Traditionelles Rübenmarkt-Frühstück / Moderatorin Dörte Wöbse-Hogrefe geehrt

„Boomhüser“ als Lösung

Die Junior-Marktmeister Luan Becker (l.) und Tjorben Wöbse empfahlen sich als künftige Moderatoren.

Kirchlinteln - „Villeicht künn man jo de meisten Bööm stohn laten und baut Boomhüser, dor gifft dat bestimmt ok masse Interessierte – för de echten Naturburschen ünner de Lintler“. Mit diesem nicht ganz ernst gemeinten Vorschlag suchte Fred Martens, der mit Dörte Wöbse-Hogrefe das traditionelle Frühstück zum Rübenmarkt in Kirchlinteln moderierte, eine Lösung in der aktuellen kontroversen Diskussion.

Dieses Thema erwähnte das Duo in seinen „Lintler Geschichten“, mit denen es beim Rübenmarktsfrühstück mit spitzer Zunge aktuelle Ereignisse kommentierte und dabei kräftig vom Leder zogen – vor allem über das Verhalten der Kommunalpolitik. Im Zusammenhang mit der Schließung des umweltfreundlichen Holzheizwerks am Sonderkamp, wo die Verdener Stadtwerke den Gashahn aufdrehen möchten, sei es die Lösung, die gefällten Bäume der Ritterallee dem Holzheizwerk zu spenden: „Denn is de Umwelt, de Lüer up‘n Sonderkamp und de Bauwilligen deent und de grode Holtooben geiht nich pleite“.

Rodewald lobt Bohlmann

In seiner plattdeutschen Begrüßung äußerte sich der Bürgermeister sehr kurz zu den Anmerkungen des Duos. „Bei dem geplanten Baugebiet ist noch einiges zu klären: Sollen die Bäume in der Ritterallee weg oder nicht?“ Rodewald betonte, dass es auch nach dem Einzug der Edeka in das neue Gebäude spannend bleibe. Ein Dauerthema bleibe der geplante Bahnhof. Lob gab es für Landrat Bohlmann, der angekündigt hatte, die zu zahlende Kreisumlage zu senken.

„Kriegen wir das Wasser vom Speckener Weg“, nannte Rodewald ein weiteres Thema der Zukunft. Dazu zählte er auch den Lärmschutz am Sonderkamp und den Verlauf der Straßen. Rodewald tadelte die Landtagsabgeordnete Dr. Dörte Liebetruth. Er bezeichnete sie zwar als fleißig und sie kümmere sich um vieles, aber die Landesregierung schaffe die den Kommunen zustehenden Kita-Gebühren ab, ohne für den Ausgleich einzustehen – trotz Zusage. „Liebe Dörte, wir bezahlen nicht eure Wahlversprechen.“

Diesen Satz ließ die Politikerin in ihrer Rede so im Raum stehen. Sie freute sich, dass nach dem „swatten Willem“ aus Weitzmühlen wieder jemand aus Kirchlinteln im Landtag sitzt. Aber es gebe noch einen weiteren Sozi im Landtag, der in Kirchlinteln aufwuchs und dessen Eltern immer noch hier wohnten. Gerd Hujahn wurde 2017 für den Wahlkreis Göttingen/Münden direkt in den Landtag gewählt. Abschließend appellierte sie: „Ick glöv, dat is all Tied, dat wie alle tosamen us stark makt för Europa und uns Demokratie.“

Landrat Peter Bohlmann empfahl sich mit seiner Rede als Moderator für das Röbenmarktsfrühstück, so hatte es Dörte Wöbse-Hogrefe angeregt, wenn er kein Landrat mehr sei. Aber so sieht es zurzeit nicht aus, denn bisher hat kein anderer Kandidat seinen Hut in den Ring geworfen. Seit einigen Tagen wisse er auch, wieso: „De annern witt aall no Horst inn´t Ministerium noa Berlin, dor kannst Schiet moken, wass befördert und krichs dree dusnt Euro meer.“ Als Geheimwaffe aus Kirchlinteln für Berlin empfehle er Wilhelm Haase-Bruns, der als Streitschlichter viel Erfahrung habe. Er würde dem Horst sagen: „Horst! Muddi (Merkel) segt, wo dat lang geit“.

Weitere Redner waren Dr, Dirk Wieters, Pastor Christian Steinwede und Kreisbrandmeister Hans-Hermann Fehling. Unter anderem analysierte Wieters mit launigen Woten den Gesundheitszustand in Kirchlinteln und sorgte für Lacher und Schenkelklopfer. Fehling war der Meinung, dass in Kirchlinteln noch alles in Ordnung sei. Er lobte den Bürgermeister, der aus der Gemeinde komme und wisse, was gut für sie sei. Einige Döntjes hatte noch Jann Schwecke auf Lager.

Emotionaler Höhepunkt war die Ehrung von Dörte Wöbse-Hogrefe für ihre zehnjährige Tätigkeit als Moderatorin. Das übernahmen die Junior-Marktmeister Luan Becker und Tjorben Wöbse, die sich so für die künftige Moderation empfahlen. Sie amtierten als Staatsanwalt und Richter und „verurteilten“ Wöbse-Hogrefe, mindestens drei Jahre als Moderatorin weiterzumachen.

Eine Premiere gab es mit dem gemeinsamen Auftritt des Daverdener Blasorchesters und des neuen KUF-Chores (Kerle und Frauen). Carsten Grewe begeisterte mit dem Edeka-Lied. - rö

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