Dea-Pilotprojekt im Landkreis

Bodenbewegungen per Satellit nachweisen

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Die Antenne empfängt sekündlich die Signale der GPS-Satelliten.

Kirchlinteln - Seit 1992 fördert die Dea Deutsche Erdöl AG aus dem Erdgasfeld Völkersen auf einer Fläche von gut 76 Quadratkilometern Erdgas aus rund 5000 Metern Tiefe. Bürgerinitiativen befürchten Bodenabsenkungen. Um Erdbewegungen nachvollziehbar und exakter als bisher herauszufinden, führt die Dea jetzt gezielt Messungen dieser sogenannten Subsidenz durch.

„Dea hat dazu freiwillig ein über mehrere Jahre laufendes regionales Messprojekt aufgesetzt“, berichtet Mike Schreiter, Leiter des Förderbetriebes in Langwedel-Holtebüttel. Fachleute der Dea hätten gemeinsam mit externen Spezialisten ein auf GPS-Daten basierendes System auf den Weg gebracht, das Ergebnisse mit einer sehr hohen Genauigkeit liefere.

Sekündlich Signale aus dem All

Dazu wurden sechs Empfangseinheiten auf Betriebsplätzen der Dea im Landkreis Verden installiert. Fünf Einheiten oberhalb der zentralen Erdgaslagerstätten dienen der direkten Höhenmessung am jeweiligen Ort. Sie korrespondieren fortlaufend mit der Empfangseinheit auf der Kompressorstation Brammer in der Gemeinde Kirchlinteln. Diese befindet sich außerhalb des Fördergebiets und dient als Referenzstation.

Alle sechs Einheiten empfangen sekündlich die Signale aus dem Weltall. 20 Satelliten sind erreichbar. „Um eine genaue Messung zu bekommen, reichen aber fünf“, erklärt Mike Schreiter beim Ortstermin. Die Daten werden in Wietze (Kreis Celle) gespeichert und ausgewertet. Eine spezielle Software registriert, vergleicht und archiviert an allen 365 Tagen rund um die Uhr die jeweiligen der Signale zwischen Satelliten und Empfängern. Verändert sich die Laufzeit der Signale, bedeutet es, dass sich die Position des Empfängers verändert haben muss. Dann hätte sich die Erdoberfläche entweder nach oben oder nach unten bewegt.

„Die Erde atmet“

Die Auflösung des Systems liegt im Millimeterbereich. Die gesammelten Daten werden über mehrere Jahre aufbereitet und grafisch so dargestellt, dass eine nachvollziehbare Interpretation der Messergebnisse möglich wird. Schreiter glaubt indes nicht an große Absenkungen. „Wir haben hier keine großen Hohlräume wie im Ruhrgebiet. Ich gehe von wenigen Millimetern im Jahr aus. Schlimm wäre es erst bei zehn Zentimetern.“

Geringe Erdbewegungen seien normal, erklärt auch der Kommunikationsbeauftragte der Dea, Heinz Oberlach. „Die Erde atmet, bei Feuchtigkeit hebt sich der Boden“. Langwedels Bürgermeister Andreas Brandt begrüßt die neuen Messungen: „Ich bin froh darüber, das dient der Beweissicherung. Oft werden Vermutungen angestellt, die man nicht belegen kann.“

ahk

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