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Regelmäßige Prüfung: Sichere Schutzkleidung für Feuerwehr

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Von: Markus Wienken

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Großeinsatz mit zahlreichen Feuerwehrkräften.
Wenn’s brennt und gefährlich wird: Die umfangreiche Ausrüstung der Feuerwehr – hier bei einem Einsatz in der alten Ziegelei am Schnuckenstaller Weg an der Grenze zwischen Kirchlinteln und Verden – muss regelmäßig geprüft werden. © wienken

Wenn’s brennt, bei einem Unfall, Flüssigkeiten oder chemische Dämpfe entweichen, sind die Feuerwehren durch eine aufwendige Kleidung geschützt. Gut so! Doch die Garnitur muss regelmäßig kontrolliert werden. Nur ein geschultes Auge sieht die Schäden - ein Experte muss her, doch der kostet Geld...

Kirchlinteln – Brandschutz ist aufwendig, anstrengend und sorgt, ob Ernstfall oder Übung, für Staub und Dreck. Der Verschleiß von Schutzkleidung ist groß, doch schon ein kleiner Riss, eine brüchige Naht, kaum zu sehen, kann beim nächsten Einsatz böse Folgen haben. Davor soll professionelle Hilfe schützen. Circa 50 .000 Euro, so die Schätzungen, würde die Gemeinde Kirchlinteln dafür jährlich zahlen müssen. Jetzt ist eine deutlich günstigere Variante in Sicht, erfuhren die Mitglieder des Ausschusses für Brandschutz und Ordnungsangelegenheiten Kirchlinteln. Getagt wurde online.

Gemeinde Kirchlinteln: Schätzungen für die Kosten lagen bei 50.000 Euro jährlich

Wenn’s brennt, bei einem Unfall, Flüssigkeiten oder chemische Dämpfe entweichen, sind die Feuerwehren durch eine aufwendige Schutzkleidung gegen Verletzungen geschützt. „Die Kommunen sind als Träger für die Sicherheit und Ausrüstung der Einsatzkräfte verantwortlich“, betonte Bürgermeister Arne Jacobs. Doch nach dem Einsatz endet die Verantwortung nicht: „Regelmäßig muss die Kleidung auf ihre Funktionalität überprüft werden“, so Stefan Schulz, Leiter des Ordnungsamtes, in dessen Ressort der Brandschutz fällt. Was bislang intern gelöst wurde, soll nun auf professionelle Beine gestellt werden: Die sogenannte Persönliche Schutzausrüstung (PSA) der Feuerwehrfrauen und -männer muss regelmäßig gecheckt werden. Nicht nur Sichtprüfungen, selbstverständlich nach jedem Einsatz, gehören dazu, sondern künftig auch eine jährliche Kontrolle durch einen eigens geschulten Experten. Besonderes Augenmerk gilt der Ausrüstung der Atemschutzgeräteträger und deren anspruchsvoller Arbeit. Die Liste der Kleidung ist lang: Einsatzüberjacke und -hose, Schutzhelm und -stiefel sowie Handschuhe. Was wem gehört und wie in Schuss ist, muss, auch das aus Sicherheitsgründen, dokumentiert werden. Ein enormer Zeitaufwand, von ehrenamtlichen Kräften nicht zu leisten, so eine Erfahrung. „Wer das kontrolliert, braucht demnach eine berufs- und feuerwehrspezifische Ausbildung“, sagte Bürgermeister Jacobs.

Feuerwehr Kirchlinteln: Kontrolle durch einen Experten mit berufs- und feuerwehrspezifischer Ausbildung

Was mit welchem Aufwand kontrolliert werden muss, die Rechnung ist aus Kirchlintelner Sicht denkbar einfach. Pro Arbeitstag können bis zu acht PSA-Garnituren überprüft werden. Bei 450 Einsatzkräften der Gemeinde braucht es circa 56 Tage für einen kompletten Durchlauf der Garnituren. Dass die Kommune dafür eine einzelne Kraft fest anstellt, dürfte sich kaum lohnen. Also müsste ein externer Dienstleister her, verbunden mit nachfolgend anfallenden Kosten in Höhe von bis zu 50 000 Euro.

450 Einsatzkräfte in der Kirchlintelner Feuerwehr

Nicht nur Kirchlinteln, alle Kommunen im Landkreis stehen vor der gleichen Problematik. Doch eine Lösung innerhalb der „Kommunalen Familie“, so Jacobs, scheint in Sicht: Was sich im Kleinen in nur einer Kommune nicht lohnt, summiert sich im Großen als Arbeitsplatz für eine geschulte Prüfkraft: „Bürgermeister und Ordnungsamtsleiter im Landkreis denken daran, auf Kreisebene eine geeignete Vollzeitkraft einzustellen“, so Jacobs. Die Strukturen dafür gibt es bereits. In Verden arbeiten schon jetzt zwei Gerätewarte hauptamtlich, eine dritte Stelle ist angedacht. Kosten: circa 48 .000 Euro Jahresgehalt. Zusätzlich sollen zwei weitere Personen ausgebildet werden.

Kirchlinteln: Statt 50.000 nun 15.000 Euro

Entsprechend aufgerüstet, wären die Kontrollen in den umliegenden Kommunen zu schaffen. In Kirchlinteln kämen zunächst die circa 200 Ausrüstungen der Atemschutzgeräteträger an die Reihe, nachfolgend dann die weitere Bekleidung. Für den Aufwand gibt’s zwar eine Rechnung der Stadt Verden, doch die dürfte sich mit geschätzten 15 000 Euro deutlich unter dem ursprünglich befürchteten Budget bewegen. Im Ausschuss für Brandschutz und Ordnungsangelegenheiten hoben für den Vorschlag alle Mitglieder die Hand.

Von Markus Wienken

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