden neben Wolfgang Ritz (Sehlingen) und Henning Leeske (Kirchlinteln), beide nicht anwesend, auch Hermann Ramme (Armsen), Sigrid Lindhorst (Stellvertreterin Kirchlinteln) und Uwe Panten (Neddenaverbergen) aus. Dazu gab’s Blumen von Bürgermeister Arne Jacobs (v.r.).

Ob als Feierwoche oder kompakt an einem Wochenende, das muss noch beraten werden. Auch das Wie gilt es zu klären. Dazu, so die Idee, könnten die 17 Ortschaften sich zu Regionen zusammenschließen und gemeinsam planen – unter Einbindung der Ortsvorsteher.

Die Fäden, so die weiteren Überlegungen, würden dann in einem Arbeitskreis zusammengeführt werden, in dem neben Sprechern der Regionen Vertreter aus Rat und Verwaltung säßen. Dieser federführende Kreis, so Jacobs auf Nachfrage, soll sich Anfang des neuen Jahres erstmals treffen, um weitere Details zu klären.

„Das haben wir mal in den Raum gestellt“, fasste Jacobs zusammen, was da am Mittwoch im Lintler Krug besprochen wurde. Schließlich befinde man sich noch in einem frühen Stadium der Planung. Allerdings, das räumte der Bürgermeister auch ein, gebe es keine Zeit zu verlieren. Denn gefeiert werden solle im Sommer, noch vor den großen Ferien. Und bis dahin ist es nur noch ein halbes Jahr.

Die Ortsvorsteher und Stellvertreter im Überblick:

Armsen: Ortsvorsteher Gerd Scharninghausen, Stellvertretung Julia Wieters. Bendingbostel: Cord Wahlers, Jens Dreger. Brunsbrock: Harald Nordhausen. Heins: Chatarina Luttmann. Hohenaverbergen: Birgit Söhn, Heike Moritz. Holtum (Geest): Helma Rippe, Timo Degenhard. Kirchlinteln: Hermann Meyer, Dr. Jörg Schumacher. Kreepen: Karin Wiedemann. Kükenmoor: Fred Wischmann.

Luttum: Claus Hermann Hoops, Rüdiger Nodorp. Neddenaverbergen: Ulrich Dittmer, Jörg Rohrbeck. Otersen: Dieter Bergstedt. Schafwinkel: Ingrid Müller, Gerd Hammermeister. Sehlingen: Sigrid Koopmann, Daniel Bockelmann. Stemmen: Johann Twietmeyer. Weitzmühlen: Fred Martens, Uwe Schöpke. Wittlohe: Michael Jeske.  

Von Katrin Preuß

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